Martin, Ricarda: Das Lied der Lüge


  • Autor: Martin, Ricarda
    Titel: Das Lied der Lüge
    Verlag: Weltbild
    Erschienen: 2011
    ISBN 10: 3868006184
    ISBN 13: 978-3868006186
    Seiten: 731 Seiten
    Einband: Hardcover
    Preis: 9,99 Euro


    Inhaltsangabe:


    Zitat

    London, 1906: Lady Lavinia Callington leidet unter der Gefühlskälte ihres viel älteren Ehemannes Edward. Doch noch schlimmer für sie ist ihre Kinderlosigkeit. In ihrer Verzweiflung vesucht sie, sich in der Themse zu ertränken. Doch das Schicksal schickt ihr Susan Hexton zu Hilfe, die ihr Leben rettet. Susan stammt aus armen Verhältnissen und ist ungewollt schwanger. Ihr ungeborenes Kind wird schon bald zum Bindeglied zwischen den beiden Frauen. Und sie schmieden einen unmoralischen und unglaublichen Plan, der sie für viele Jahre aneinander binden wird.


    Quelle: Weltbild.de


    Meine Meinung:


    Susan Hexton und Lavinia Callington stammen aus unterschiedlichen Gesellschaftsschichten, aber durch eine schicksalhafte Begegnung sind die beiden plötzlich miteinander verwoben und das jahrelang, denn die beiden haben ein großes Geheimnis und dieses sollte wenn möglich niemals an die Öffentlichkeit gelangen, denn es könnte für beide verheerende Folgen haben.


    Die meiste Zeit begleitet man Susan durch ihr aufregendes, aber auch immer wieder von Schicksalsschlägen angefülltes Leben. Auch wenn ich nicht alles gut heiße was Susan getan hat, so ist sie mir doch sehr sympathisch gewesen, genauso wie Stephen, Daniel, Rosalind und Sebastian. Mit Lavinia dagegen konnte ich nie so richtig warm werden, sie hat zwar auch manchmal eine sanfte und gefühlvolle Seite an sich gezeigt, aber zu oft leider auch die arrogante und bestimmende, die vor nichts zurückschreckt.


    Ricarda Martin versteht es wirklich gut fiktives mit historisch belegtem zu vermischen und genau diese Mischung macht die Geschichte auch so interessant, wobei sie wahrscheinlich sogar so vielleicht irgendwann tatsächlich mal passiert sein könnte, denn alles ist ja auch nicht schriftlich festgehalten worden. Die Story fängt übrigens 1906 an und endet 1930 und in dieser Zeit ist ja einiges auf der Welt geschehen, so läßt uns die Autorin z.B. an der Frauenbewegung der damaligen Zeit teilhaben, am ersten Weltkrieg usw.. Besonders ein Geschehen hat mich besonders bewegt, da ich mich früher viel damit befaßt habe und es war eine wirkliche Überraschung für mich als ich gelesen habe, das dieses Thema auch darin vorkommt, aber um was es sich da handelt erwähne ich jetzt nicht, da es wahrscheinlich für einige andere Leser genauso überraschend kommen wird.


    Die 731 Seiten lassen sich wirklich gut lesen, auch ist die Geschichte zu keiner Zeit langweilig, uninteressant oder gerät ins stocken, denn immer wieder passieren in Susans, aber auch in Lavinias Leben, so viele Dinge, das man nur noch staunen kann und sich fragt wie eine einzige Person das alles überhaupt durchstehen kann, aber gerade Susan ist wirklich eine starke Persönlichkeit und hat das Glück auf einige bemerkenswerte Menschen zu treffen.


    Das Ende fand ich ziemlich gelungen und ganz am Schluß gibt es dann auch nochmal eine große Überraschung, mit der ich überhaupt nicht gerechnet habe, aber es hat mir wirklich gut gefallen, das es so kam und hat der Geschichte den letzten Schliff gegeben und für mich persönlich abgerundet. Über einen zweiten Teil würde ich mich trotzdem sehr freuen, denn nachdem man Susan so lange begleitet hat wäre es interessant zu erfahren wie es mit ihr, Jimmy und Anabell weitergeht.


    Übrigens gibt es noch ein Nachwort der Autorin, wo nochmal einige sehr interessante Details drinstehen, z.B. über Emmeline Pankhurst und die Schauspielerin Sarah Bernhardt.


    So langsam wird es wirklich mal Zeit, das ich "Im Tal der Lügen" und "Tochter der Schuld" lese, die schon etwas länger hier stehen, denn war ich schon vorher recht gespannt auf die beiden Bücher, so bin ich es jetzt noch um einiges mehr.


    Veröffentlicht am: 11.02.2013