Meyer, Kai: Arkadien brennt


  • Autor: Kai Meyer
    Titel: Arkadien brennt
    Originaltitel: Arkadien brennt
    Verlag: Piper
    Erschienen: Februar 2013
    ISBN-10: 3492267890
    ISBN-13: 978-3551312105
    Seiten: 416
    Einband: HC
    Preis: 9,90


    Zusammenfassung:


    Rosa Alcantara hat die Führung ihres Mafiaclans übernommen, doch im Grunde weiß sie nicht, was sie eigentlich tun soll. Sie fliegt nach New York um mehr über die Organisation TABULA herauszufinden. Auch erhofft sie sich Antworten von ihrer Mutter über ihren verstorbenen Vater. Alessandro hat sie gewarnt, doch sie kann es nicht lassen, alle macht sie sich auf dem Weg zu einem Nachtlokal der Carnevares und gerät natürlich zwischen die Fronten. Im Central Park wird sie gemeinsam mit anderen Kindern gejagt. Rosa hat ihre Verwandlungen noch nicht so richtig im Griff, doch da bekommt sie unterwartete Hilfe.


    Wieder auf Sizilien erreicht sie ein Video auf dem Alessandro zu sehen ist. Es ist die Party auf der Rosa vergewaltigt wurde, außerdem führen Spuren zu ihrem Vater, der doch eigentlich tot ist…


    Mein Fazit:


    Der Jugendfantasyroman „Arkadien“ brennt ist der zweite Band der „Arkadien-Reihe“ des Autors Kai Meyers. Ich habe mit sehr gemischten Gefühlen zu lesen begonnen. Wer meine Rezension zum ersten Band gelesen hatte, wird dies verstehen. Um es gleich mal vorweg zu nehmen, den zweiten Band fand ich eindeutig besser. Allerdings konnte ich mich genauso wenig mit dem Buch identifizieren, wie mit dem ersten Band. Die Gründe dafür sind wahrscheinlich noch weniger verständlich, da ich sie irgendwie nicht klar definieren kann.


    Die Charaktere der Protagonisten sind diesmal weitaus besser gelungen. Sie nehmen allmählich wirklich Gestalt an und ich konnte mir einigermaßen etwas unter ihnen vorstellen und begann ihre Handlungen nachzuvollziehen. Sympathischer sind sie mir dadurch allerdings nicht wirklich geworden, obwohl sich die Waage zwischen Rosa und Alessandro nun eher zu Rosa neigt. Rosa ist frech, eigensinnig und alles in allem immer noch eine recht hilflose Schachfigur in mitten der Mafiaclane. Die beiden Charaktere entwickeln sich in diesem Teil weiter und werden vertieft. Doch bleiben sie mir beide fremd, wobei Rosa eindeutig die Hauptrolle in diesem Band spielt. Alessandro wird eigentlich total in den Hintergrund gedrängt. Einige neue Figuren kommen hinzu, die bleiben allerdings flach und man lernt sie nicht wirklich kennen. Sie verlieren sich leider wieder schnell in Klischees und Sterotypen und wandeln irgendwie durch die Handlung. Sie sind nicht wirklich greifbar und es findet auch kaum eine Entwicklung statt.


    Die Story ist dicht hat im Gegensatz zum ersten Band kaum Längen, es gibt unerwartete Wendungen, manche Situationen aus dem ersten Band werden jetzt verständlicher. Allerdings bleibt immer noch viel offen, viele Fragen unbeantwortet. Aber da kann man ja auf den dritten Teil hoffen. Eigentlich habe ich gleich auf eine Lösung des Cliffhangers am Ende des ersten Buches gehofft. Es wäre schon interessant gewesen, mehr über die mysteriösen Skulpturen auf dem Meeresgrund zu erfahren. Doch alles bleibt nach wie vor lose und offen. Erst viel später wird dieser Handlungsstrang wieder aufgenommen.


    Der zweite Teil hat anfangs ein hohes Tempo und ist auch spannungsgeladener, doch dann flaut es ziemlich ab und fängt auch an sich etwas dahinzuziehen. Fragen werden eigentlich nur wenige beantwortet. Ich hoffe immer noch auf den dritten Teil. Irgendwie kommen immer neue Fragen dazu, auch wenn manche beantwortet werden, am Ende hatte ich noch mehr das Gefühl eigentlich nichts erfahren zu haben.


    Sein Schreibstil ist wie im ersten Band sehr schön, die Sprache ist bildlich und man kann sich vor allem Sizilien sehr bildlich vorstellen. Allerdings nimmt sich der Autor auch kein Blatt vor den Mund, wenn es um Drogen, Vergewaltigung, detaillierte Beschreibungen des Tötens geht. Er ist hiebei sehr direkt und genau. Man kann dies wirklich miterleben und ein paar Mal musste ich das Buch auf die Seite legen und konnte nicht weiterlesen.


    Das Cover allerdings ist wieder sehr beeindruckend. Alles in allem konnte auch der zweite Band mich nicht überzeugen, aber er hat mich neugierig auf den dritten gemacht. Den ich jetzt gleich anschließend lesen werde.


    Veröffentlicht am 25.03.2014