Atwood, Margaret: Der Report der Magd


  • Autor: Margaret Atwood
    Titel: Der Report der Magd
    Originaltitel: The Handmaid's Tale
    Verlag: Piper
    Erschienen: 03.04.2017
    ISBN 10: 3492311164
    ISBN 13: 978-3492311168
    Seiten: 416
    Einband: TB
    Serie: -
    Preis: 12,00


    Inhaltsangabe:


    Zitat

    Die provozierende Vision eines totalitären Staats, in dem Frauen keine Rechte haben: Die Dienerin Desfred besitzt etwas, was ihr alle Machthaber, Wächter und Spione nicht nehmen können, nämlich ihre Hoffnung auf ein Entkommen, auf Liebe, auf Leben


    Meine Meinung:


    Ein totalitärer Staat in dem Frauen keinerlei Rechte haben.
    Ein fiktiver Staat, der mir Angst gemacht hat – so oder so ähnlich kann es jederzeit geschehen.


    Ein schleichender Prozeß ging diesem Staat voraus: Frauen verlieren ihre Rechte, dürfen nicht mehr arbeiten gehen, dürfen nichts besitzen. Wie schrecklich ist das denn bitte schon! Aber noch gar nichts, gegen das, was sie nun erwartet. Denn es gibt nur drei Arten von Frauen: Ehefrauen, Dienstmädchen und Mägde. Und gerade die Mägde sind echt bescheiden dran.
    Frauen, die bereits vor der neuen Machtform ein Kind geboren haben werden „umerzogen“ und geformt. Sie sollen zum gebären da sein!
    Und die Art und Weise fand ich persönlich am erschreckensten.


    Desfred, die Magd aus deren Sicht erzählt wird, kommt ins Haus des Kommandanten und seiner Frau. An ihren fruchtbaren Tagen wird Desfred in das Schlafzimmer der Eheleute geführt, und während die Ehefrau ihre Hände festhält, vergewaltigt der Ehemann die Magd. Das läuft so lange, bis sie ein Kind gezeugt haben. Dieses wird dann sofort nach der Geburt der Ehefrau in den Arm gelegt und diese wird für „ihr“ Kind von den anderen Ehefrauen gefeiert und beglückwünscht.
    Bekommt eine Magd in der zeit kein Baby, wird sie verbannt. Schliesslich ist das ihre Schuld, wenn sie unfruchtbar ist – keineswegs ist die Schuld beim alternden Ehemann zu suchen!
    Das hat mich alles so sehr erschüttert!


    Immer wieder gibt es kurze Rückblenden aus dem Leben von Desfred. Und man erfährt, wie es ihr ergangen ist, nach der Machtübernahme dieser Bibeltreuen. Sie flüchtet sich regelrecht in ihre Vergangenheit


    „Ich bin ein Flüchtling aus der Vergangenheit, und wie andere Flüchtlinge lasse ich noch einmal die Sitten und Gebräuche des Lebens Revue passieren, das ich hinter mir gelassen habe oder zwangsweise hinter mir lies, und alles erscheint mir genauso seltsam, von hier aus betrachtet, ich bin genauso besessen davon.“
    Seite 128


    Aber es gibt auch Netzwerke zwischen den Mägden. Und es gibt einen Untergrund. Einige flüchten, viele werden geschnappt und öffentlich gesteinigt oder gehängt. Aber es gibt auch Hoffnung, es gibt immer noch Menschen, die gegen dieses System rebellieren. Doch ist es nicht so einfach, diese zu erkennen.
    Leider gibt es aber auch Frauen, die das scheinbar voll und ganz unterstützen. Wenn ich allein an die „Tanten“ denke, welche aktiv an der Umerziehung der Mägde teilnehmen. Sie tun, als ob es für diese Frauen eine Ehre wäre, als Mägde da zu sein. Jegliche Rebellion und Aufsätzigkeit wird mit brutalen Strafen geahndet.


    Ich fand dieses Buch extrem verstörend, auch die Art, wie schnell und scheinbar reibungslos dieses System sich etablieren konnte.
    Margaret Atwood erzählt schockierend und nüchtern, konnte mich aber komplett mitreißen und auch wenn das Thema so verstörend war, war ich vom Buch, vom Schreibstil und der Art und Weise komplett überzeugt.


    Veröffentlicht am: 05.05.18

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    Lesende Grüße von Nyx
    Nyx (griech. Νύξ) ist in der griechischen Mythologie die Göttin und Personifikation der Nacht. Laut Homer fürchtete sich selbst Zeus vor der Nacht.



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