Romer, Anna: Das Rosenholzzimmer


  • Autor: Romer, Anna
    Titel: Das Rosenholzzimmer
    Originaltitel: Thornwood House
    Verlag: Goldmann
    Erschienen: 18. Juli 2016
    ISBN 10: 3442484421
    ISBN 13: 978-3442484423
    Seiten: 576
    Einband: Taschenbuch
    Serie: -----
    Preis: 9,99 Euro


    Inhaltsangabe:
    Von ihrem Exfreund Tony erbt Audrey ein verlassenes Herrenhaus in Queensland. In einem Zimmer entdeckt sie die Fotografie eines Mannes, der sofort eine ungeheuere Anziehungskraft auf sie ausübt. Es handelt sich um Samuel Riordan, dem Großvater von Tony, der beschuldigt wurde, eine junge Frau ermordet zu haben. Doch Audrey kann das nicht glauben und möchte seine Unschuld beweisen. Bei ihren Nachforschungen findet sie heraus, dass der wahre Täter noch leben muß und bringt sich somit selber in Lebensgefahr.....


    Meine Meinung:
    Wow, was für eine Geschichte! Gut, dass ich dieses Wochenende soviel Zeit zum Lesen hatte, denn die Geschichte hat eine absolute Sogwirkung, man kann das Buch nicht mehr weglegen, bis man am Ende angelangt ist.
    Bereits der Prolog beginnt sehr spannend, was sich aber im Laufe der Geschichte stetig steigert und einem bis zum Schluß die Luft anhalten läßt.
    Audrey ist eine sympathische junge Frau, die sich natürlich wundert, warum sie von ihrem ehemaligen Freund Thornwood House geerbt hat, was ja ursprünglich seinem Großvater gehörte. Während ihrer gemeinsamen Zeit hat Tony nie etwas über seine Familie erzählt.
    Aber so wie es aussieht, sollte wohl Audrey eine Verbindung mit dem Haus bekommen, denn es gelingt ihr wirklich meisterhaft, die Geheimnisse Stück für Stück aufzulösen. Hilfreich sind hier viele Briefe und Tagebucheinträge.
    Die gemeinsame Tochter Bronwyn ist ebenfalls ein sehr netter Teenager und auch die weiteren Protagonisten, die im Laufe der Geschichte hinzukommen sind alle sehr authentisch.
    Ich lese ja viele Familiengeheimnisse, weil mich das einfach begeistert, aber diese Geschichte hat mich besonders erreicht, denn durch Audreys Träume und Visionen habe ich zuerst in eine ganz andere Richtung gedacht. Die Autorin versteht es auch, den Leser in die Irre zu führen, was die Geschichte natürlich nur umso spannender für mich machte.
    Zuviel mag ich über den Inhalt aber gar nicht verraten, dass würde dem Leser nur die Spannung nehmen und es gibt hier wirklich ungeheueres und zum Teil auch mystisches zu entdecken.

    In Rückblicken erzählt uns Anna Romer die Geschichte von Aylish und Samuel, die mich ebenfalls sehr berührt hat.


    Der Schreibstil von Anna Romer ist wunderbar flüssig und bildhaft, ich konnte mir Thornwood House, die Zimmer, die ganze Umgebung und die australische Landschaft wunderbar vorstellen und so richtig in der Geschichte versinken.


    Für mich mit eines der besten Familiengeheimnisse, die ich gelesen habe und ich freue mich sehr, dass es von der Autorin bereits ein neues Buch gibt. Wenn mir dieses auch so gut gefällt, habe ich eine weitere neue Lieblingsautorin.


    Veröffentlicht am:
    23.07.17


    LG Karin


  • Meine Meinung:


    Audreys Ex-Freund Tony ist gestorben und hinterläßt ihr und der gemeinsamen Tochter Bronwyn ein Haus in Queensland, was ziemlich abgeschieden liegt. Erst will Audrey das Haus verkaufen, doch als sie es sieht kommt das nicht mehr wirklich in Frage. Bronwyn ist deswegen auch total aus dem Häuschen, denn für sie ist es eine Verbindung zu ihrem Vater. Besonders das Rosenholzzimmer hat es Audrey angetan, dort hängt auch ein Bild von Tonys Großvater Samuel drin, der angeblich eine Frau erschlagen hat, doch das kann sie sich so gar nicht vorstellen. Als sie dann ein Tagebuch findet und Briefe ist Audrey noch mehr in der Vergangenheit gefangen und gerät in große Gefahr, genauso wie Bronwyn.


