Abercrombie, Joe: Kriegsklingen


  • Autor: Joe Abercrombie
    Titel: Kriegsklingen
    Originaltitel: The Blade Itself - The First Law Book 1
    Verlag: Heyne
    Erschienen: Jänner 2007
    ISBN-10: 3453532511
    ISBN-13: 978-3453532519
    Serie: The-First-Law-Trilogie
    Seiten: 800 Seiten
    Einband: dunkelgrün in verschiedenen Schattierungen, ein Stern, ein Schwert, goldene Schrift
    Preis: 15,00



    Zusammenfassung:


    Die Geschichte beginnnt in der Hauptstadt des Union-Königreiches Adua und wird von drei Protagonisten mit sehr unterschiedlichen Charakteren.


    Der eine ist Jezal dan Luthar ein eingebildeter junger Adeliger mit einem sehr reichen Hintergrund. Sein Vater hat ihn zum Militär geschickt, damit er dort Karriere macht. Allerdings verbringt er mehr Zeit am Spieltisch und mit hochprozentigem Alkohol. Nachdem er eine gewisse Begabung für das Fechten zu haben scheint, hat er sich zum jährlichen Wettkampf des Königreiches angemeldet. Sein Ausbilder ist der Meinung, dass mehr in dem jungen Mann steckt und weckt in ihm mehr durch Worte als durch Taten den Ehrgeiz, doch zum Sieger des Turniers zu werden. Noch dazu hat er sich in die Schwester seines Vorgesetzten Collem West verliebt, doch sie ist eine Bürgerliche…


    Einer der ehemaligen Sieger des Wettkampfes, Großinquestor Glokta, der durch die Barbaren gefangenen genommen und gefoltert wurde, aber schwer behindert zurück gekehrt ist, leistet dem König als grausamer Folterknecht seine Dienste. Gnadenlos deckt er die Wahrheit über die Bestechungsversuchung und Steuerhinterziehungen des Tuchhändlers auf. Doch bald erkennt Glokta, dass er, der von seinem Selbsthass aufgefressen wird, dass er vom Erzlektor auch nur benutzt wird. Er wird in einen Krieg geschickt, dessen Aussichtslosigkeit von vorne herein feststeht…


    Der dritte im Bunde ist Logen oder besser Neunfinger ein Barbarenkrieger aus dem Norden. Er hat sein Leben lang gekämpft, geschlachtet und gemordet, nichts hat er ausgelassen. Doch nun weiß er, dass er nachdem er alle seine Kampfgenossen verloren hat, fliehen muss um weiterleben zu können. Er kann mit Geistern sprechen und als ihm jene mitteilen, dass ihn Bayaz, der Erste der Magi, sucht, macht er sich ahnungslos, welche schreckliche Abenteuer ihn erwarten werden – ihn der doch bloß noch am Leben bleiben will.


    Gemeinsam mit Bayaz und seinem Lehrling macht sich Logen auf in die Hauptstadt Adua, wo die kleine Reisegruppe nicht gerade freundlich empfangen wird. Man setzt den Großinquestor Glokta auf sie an, doch auch er kommt gegen den Ersten der Magi nicht an. Dieser wartet noch auf eine bestimmte Person, denn auch sie soll mit ihm und den anderen eine Reise antreten, eine Reise ans Ende der Welt…



    Mein Fazit:


    Das Buch „Kriegsklingen“ ist das Erstlingswerk von Joe Abercrombie und auch das erste Buch, das ich von diesem Autor gelesen habe. Seine erste Trilogie, die im Englischen einen eigenen Titel hat "The Blade Itself". Die vereinfachte Übersetzung ist nicht die beste, aber wohl den anderen Teilen angepasst. Das Buch hat fast 800 Seiten und ist in 6 unterschiedlichen Erzählperspektiven verfasst.


    Es gibt wenig Action und sehr ungenaue allerdings brutale und blutige Schlachtenbeschreibungen. Der Autor versucht seine Charakter, die von den Grundzügen her, gar nicht schlecht sind, weiterzuentwickeln, was ihm allerdings nur teilweise gelingt. Seine Protagonisten lassen sich nicht in Gut und Böse einteilen, sondern tragen von beiden Seiten etwas in sich. Dies hat mir eigentlich ganz gut gefallen. Auch seine Art die zynischen Gedankenkommentare von Inquisitor Glokta hervorzuheben sind eine Stärke dieses Buches. Abstoßend fand ich die brutale Kampfart von Neunfinger (Logan).


    Die Fantasywelt der Geschichte ist eher durchschnittlich. Es passiert nicht viel in diesem ersten Band. Der Autor führt eigentlich nur eine ganze Riege von Figuren ein. Die Geschichte selbst ist relativ geradlinig. Das generische Union-Königreich ist zwischen Spätmittelalter und Renaissance angesiedelt. Von allen Ecken und Enden droht Krieg, einerseits von den Barbaren im Norden natürlich, der leben diese anscheinend immer :). Auch diese haben einen eigenen König. Im Süden ein altes grausames Imperium, dass nach einem verlorenen Krieg auf Rache aus ist.


    Es gibt einen uralten legendären Ersten Magi, der um sich herum „heldenhafte“ Gefährten versammelt. Diese „heldenhaften“ Gefährten haben allerdings keinen strahlenden Mythos, sondern sind mit allerlei Fehlern behaftet. Geschädigt durch ihre Vergangenheit sowohl körperlich als auch seelisch stellen sich diese sehr widersprüchlich dar. Ich konnte irgendwie keinen Charakter finden, der mir wirklich sympathisch war, aber auch keinen den ich vollkommen abgelehnt habe.


    Der Schreibstil ist einfach, also leichte Kost. Es ist keine komplexe Sprache. Es gibt keine komplizierten Wörter und keine verschachtelten Sätze. Es ist alles in allem ein lockeres, leichtes und unkompliziertes schnelles Lesen des ersten Bandes gewesen (800 Seiten in einem Tag.). Da im ersten Band nicht viel passiert, wirkt die gesamte Handlung am Ende eher wie ein langer Prolog. Der Autor versucht ein bisschen mit leisen Tönen und innerer Dramatik zu spielen. Zeitweise gelingt es ihm ganz gut.


    Das Buch „Kriegsklingen“ ist sicherlich keine Geschichte die man unbedingt gelesen haben muss, aber für ein Erstlingwerk gar nicht so schlecht. Es gibt nicht wirklich einen roten Faden, der durch dieses Buch führt. Der Autor schiebt seine große Anzahl an Figuren irgendwie erstmal an die richtige Position und das ganze im gemächlichen Tempo. Die Idee das erste Kapitel „Ende“ zu nennen, fand ich recht originell, den Text dazu allerdings eher langweilig. Dadurch dass immer wieder neue Handlungsstränge beginnen, wird dem Buch einiges an Tempo genommen. Diese einzelnen Episoden nehmen sehr viel Raum ein.


    Der Autor versucht zwar die gewohnten Strukturen zu durchbrechen, das macht aber seine Geschichte sehr vorhersehbar. Seine Figuren sind zwar ungewöhnlich folgen aber gerade deswegen recht einfachen Mustern. Wie schon erwähnt dient dieser erste Band offensichtlich nur dazu diese Figuren einzuführen. Vielleicht sind dies wirklich nur notwendige Vorkehrungen für die nächsten Bände, ich werde mich überraschen lassen.


    Veröffentlicht am 06.01.2014