Meyer, Kai: Arkadien erwacht


  • Autor: Kai Meyer
    Titel: Arkadien erwacht
    Originaltitel: Arkadien erwacht
    Verlag: Piper
    Erschienen: August 2012
    ISBN-10: 3492267882
    ISBN-13: 978-3551311474
    Seiten: 448
    Einband: HC
    Preis: 9,90


    Zusammenfassung:


    Rosa Alcantara ist 17 als sie nach Sizilien, ihrem Geburtsort zurückkehrt. Ihre ältere Schwester Zoe lebt hier bei der Schwester ihres Vaters Florinda. Rosa will ein neues Leben beginnen und die Vergangenheit in New York vergessen. Auf dem Flug trifft sie auf den ebenfalls 17jährigen Alessandro Carnevare, auch er kehrt nach Hause zurück, da sein Vater gestorben ist. Beide entstammen alten sizilianischen Mafiaclans, der Cosa Nostra. Die beiden Familien sind seit Generationen verfeindet und die Bekanntschaft der beiden jungen Leute wird nicht gerne gesehen. Doch die beiden treffen sich weiterhin. Als Alessandro und Rosa mit dem Schiff Gaia auf der Insel Isola Luna, die Alessandros Familie gehört, landen, kommt es zu einem Zwischenfall…..


    Mein Fazit:


    Das Jugendbuch „Arkadien erwacht“ ist der erste Band der Arkadien-Reihe von Kai Meyer. Es war nicht das erste Buch des Autors, dass ich gelesen habe und bis jetzt hatte ich nur gute Erfahrungen gemacht.


    Die Grundidee des Autors eine Verbindung zwischen der Mafia und den Mythen des Mittelmeerraumes ist eine wunderbare und so viel mir bekannt ist, einzigartige Kombination. Bis jetzt hatte ich nur Gutes über die Reihe gehört und auch die Rezensionen waren alle mehr als positiv. Dazu kam, dass mir das letzte Buch, des Autors, das ich gelesen habe, sehr gut gefallen hat. Ich ging also mit großen Erwartungen an die Serie heran, die aber leider dann nicht erfüllt wurden. Ich habe jetzt einigen Abstand dazu gewonnen, denn gleich anschließend war ich einfach nicht fähig darüber zu schreiben. Ich musste die Reihe einfach noch ein bisschen auf mich wirken lassen, um zu ergründen, warum ich keinen Zugang dazu gefunden habe. Eigentlich hatte alles gepasst, aber es gelang mir nicht wirklich, mich in dieses Buch hineinzufinden und so total darin aufzugehen, wie es beim anderen Buch des Autors der Fall war.


    Einer der Gründe liegt sicherlich darin, dass bei uns in der Wiener Bibliothek die Reihe für 10 bis 12jährige frei gegeben wurde. Mir ist bewusst, dass der Verlag ein Alter von 14 bis 17 angegeben hat. Trotzdem ging mir immer im Kopf herum, dass diese Reihe von Kindern im Grundschulalter gelesen wird und dafür ist sie einfach nicht geeignet. Der Autor schreibt offen, über viele Dinge, die Kinder in diesem Alter sicherlich nicht verstehen können. Auch habe ich das Gefühl, dass die Kampfszenen für diese Altersgruppe einfach ungeeignet sind. Aber das ist nicht ein Fehler des Autors oder des Verlages, sondern einfach unserer Bibliothek, die eine falsche Altersangabe gemacht hat.


    Wie schon erwähnt, finde ich die Grundidee für diese Reihe, wirklich einmalig. Anfangs erschienen mir die Verbindungen zwischen den verschiedenen Motiven, der Mafia, den Gestaltenwandlern, die schlimmen Erlebnisse von Rosa und die beginnende Liebesgeschichte zwischen ihr und Alessandro auch sehr interessant. Ich bin mir immer noch nicht ganz sicher, woran es genau lag, dass ich mich mit dieser Geschichte nicht zu recht gefunden habe, aber ich werde versuchen, es zu analysieren.