    Mit Audrey konnte ich irgendwann leider nicht mehr viel anfangen, sie wiederholt sich, gerade in Bezug auf das Thema Beziehungen immer wieder und ihre vorschnellen Urteile sind echt unmöglich, außerdem hätte ich ihr im Umgang mit Brownwyn echt mehr Fingerspitzengefühl zugetraut. Bronwyn ist allerdings auch recht kompliziert, gerade am Anfang erlaubt sie sich etwas, was einfach unnötig war. Richtig sympathisch waren mir Hobe, Corey und Danny. Hobe ist wirklich ein bemerkenswerter Mann und ich finde er ist viel zu oft ungerecht behandelt worden. Corey ist eine tolle Freundin, redet viel, ist offen und herzlich und Danny hat eine tolle Ausstrahlung und ist immer für die Menschen da, die ihm wichtig sind.


    Die Geschichte beinhaltet eigentlich drei verschiedene Geschichten, die allerdings auch alle was gemeinsam haben und am Ende werden die ganzen Stränge dann auch zusammengeführt und aufgelöst. Die erste Zeitlinie spielt vor, während und kurz nach dem zweiten Weltkrieg. In dieser geht es hauptsächlich um Samuel und Aylish. Dann kommen die Achtziger, besonders 1986 ist da sehr präsent, denn dort hat Glenda ihr Tagebuch geführt, das Audrey irgendwann liest. Und dann kommen halt die Jahre 2005/2006, in denen es um Audrey und Bronwyn geht. In allen Zeiten gibt es tragische Momente und es ist auch richtig spannend, vor allem das Tagebuch von Glenda war ziemlich aufschlußreich, aber auch recht aufwühlend. Wer der Täter ist kann man schon recht früh erahnen und es ist einfach unfassbar, das ihm nie jemand auf die Schliche gekommen ist. Am Ende kam mir das mit Danny übrigens viel zu kurz und auch Hobe ist dann irgendwie untergegangen, obwohl es da etwas gab, was ich gerne noch mitbekommen hätte.


    Veröffentlicht am: 01.08.2017

  • Audrey Kepler erbt nach dem Tod ihres Ex-Freundes Tony dessen Elternhaus Thornwood House in Queensland. Da sie und Tony schon seit Jahren getrennt waren, will sie es zuerst nicht haben und fährt mit ihrer elfjährigen Tochter Bronwyn dorthin, um eine Bestandsaufnahme für den Verkauf zu machen. Aber dann ist sie fasziniert von dem alten Landhaus und seinem verwunschenen Garten. Außerdem hofft sie, hier mehr über Tony zu erfahren, denn anscheinend hatte er viele Geheimnisse, die seine Familien betreffen. Audrey findet in einem Zimmer in Thornwood House eine alte Fotografie von Tonys Großvater, Samuel Riardon. Von ihrer neuen Bekannten Corey erfährt sie, dass er kurz nach Ende des zweiten Weltkrieges beschuldigt wurde, eine junge Frau ermordet zu haben. Aber aus irgendeinem Grund kann Audrey das nicht glauben und stellt eigene Recherchen über die Vergangenheit und Tonys Familie an. Als sie dann einen Stapel alter Briefe findet, scheint sich ihr Verdacht zu bestätigen, dass der wahre Mörder noch lebt. Mit ihrer Neugier bringt sie allerdings nicht nur sich selbst in große Gefahr.


    "Das Rosenholz Zimmer" ist der erste Roman von Anna Romer und ich muss sagen, er hat mir besser gefallen als ihr zweites Buch.

    Die gesamte Geschichte ist sehr gut konstruiert und von Anfang bis Ende schlüssig durchdacht. Nach und nach setzen sich die Puzzleteile zusammen und am Ende wird deutlich, wie übel das Schicksal einer Familie über Generationen mitgespielt hat.


    Der größte Teil der Handlung spielt in der Gegenwart und wir erleben mit, wie Audrey nach und nach immer tiefer in die Familiengeschichte ihres Ex-Freundes verstrickt wird.

    Durch die Briefe aus der Zeit der Vierziger Jahre sowie die Tagebucheinträge aus den Achtzigern gibt es auch Teile, die in der Vergangenheit spielen.

    Es gibt überraschende Wendungen und wenn man denkt, so, jetzt haben wir des Rätsels Lösung, geht es wieder in eine andere Richtung.


    Die Autorin beschreibt auch immer wieder anschaulich und liebevoll die australische Landschaft, die Pflanzen- und Tierwelt. Sicher hätte das Buch auch in einem anderen Land spielen können, aber ich glaube, das wäre nicht dasselbe gewesen. Der Geschichte würde etwas von ihrem Zauber fehlen, ohne die Glockenvögel, die Wippflöter oder die Dollarvögel.


    Fazit: Eine spannende, emotionale Familiengeschichte über mehrere Generationen, deren Jahrzehnte alte Geheimnisse sich bis heute auf die Gegenwart auswirken.


    Veröffentlicht am: 12.06.2019