Sturmtöchter: Seite 294 - Ende


  • Zitat

    Australien, 1945: Als die junge Ginger beginnt, für den Maler Rupert Partridge als Aktmodell zu arbeiten, ändert sich ihr Leben schlagartig. Im Herrenhaus des Künstlers wird sie zu seiner großen Inspiration. Doch dann wird Ruperts Tochter tot in den Wäldern gefunden. Alle verurteilen den Maler als Mörder. Gingers Leben als bewunderte Muse ist vorbei. Jahrzehnte später will Ruperts Enkelin Elizabeth herausfinden, was damals wirklich geschah. Sie reist zu dem vernachlässigten Haus ihres Großvaters, um mehr über die faszinierende alte Frau zu erfahren. Doch Ginger ist abweisend. Fragen zur Familiengeschichte weicht sie aus. Elizabeth ist entschlossen, Gingers Vertrauen zu gewinnen. Als sie erkennt, was sie beide verbindet, ist es fast schon zu spät.


    Quelle: Amazon.de

  • Panther?! Ein Panther hat Shalimar das angetan?! Wie soll man denn darauf kommen, wenn die nie erwähnt werden?! Und das keiner deswegen was gesagt hat ist doch unglaublich, Mrs. Sharp kann doch nicht so eine Macht gehabt haben und selbst wenn, der würde ich was erzählen, da hätte doch jederzeit wieder was passieren können. Das Rupert dann alles auf sich genommen hat ist doch auch unfassbar, aber er hatte wahrscheinlich wirklich keine Lust mehr zu leben, obwohl ja noch Lois da war, die ja nun tatsächlich von Ginger ist.


    Also ich finde das Ende echt seltsam und die Charaktere sind mir alle so unsympathisch. Und Rupert hat echt Aktfotos von seiner Tochter gemacht, das man da verstört ist kann ich nur zu gut verstehen wenn man die das erste Mal sieht, aber das sie dann so eine Verkettung in Gang bringt hätte wahrscheinlich keiner gedacht.


    Das Lois Ginger so vehement abgelehnt hat habe ich aber auch nicht so ganz verstanden, klar, hätte Ginger sie später zu sich holen können, aber wäre das überhaupt gegangen?! Wie hätte sie beweisen sollen das sie ihre Tochter ist und nicht die von Doris?! Und das Lois sie nicht sofort behalten hat und mit ihr weggegangen ist hatte sicher auch einiges mit Geld zu tun und außerdem war Ginger sechzehn und unverheiratet, das waren damals ja noch andere Zeiten. Für mich hat hier eindeutig Rupert versagt und das alle anderen einfach nur zugeschaut haben wie Doris sich das Kind einer anderen nimmt fand ich auch einfach erbärmlich. Vor allem weil dann auch noch jeder auf Ginger rumgehackt hat.


    Ich weiß irgendwie gar nicht wie ich das Buch einschätzen soll, es war teilweise echt verstörend und mit der Auflösung bin ich auch nicht wirklich zufrieden.

  • Mir gefällt das Ende auch überhaupt nicht. Das mit dem Panther ist so an den Haaren herbeigezogen, anscheinend hatte die Autorin selber keine Idee, wie sie die alles entscheidende Frage lösen sollte.
    Ich kann ja verstehen, dass Mrs. Sharp Mitleid mit den Tieren hatte, aber es wurde ein Kind getötet und wie Du auch sagst Deanna, es hätte jederzeit einen anderen Menschen erwischen können. Das kann ich auch überhaupt nicht nachvollziehen.
    Auch Ruperts Entscheidung verstehe ich überhaupt nicht, es war seine über alles geliebte Tochter, die hier ums Leben kam. Aber seit er vom Krieg zurück war, war er je nur noch ein Schatten seiner selbst. Ich denke auch, dass er nicht mehr weiterleben wollte und somit das Geständnis abgelegt hat. In seinen Augen, war er ja wirklich Schuld, weil durch seine Bilder der Streit mit Doris zustande kam und Shalimar deswegen davongelaufen ist.
    Rupert war für mich auch krank, wer macht den solch erotische Nacktaufnahmen von seiner Tochter?


    Aber es war alles irgendwie haarsträubend. Ginger möchte noch im Tod fotografiert werden und Elizabeth macht es natürlich und auch noch nackt, wenn ich das richtig verstanden habe.


