Beiträge von Lea Korte

    Zitat von Ulli;23010

    Ich verstehe, was Du meinst, Lea. Ja, Zahra musste sich verändern, doch so sehr hat sie sich auch nciht verändert, denn im 1. Band war es ja auch Jaime, der sich angpasst hat und nicht sie. Klar, man kann sagen, er hatte keine andere Wahl - doch ganz stimmt das nicht - er hätte auch verlangen können, dass Zahra den christlichen Glauben annimmt, wie ihre Halbschwester.


    Die Schwester hat diesen Schritt aber auch FREIEN Stück gemacht. Und zu einer anderen Zeit. Damals hätte er Zahra dazu vielleicht noch überreden können. Aber jetzt ist sie verfolgt, sie steht mit dem Rücken zur Wand - und ein Glaubenswechsel ist KEINE Alternative für eine gläubige Muslimin, damals schon gar nicht. Im (ausgehenden) Mittelalter waren die Menschen sehr, sehr gläubig. Eine Exkommunizierung war bei den Christen eine extrem schwere Strafe, die der ewigen Verdammnis gleichkam. Das war Brandmarkung, das war die Vorstufe zum Tod. Heute würde kein Mensch mehr ein Regierungsoberhaupt mit der Exkommunizierung zu bestrafen versuchen. Hier ein Beispiel: Friedrich II:
    1227
    Da Friedrich noch immer keinen Kreuzzug ausgerufen hat, verhängt Papst Gregor IX. einen Bann über den Kaiser und exkommuniziert ihn.
    http://www.dibb.de/friedrich-ii-falknerei.php
    Und die gleiche Verdammnis - nur eben in einer anderen Religion - hätte Zahra erwartet, wenn sie den Glauben gewechselt hätte. Denk doch mal, wie sich Abdus Frau getötet hat. Wie Deborah gelitten hat. Liebe ist ein Ding, aber sie hielt Jaime nicht mehr für zuverlässig. Warum musste er auch ausgerechnet für den König arbeiten, der ihrem Volk das alles angetan hat?
    Wir denken zu sehr an die Menschen heute, wenn wir da urteilen wollen. Der Mensch damals hatte eigentlich nur seine Religion.


    LG
    Lea

    Mir ging es hier aber eben gerade auch darum zu zeigen, wie Menschen sich unter äußerem Druck verändern. Zahra konnte im ersten Teil sehr "leicht" tolerant sein, weil die Umstände andere waren. Aus dem Selbstverständnis ihrer Religion und ihrer ZEIT heraus konnte sie nach dem Ende der Reconquista aber keinesfalls mehr die selbe sein. Sie musste sich ändern. Ihre Religion ist ihr (künftiges) Leben. Und sonst ist ihr nichts geblieben nach dem Untergrund des Maurenreiches.
    "Extremisten" werden gemacht, denke ich. Von ihrer Zeit. Und manchmal können Menschen nicht tun, was sie wollen - sondern müssen tun, was sie müssen - um sich nicht selbst zu verlieren.


    LG
    Lea

    Zitat von Tikva;22766

    Soeben habe ich auch das beendet ;)
    sorry, aber ich kann abdu nicht verstehen. Er wirkt auf mich wie ein phanatiker, wie er sich seinem vater gegenüber verhält :(


    Na zum glück hält ihn wohl zumindest noch seine braut davon ab sich erneut ins getümmel zu werfen...


    Ja, er wird(!) zum Fanatiker. Eben darum ging es mir (auch) in dem Roman: Fanatiker fallen, meiner Ansicht nach, nicht vom Himmel. Sie werden oft erst durch die Umstände dazu.


    LG
    Lea

    Zitat von Ulli;21885

    Ich hätte auch noch eine Frage, Lea:


    Gibt es bald wieder etwas Neues von Dir????


    Da wird vor zwei Jahren zu unseren beiden Kindern noch zwei Kinder adoptiert haben (und ich "nebenbei" ja auch Autorenkurse gebe, die ich natürlich nicht einfach unterbrechen konnte), fange ich gerade erst wieder mit dem eigenen Schreiben "an": Ich plane derzeit zwei neue Projekte, aber beide nicht im Histo-Bereich, sondern zeitgenössisch. Und ich muss sagen, es macht riesig viel Spaß, wieder loslegen zu können.
    :)


    LG
    Lea

    Zitat von Ulli;21540

    Nun wie Ihr gesehen habt, bin ich auch mittlerweile fertig, auch ich muss sagen, das Ende war eine echte Überraschung für mich. Ich hatte mich schon auf einem anderen Abschluss vorbereitet.


