Roberts, Aileen P.: Das Land jenseits der Zeit


  • Autor: Roberts, Aileen P.
    Titel: Das Land jenseits der Zeit
    Originaltitel des Buches: Das Land jenseits der Zeit
    Verlag: Goldmann
    Erschienen: 03/2013
    ISBN 10: 3442478766
    ISBN 13: 978-3442478767
    Seiten: 448
    Serie: Elvancor (Band 01)
    Einband: Taschenbuch
    Preis: 12,99


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    Hinter dem Pseudonym Aileen P. Roberts steckt die in Süddeutschland lebende Claudia Lössl. Die kam durch ihren Mann zum Schreiben. Teilweise erscheinen ihre Bücher im Selbstverlag. Goldmann veröffentlichte 2009 ihren Fantasy-Zyklus Thondras Kinder. Mit der Weltennebel-Trilogie legte die Autorin nach. Gerade liegt ihr Roman Elvancor vor mir, der ebenfalls von Goldmann auf den Buchmarkt gebracht wurde.


    In Elvancor - Das Land jenseits der Zeit geht es um die 18jährige Lena, deren Start ins Erwachsenenleben etwas anders verläuft als geplant. Eigentlich wollte sie ja reisen und raus aus der öden Provinz. Dank ihrer eigenen Dummheit und der ihres Exfreundes muss sie jedoch Sozialstunden in einem Altenheim ableisten und hat mehr oder weniger Hausarrest. Bei ihren Sozialstunden lernt sie eine alte Frau kennen. Eigentlich denkt Lena, dass die alte Frau etwas wirr im Kopf sein muss und die fantastischen, zu magisch anmuteten Bildern passenden mystischen Geschichten frei erfunden sind. