Abercrombie, Joe: Feuerklingen


  • Autor: Joe Abercrombie
    Titel: Feuerklingen
    Originaltitel: Before They are Hanged
    Verlag: Heyne
    Erschienen: 1. Oktober 2007
    ISBN-10: 3453532538
    ISBN-13: 978-3453532533
    Serie: The-First-Law-Trilogie
    Seiten: 797 Seiten
    Einband: in verschiedenen Rottönen, ein Stern, ein Schwert und goldene Schrift
    Preis: 14,00 €


    Zusammenfassung:


    Das alte Königreich, das vor Jahrhunderten entstanden ist, zerfiel in einzelne Fürstentümer, die miteinander verfeindet sind. Als Stamm ist nur noch das Union-Königreich übriggeblieben. Doch noch hat sich auch der Norden unter einem König zusammengefunden und die wilden Barbaren greifen die Provinzen des Reiches. Aber auch im Süden rumort es. Es gibt eine Hexe mit magischem Nebel, einen Menschenfresser und auch einen genialen Feldherrn.


    Aber auch der Kronprinz steht unter Aufsicht von Oberst West an der Front um dem Angriff der Barbaren abzuwehren. Gemeinsam mit einer Truppe von Nordmännern überlebt der Prinz die erste Schlacht, die eine vernichtende Niederlage für die Union darstellt. Das Überleben für die restlichen Truppen ist nicht einfach, die Kälte und der Hunger spielen dabei eine Rolle, aber auch der Kronprinz, der überhaupt keine Ahnung von Kriegsführung besitzt…


    Indessen kämpft der in eine Kolonie im Süden versandte verkrüppelte Inquisitor Glokta mit der Aufklärung des Verschwindens seines Vorgängers. Doch das ist nicht sein größtes Problem, die Stadt wird von den Gurkhisen angegriffen und muss unbedingt verteidigt werden. Glokta hat keine Skrupel dabei Folter, Bestechung ja sogar Mord anzuwenden. Doch plötzlich meldet sich sein Gewissen und er empfindet Mitleid mit seinen Opfern…
    Auch die Gruppe unter dem Ersten Magi Bayaz ist aufgebrochen um die mächtigste Waffe des Reiches zu suchen. Der Weg führt unter vielen Gefahren bis zum Ende der Welt…


    Mein Fazit:


    Das Buch „Feuerklingen“ ist der zweite Band der Trilogie des Autors Joe Abercrombie. Die Erzählweise ist wieder sehr einfach, ja regelrecht karg. Der Schreibstil ist rau, teilweise ungeschliffen. Die Geschichte ist wird immer düsterer und irgendwie immer hoffnungsloser. Zeitweise hat man das Gefühl, dass die Protagonisten von den Ereignissen einfach überrollt werden. Nur ein kleiner Stups noch und sie fallen in den Abgrund. Meistens agieren sie nur noch um überleben zu können.


    Im ersten Band war der Ton eher humorvoll, im zweiten Band wird die Stimmung immer düsterer. Der Autor stellt den Krieg wie ein schmutziges Geschäft dar. Moral gibt es keine mehr. Nicht das Beste sondern nur das Nötigste wird getan. Nur das überleben ist wichtig, das wie zählt nicht mehr. Dem Leser werden menschliche Abgründe dargebracht, die immer gewaltvoller, blutiger und auch schmutziger werden. Zeitweise gewinnen die Orientierungslosigkeit und das Scheitern der Protagonisten die Oberhand.


    Der Autor versucht mit den sechs verschiedenen Erzählperspektiven zu jonglieren, was im zweiten Band auch recht gut gelingt. Die Übergänge sind flüssiger geworden und die Handlung wird schneller vorangetrieben. Die Handlung selbst ist simpel, typisch Fantasiequest. Der Autor erzählt keine neue Geschichte, aber es kommt im zweiten Band doch ein bisschen anders als man als Leser denkt. Es ist eine wilde Geschichte voller Kämpfe, Gefahren und auch ein bisschen Magie, aber es handelt vor allem von Verrat, Verlust, Neid, Missgunst, Eifersucht und Tod. Diese Art von Fantasy ist ja als Sword und Sorcery bekannt und nicht so immer mein Fall.


    Auch im zweiten Band versucht der Autor das Hauptaugenmerk auf die Charaktere der Protagonisten zu lenken. Er zeichnet diese und ihre Schicksale ausführlich auf. Und diesmal konnte ich mich mehr für seine ambivalenten Beschreibungen begeistern. Diese prägen durch ihre Eigenarten, durch ihr Handeln und Denken die Geschichte. Die vielen verschiedenen Denkweisen geben jede für sich ein eigenes Bild von dieser Fantasywelt. Jeder Protagonist zeichnet seinen eigenen subjektiv gefärbten Eindruck des Geschehens. Die Protagonisten werden durch ihre Strapazen und Verluste geprägt, Siege gibt es kaum zu verzeichnen. Der Autor versucht die Wertung der Leistungen dem Leser zu überlassen.


    Veröffentlicht am 06.01.2014