    Lois fand ich auch sehr hart. Sie hatte sicher kein schönes Leben und wurde in den ganzen Pflegefamilien nicht geliebt, aber Ginger hatte damals ja wirklich keine andere Wahl.
    Und später dachte sie ja, Lois wäre glücklich in einer Pflegefamilie und wollte sie da nicht herausreißen. Aber wenigstens haben sie sich zum Schluß doch noch versöhnt.


    Ich glaube, das war das düsterste Familiengeheimnis, das ich je gelesen habe.


    LG Karin

  • Ich habe da am Ende echt mehr erwartet, aber das mit den Panthern war irgendwie total unnötig. Da hätte ich es eher verstanden, wenn Dolly es war, weil sie eifersüchtig auf Shalimar war und weil die ja noch so jung war hat sich Rupert geopfert, weil es ja die Tochter seines Vaters war und weil er eh keinen Sinn mehr im weiterleben sah, auch wenn er ja noch Lois gehabt hat.


    Ja, Elizabeth hat Ginger nackt fotografiert am Ende. Für Elizabeth war das sicher eine große Ehre, aber ich hätte das jetzt nicht unbedingt in allen Einzelheiten lesen müssen, da bin ich dann wohl zu empfindlich für, bzw. finde ich so einen Moment auch sehr intim, weil Elizabeth ja auch nochmal über den Körper gestrichen ist mit ihrer Hand.


    Nur schade, das Lois auch ihre Tochter mt in diesen ganzen Zwist gezogen hat, sie hat sie ja bis zur Geburt von Rupert nicht mehr sehen und sprechen wollen. Und für mich war das ja auch eher eine Ausrede, als sie meinte, Ginger sei Schuld, das sie Elizabeth nicht richtig mit Muttergefühlen überschüttet hat, weil sie es nie kennengelernt hat. Es gibt ja wohl genug Beispiele, wo die Mütter und auch Väter besonders in ihrer Elternrolle aufgehen, weil sie halt nicht so sein wollen wie ihre eigenen Eltern und ihren Kindern halt ein besseres Leben bieten wollen.

  • Genau, Du sagst es Deanna, jeder hat sein Leben selbst in der Hand. Und wenn man als Kind nicht geliebt wurde, würde ich auch eher sagen, geben ich meinem eigenen Kind umso mehr Liebe.
    Aber diese Stimmung zog sich irgendwie durch das ganze Buch. Die ganzen Charaktere wirkten so kalt auf mich.


    Dolly hätte ich mir auch als Mörderin vorstellen können. Auch Ginger hätte es sein können, Shalimar hat sie ja wirklich sehr oft und sehr heftig gereizt. Eigentlich hätte jeder eine Motiv haben können. Daher fand ich ja den Schluß ziemlich einfallslos. Außer den Krähen sind ja keinerlei Tiere vorgekommen.


    LG Karin

  • Ich habe auch irgendwie keinen Charakter sympathisch gefunden, außer vielleicht noch James, aber der war ja auch plötzlich irgendwie verschwunden und wurde überhaupt nicht mehr erwähnt.


    Es gab ja diesen Zeitungsausschnitt, der aus dem Museum verschwunden ist und da hatte ich schon gedacht, da steht jetzt sicher was total interessantes drin, weil Patrick ja Nick auch nichts darüber erzählen wollte, aber das es dabei um Panther ging und zwei Amerikaner, die das Anwesen besucht hatten, da wäre ich nie drauf gekommen. Aber ich verstehe auch nicht das die Bewohner von Mount Bellwood, die ja anscheinend was geahnt haben, nichts gesagt haben, wieso verheimlicht man sowas jahrelang, wieso riskiert man noch mehr Tote?!


    Und wieso meinten die eigentlich alle, die Panther würden nicht mehr in dem Wald leben, ich meine Elizabeth hat doch diese blutigen Innereien gefunden, die von dem Ast hingen und es war ja anscheinend jemand vor dem Haus, als sie da drin war. Das sind alles so Sachen, die irgendwie überhaupt keinen Sinn ergeben.

  • Stimmt, Du hast recht, das ist alles überhaupt nicht durchdacht.
    Auch Dolly wurde nicht mehr erwähnt. Aber ich denke, sie hat wahrscheinlich Elizabeth´s Vorschlag angenommen, das Haus ihrer Mutter wieder zu erneuern und den Kindern die Landschaft näher zu bringen.


    LG Karin