    Beginnen wir mal mit den Charakteren der Protagonisten. Zumindest im ersten Band sind sie relativ flach. Ich konnte sie nicht näher kennen lernen und so mit auch keine Sympathien entwickeln. Wobei ich zugeben muss, dass ich mich – ich beziehe mich jetzt wie gesagt nur auf den ersten Band – Alessandro noch am sympathischsten fand. Mit Rosa hatte ich so meine Probleme. Sie kam mir zeitweise nicht wirklich real vor. Ich hatte Probleme ihre Handlungen nach zu vollziehen. Vieles erschien mir rätselhaft und unrealistisch. Mir ist schon klar, dass sich Rosa eigentlich auf eine Suche nach ihrem Ich begibt, nach den Wurzeln aus der Vergangenheit. Sie versucht zu sich selbst zu finden. Zeitweise hat mich der Autor auch gepackt, mit der Beschreibung ihres Schicksals, aber dann endet dieser Handlungsstrang wieder und wird nicht wirklich fortgesetzt.


    Auch der Zauber der griechischen Mythologie kam bei mir nicht so ganz an, wie ich mir das erhofft hatte.


    Obwohl mir klar war, dass es sich um eine Reihe handelt, bekam ich im ersten Band einfach zu wenig Informationen, nicht nur über die einzelnen Personen, sondern auch über die Hintergründe. Handlungsstränge beginnen und werden dann nicht fortgesetzt. Fragen über Fragen tauchen auf, wo ich keine Antwort gefunden habe. Ich verstehe schon, dass bei einer Reihe nicht alles im ersten Band aufgelöst werden kann, doch wenn zu viele Fragen aufgeworfen und nicht beantwortet werden, kann man zum Teil der Handlung nicht wirklich folgen.


    Bei allen bisher gelesen Werken von Kai Meyer war ich von seinem Schreibstil total begeistert. Sein Ideenreichtum ist wirklich fantastisch. So ja auch die Idee zu dieser Reihe. Seine Bücher haben mich immer sehr gut unterhalten, egal ob sie in einer realen oder fiktiven Welt gespielt haben.
    So dachte ich auch diesmal, obwohl er ja von seinem gewohnten Rezept abgewichen war, dass mich etwas Neues und Besonderes erwarten würde. Moment so wie es bis jetzt klingt, denkt man vielleicht, ich finde alles an diesem Buch schlecht. Aber das ist keineswegs der Fall. Teilweise hat sich diese Erwartung auch erfüllt. Das Cover ist spitze. Auch die Einführung und Beschreibung von Sizilien, passt wirklich gut zum heutigen Bild dieser Insel. Ich habe diese Insel selbst besucht und kann dies sehr gut nachvollziehen, denn die Insel ist eher unscheinbar, vorherrschend ist die Armut der Bevölkerung. Auch die Angst und das Schweigen der von der Mafia dominierten Insel hat der Autor wunderbar eingefangen.


    Es liegt auch nicht am Schreibstil, der ist auch in diesem Buch wieder sehr gut, flüssig, leicht lesbar und so wie ich es erwartet habe. Aber der Auftakt dieser Trilogie konnte mich trotzdem nicht fesseln. Gerade bei einer Serie muss mich der erste Band gefangen nehmen. Nach meiner versuchten Analyse denke ich, das mir vor allem das Fehlen eines Tiefgangs der Protagonisten und ihre sprunghaften und für mich – da ich sie ja nicht näher kennen lernen durfte – nicht nachvollziehbaren Handlungen, gefehlt haben. Die Darstellungen von Sizilien waren wunderbar, der Schreibstil ausdrucksstark, auch die Protagonisten sind so interessant, dass ihre Charakter ausbaufähig sind und ich hoffe, dass sich diese Erwartung im zweiten Band erfüllen wird, der schon hier vor mir liegt und darauf wartet gelesen zu werden.


    Veröffentlicht am 25.03.2014