Müssen Charaktere sympathisch sein?!

  • Wie ist das bei Euch?! Müssen die Charaktere, also zumindest die Hauptpersonen sympathisch sein oder ist Euch das egal?!


    Ich habe jetzt schon oft gemerkt, das ich ein Buch gar nicht richtig genießen kann, wenn mich der Hauptcharakter nervt, er sich gegenüber anderen permanent mies aufführt oder ich die Handlungen von ihm so gar nicht nachvollziehen kann. Nebencharaktere ok, aber bei der Hauptperson gefällt mir das überhaupt nicht, darum mochte ich z.B. auch "Die Tribute von Panem" nicht. Ich habe nichts gegen Ecken und Kanten und es ist auch ok, wenn sich ein Charakter mal daneben benimmt oder etwas tut was seltsam anmutet, aber wenn das permanent passiert oder es so gar keine Weiterentwicklung gibt dann macht mir das lesen irgendwie keinen richtigen Spaß.

  • Im Grunde ja!!!!


    Aber ich hatte jetzt das Buch "Rain" gelesen, da war die Protagonistin auch total nervig, trotzdem hat mir das Buch gut gefallen, weil die Story einfach klasse war

    Lesende Grüße von Nyx

    Nyx (griech. Νύξ) ist in der griechischen Mythologie die Göttin und Personifikation der Nacht. Laut Homer fürchtete sich selbst Zeus vor der Nacht.

  • Ich sag mal jein. Dass kein Charakter perfekt ist ist klar. Dass Charaktere Ecken und Kanten hat auch und das einen vermutlich nicht alles an einem Charakter gefällt ebenfalls.


    Nerven darf er oder sie natürlich nicht und er oder sie darf auch nicht permanent rumzicken oder unsympatisch sein. Mir ist einfach wichtig, dass es zum Buch passt und mich überzeugen kann.


    Bei Katniss sehe ich es ähnlich wie du, Deanna. Ich wurde nicht warm mit ihr, mochte sie nicht und deswegen das Buch auch nicht. Ich bin der festen Überzeugung, wenn die Autorin ein paar Sachen abgeändert hat und Katniss ganz anders gewesen wäre, hätte ich es durchaus mögen können trotz der Düsternis, denn es liegt nicht an der Düsternis der Reihe sondern am Charakter.


    Anderes Beispiel: Das Juwel von Amy Ewing. Die Welt ist auch düster und brutal, aber ich mag die meisten Charaktere und Violet. Deswegen mag ich auch die Reihe. Die Idee, Umsetzung und Charaktere konnten mich überzeugen und ich fand sie sogar gut. Trotz der Düsternis.


    Noch ein anderes Beispiel: Marie Lu - Young Elites. Adelina ist ähnlich düster wie Katniss, geht aber ganz anders damit um. Sie ist mitfühlend und versucht das richtige zu tun. Sie konnte mich nicht immer ganz überzeugen, aber ich mochte sie. Sie tat mir auch oft einfach leid. Das Buch war ebenfalls düster, aber die Welt hatte was.


    Es geht also nicht darum ob die Person im Buch durchweg gut oder böse ist, durchweg weiß was sie will oder total unentschlossen ist. Diese Faktoren müssen nur so dargestellt sein, dass ich überzeugt werden kann und verstehen kann was da passiert.


    Also jein. Theoretisch muss ich die Person schon mögen um die Reihe zu mögen, aber es gibt auch immer wieder Reihen wo ich die Hauptperson nicht so mag oder mich erst spät mit ihr anfreunden konnte und dennoch fand ich das Buch toll.


    So war es auch bei Syke mit Colleen Hoovers Hope forever. So richtig warm wurde ich nicht mit ihr. Erst später wurde sie mir sympatischer. Ich habe aber die ganze Zeit das Buch geliebt, weil ich Sky jetzt auch nicht super unsympatisch fand, aber dafür habe ich Dean geliebt und er hat die Reihe zu was besonderen gemacht. Aber auch ihr Schreibstil ist unglaublich gut.


    Dann erinnere ich mich an die Raven Boys von Maggie Stiefvater. Die Reihe liegt mir nicht wirklich. Dennoch lese ich sie weiter und manches mag ich auch. Und ich liebe Gansey. Allein wegen ihm les ich weiter, auch wenn ich Blue, die erzählt, nicht so mag.


    Es ist also von Buch von Buch unterschiedlich. Ich hoffe ihr versteht was ich meine. Ich muss den Hauptcharakter nicht immer mögen solange mich der Rest überzeugen kann, aber es wäre natürlich schon besser.


    So, das war jetzt lang, aber auch keine leicht zu beantwortende Frage.

  • Es gibt schon Figuren die mich in den Büchern wahnsinnig nerven und ich dann schon einmal ein Buch abbrechen kann. Ein bisschen sympathie muss schon da sein.