Obermeier, Manuela: Verletzung


  • Autor: Obermeier, Manuela
    Titel: Verletzung
    Verlag: Ullstein
    Erschienen: 12.2.2016
    ASIN: B00WWNPYL8
    Seiten: 443
    Einband: Ebook
    Serie: Antonia Stieglitz I
    Preis: 8.99€

    Inhaltsangabe:

    Sie will nicht gesehen werden. Sie will nicht gefunden werden. Hauptkommissarin Toni Stieglitz hat sich gerade von ihrem Freund Mike getrennt. Niemand darf wissen, wo sie jetzt wohnt. Denn Mike, selbst Polizist, schlägt sie. Ihre Kollegen sollen nichts davon erfahren. Zu sehr schämt Toni sich. Jetzt aber setzt sie sich endlich zur Wehr. Zur gleichen Zeit beginnt eine Mordserie in München. Mehrere Frauen werden brutal umgebracht. Toni jagt den Mörder, doch bald wird sie von ihrer Vergangenheit eingeholt. Wer ist der Schatten, der nachts immer wieder auftaucht und sie verfolgt? Der Mörder? Oder ihr Exfreund Mike?
    Quelle: Ullstein Verlag


    Meine Meinung:
    Verletzung!


    Die Protagonistin ist eine Kripobeamtin bei der Polizei in München.
    Im Berufsleben ist sie einsame Spitze, doch im privaten Bereich wird sie ziemlich verletzlich dargestellt. Es gibt einen Ex der sie ständig geschlagen und tyrannisiert hat und nun stalkt. Sie hat Angst vor ihm, wodurch ihre Arbeit so derart darunter leidet, das ihr Verhalten untragbar wird...


    Während sie nach einem extrem schlimmen Vorfall mit ihrem Exfreund einen Neuanfang beginnen möchte, wird in ihrem Viertel eine tote Frau am Fuße einer Kirche gefunden.
    Als dann eine zweite Leiche auftaucht waren mir und Toni schnell klar, dass es sich um einen Serienkiller handeln könnte und was die Verbindung sein könnte, auch wenn diese ziemlich fadenscheinig und kaum glaubhaft zu sein scheint.
    Wenn sie privat nicht so auf der Hut gewesen wäre und hätte sie in gewisse Situationen nicht zu viel hineininterpretiert hätte, wäre ihr Standpunkt bei ihrem Vorgesetzten auch glaubhafter durchgekommen. Tja, wenn das Wörtchen wenn nicht wäre...


    Die Story war sehr gut geschrieben, die Idee ebenfalls interessant, auch wenn es zum Schluss hin meiner Meinung nach Alles etwas zu schnell ging.
    Der Polizeifall war toll durchdacht, aber die Protagonistin und ihr Privatleben waren einfach nicht so meins. Der private Teil nahm in meinen Augen zu viel Raum ein und der Kriminalfall spielte die zweite Geige.
    Leider hat der Titel des Buches auch eher zu Tonis Privatleben gepasst, als zu dem eigentlichen Fall. Auch das Cover ist nichtssagend, wenn man bedenkt, dass die Geschichte in einer Metropole wie München spielt.


    Dieser Regionalkrimi hätte locker die volle Punktzahl bekommen können, wäre da nicht Tonis übertrieben in den Vordergrund gerücktes Privatleben gewesen.
    Ich konnte mich dadurch leider überhaupt nicht mit der Protagonistin identifizieren, da ich mich definitiv in so einer Situation anders verhalten hätte.
    Trotzdem bin ich gespannt, ob es mit Toni weitergeht und ob die Autorin sich noch etwas verbessern kann. Dann wäre es perfekt.
    Von mir erhält dieser Krimi drei von fünf Sternen.


    © 18.1.2017 Tikvas Schmökertruhe

  • Eigene Meinung:


    Eine Tote wird mitten in München vor einer Kirche gefunden. Polizistin Antonia Stieglitz, genannt Toni wird mit dem Fall betraut. Wer war die Frau und was bezweckt der Täter damit, sie in aller Öffentlichkeit wie eine Puppe zu drapieren?
    Nach außen gibt Toni die taffe Polizistin, aber niemand weiß, wie es wirklich aussieht. Seit vier Wochen wohnt sie in einer kleinen Pension und versteckt sich dort vor ihrem Ex-Freund Mike, der sie jahrelang geschlagen hat. Das Schlimme ist: Mike ist selbst Polizist und wiegt sich damit in Sicherheit, denn Toni ist überzeugt, dass niemand ihr glauben und keiner seiner Kollegen gegen ihn ermitteln würde.
    Dann passiert ein weiterer Mord. Außerdem ist Toni überzeugt, dass jemand sie verfolgt. Aber ist es Mike? Oder ist sie dem Täter zu dicht auf der Spur?


    "Verletzung" ist Manuela Obermeiers erster Krimi. Der Schreibstil hat mir gefallen, er ist flüssig und bildhaft und es gelingt der Autorin zwischendurch auch immer mal wieder die Spannung aufrecht zu erhalten.
    Viele Überraschungen gab es für mich allerdings nicht. Aber es ist natürlich auch schwer, in diesem Genre was komplett neu zu erfinden. Die Autorin ist selbst Polizistin und schreibt in der Danksagung, dass sie manche Dinge, die normalerweise in der Ermittlungsarbeit anders laufen, zu Gunsten der Dramaturgie geändert hat. Vielleicht hätte sie das nicht tun sollen, dann wäre die Geschichte vielleicht realistischer geworden. Und nicht so wie viele andere Krimis.


    Aber da es ein Erstling ist, würde ich der Autorin noch mal eine Chance geben, wenn es einen zweiten Fall für Toni geben würde.


    Veröffentlicht am 20.01.17