Zevin, Gabrielle: Bitterzart

    • Offizieller Beitrag


    Autor: Gabrielle Zevin
    Titel: Bitterzart
    Originaltitel: Birthright 1: All these things that I've done
    Verlag: FJB
    Erschienen: 25.04.2013
    ISBN 10: 384142130X
    ISBN 13: 978-3841421302
    Seiten: 544
    Einband: Gebunden
    Serie: Birthright - Band 1
    Preis: 16,99


    Inhaltsangabe:



    Meine Meinung:


    Die Geschichte wird aus der Ich-Perspektive von der Protagonistin Anya Balanchine erzählt. In einer Art und Weise, wie ich sie bisher noch nicht kannte. Sie erzählt in einer Form der Vergangenheit, ihre Geschichte. Das hat mir sehr gut gefallen, gerade so Redewendungen wie "Ich verzichte hier näher darauf einzu gehen, weil ..." - das war mal eine erfrischende Erzählweise.


    Anya ist die Tochter des ermordeten Clanchefs der Balanchines. Ihn hat sie immer geliebt, dies geht auch aus vielen Teilen des Buches hervor. Sie hat noch immer ein Problem damit, dass nie heraus gefunden wurde, wer ihren Vater umgebracht hatte.
    Auch ihre Mutter wurde ermordet - man dachte, ihr Vater sei im verunglückten Wagen. Mit dabei Anyas älterer Bruder, der zwar überlebte, aber wohl immer einen Schaden von dem Unfall davon tragen würde.
    Außerdem hat sie noch eine jüngere Schwester und eine kranke, bettlägigere Oma. Anya schmeißt alles und fühlt sich für ihre Geschwister verantwortlich. Sie kommt oftmals recht unnahbar, ja sogar kaltherzig vor, aber dies ist sie keinesfalls. Schwäche will sie keinesfalls zeigen, so hat sie es bereits von ihrem Vater gelernt.


    Und dann verliebt sie sich ausgerechnet in den Sohn des Staatsanwalts, der den kriminellen Machenschaften New Yorks den Kampf angesagt hat. Das diese Verbindeung alles andere als unter einem guten Stern steht, ist auch Anya klar.


    Diue Geschichte hat mir wirklich gut gefallen, eine Zeit, in der Schokolade verboten ist, ebenso wie Kaffee und einiges mehr - auch Bücher gibt es aufgrund der Papierknappheit nur noch in digitaler Form. Es kam zwar wenig Mafia-Atmosphäre auf, auch blieb die Liebesgeschichte von Win und Anya recht flach, aber ich fand es spannend und es gab immer wieder Wendungen, die letztendlich dazu führen, dass ich mir wohl auch den zweiten Band besorgen und lesen werde.


    Fazit:
    "Bitterzart" ist eine tolle Zukunftsgeschichte - allerdings für mich keine wirkliche Dystopie, da ich so eine Zukunft durchaus als vorstellbar erachte. Für den zweiten Band wünsche ich mir allerdings ein bisschen mehr Tiefe - auch für die Protagonisten. Die angepriesene Liebesgeschichte a la "Romeo und Julia" blieb meines Erachtens noch etwas auf der Strecke.


    Veröffentlicht am: 26.05.2015

    Lesende Grüße von Nyx

    Nyx (griech. Νύξ) ist in der griechischen Mythologie die Göttin und Personifikation der Nacht. Laut Homer fürchtete sich selbst Zeus vor der Nacht.


    :lesen-buch47: ****zuletzt ********** aktuell ********** als nächstes :lesen-buch47:

    ***
    ***

  • Meine Meinung:
    Richtig, oder Falsch?
    Gut, oder Böse?
    Gerecht, oder Ungerecht?


    Anya Balanchine ist siebzehn und wurde in eine Mafia-Familie hineingeboren. Ihr Vater war sozusagen der „Boss“. Mit diesem Familienzweig möchte sie allerdings nicht wirklich was zu tun haben.
    Da sie jedoch sehr früh Waise wurde, ihre Großmutter mittlerweile nicht mehr für sie sorgen kann, ist sie für ihre kleine Schwester und ihren großen geistig behinderten Bruder verantwortlich.
    Dadurch bleibt es nicht aus, dass sie ab und an Hilfe ihrer „Familie“ in Anspruch nimmt… Somit lastet ihr "Erbe" trotzdem auf ihr, und überall wo sie hinkommt, eilt ihr der Name „Balanchine“ voraus. Dadurch hatte sie es nie irgendwo leicht.
    Als sie sich auch noch mit einem neuen Schüler ihrer Schule anfreundet, dessen Vater angehender Staatsanwalt für New York werden möchte, gerät sie unwissentlich in einen Machtkampf, den sie selbst nicht gewählt hat und niemals haben wollte.
    Wins Vater passt dessen Freundschaft zu einer Mafiatochter nicht und greift zu ungewöhnlichen Mitteln, die Anya unbewusst immer mehr in die Fußstapfen ihres Vaters drängen…


    Die Autorin erzählte mir Anyas Geschichte so treffend und real, als würde mir die Protagonistin selbst ihre Lebensgeschichte erzählen. Die Geschichte liest sich zum Teil auch, als würde Anya Tagebuch in Form eines Romans führen. Dadurch sind natürlich sogenannte Randbemerkungen zwischendrin auch enthalten. Aber trotzdem las es sich wie ein Roman. Phantastisch!!!
    Ich bin von dieser Erzählweise für ein Jugendbuch total begeistert.


    Dass das Jugendbuch auch eine Art Dystopie ist, merkte ich eigentlich nur am Rande. Zwischendurch gab es vereinzelt Hinweise dazu, aber nicht explizit, worauf speziell eingegangen wurde. Bis vielleicht auf die Rationalisierung von Wasser, der Sperrstunde und dem Verbot von Schokoladen- und Kaffeebesitz. Und um die Balanchine-Schokolade geht es in dieser Trilogie ja auch.


    Auch wird die Beziehung von Anyas durch ihre Mafia-Familie und Win, dem Sohn eines Staatsanwaltes etwas mit Romeo und Julia verglichen, deren Liebe auch nicht hätte sein dürfen. Doch so extrem kamen mir die Ähnlichkeiten überhaupt nicht vor und ich hatte dieses Paar beim Lesen eigentlich nie im Hinterkopf.


    Sehr angetan war ich von den Wendungen, die sich durch den gesamten Roman zogen. Nicht immer ersichtlich und für manche Leser nicht immer nachvollziehbar, passierten Dinge mit und ohne Anyas Zutun, was die Spannung immer mehr steigerte. Und so hat sich der Jugendroman im Laufe der Geschichte äußerst gewaltig gesteigert was die Thematik und die Spannung betrifft.


    Fazit:
    Ich bin überwältigt von diesem Auftakt!
    Nun bin ich sehr gespannt, wie es mit Anya Balanchine weitergeht und welche gewagten Entscheidungen sie noch treffen wird.
    Somit verbleibe ich bei diesem genialen Roman bei fünf von fünf Sternen.


    Birthright-Trilogie:
    1. Bitterzart
    2. Edelherb
    3. Extradunkel


    © Tikvas Schmökertruhe 6.1.2016