    Übrigens Lea unser Rezensionen sind schon online ---> http://www.ullis-buechercafe.a…ead.php?p=21468#post21468


    Herzlichen Dank euch allen! Ihr seid ja rasand schnell: Beim Lesen und beim Rezensieren, und ich freue mich natürlich sehr, dass euch das Buch so gefallen hat! :)


    LG :wink1:
    Lea

    Zitat von Ulli;21172

    Natürlich, Lea, Du hast recht, obwohl es zumindest für einen Christen heute kaum mehr vorstellbar ist, wie fanatisch die Gläubigen damals waren. Aber es eigentlich logisch, denn wie Du schreibst, gab es damals für nichts "Erklärungen" und alles wurde mit dem Glauben in Verbindung gebracht.


    Im Endeffekt kann ich beide Seiten verstehen. Sowohl Zahra, die natürlich an ihrem Glauben hängt und schon immer fanatischer war als ihr Bruder. Aber auch für Jamie habe ich Verständnis. Er sitzt nach wie vor zwischen zwei Sesseln, einerseits muss er arbeiten und híer bietet sich eine Möglichkeit, außerdem ist er immer noch Christ, er hat zwar unter den Mauren als Maure gelebt, aber er ist innerlich nie Moslem geworden.


    Ich habe nur Angst, dass dieser Unterschied im Glauben der Beiden, sie irgendwann trennen wird...


    Die Angst habe ich auch ;-)

    Zitat von Ascharel;21099

    Das Schicksal der Mauren in Grenada nimmt keinen guten Verlauf. Sie werden immer mehr unterdrückt und Zahra muss sich entscheiden ob sie einmal mehr für ihr Land kämpfen will. Sie entschließt sich ihren Sohn Abdu zu unterstützen und setzt so ihre Beziehung zu Jaime aufs Spiel. Auch wenn ich Jaime Zorn verstehen kann bin ich hier auf der Seite von Zahra und Abdu. Die Repressalien nehmen immer schlimmere Formen an. Ich kann verstehen dass sich die Jungen erheben und zornig sind.


    Der Konflikt des Glaubens ist auch innerhalb der Familie deutlich spürbar, wobei man sagen muss dass Zahra doch ein wenig engstirnig ist. Wo sie in ihrer Jugend noch aufbegehrt hat verlangt sie nun von ihrer Tochter eine Zwangsehe. Auch wenn der Auserwählte freilich ein anständiger junger Mann ist, verstehe ich dass Zahras Tochter sich sträubt.


    Zahra wandelt sich immer mehr von der fortschrittlichen Jungen Frau zu einer starsinnigen traditionellen Muslima die sich ihrer Tochter gegenüber verschließt.


    Wobei die Zeiten eben nicht mehr die Selben sind: Damals war das Ambiente tolerant - jetzt werden gerade(!) die Muslime unterdrückt. Da grenzt man sich ab, will man retten, was zu retten ist und sie sieht ja auch, wie immens schwierig ihre Beziehung mit Jaime ist. Sie will wirklich das Beste für ihre Tochter. Und eine Beziehung mit einem Ungläubigen wäre ja auch für ihre Tochter "Verdammtnis".
    LG
    Lea

    Zitat von Ascharel;21135

    Mit Isabella hast du Recht Ulli. Gerade als Mutter müsste man mehr Mitgefühl erwarten. Doch ruht ihre Strenge sicher auch darin dass sie sich als weibliche Herrscherin durchsetzen musste.


    Zu den Kriegen zwischen den Religionen kann man wirklich nur sagen es ist beschämend dass die Menschheit noch immer nicht aus ihren Fehlern gelernt hat und es wohl nie lernen wird.


    Das ist es eben, was mich zu dem Buch "getrieben" hat - aber auch das Buch wird ja nichts daran ändern. Es wird wohl immer so bleiben ...


    LG
    Lea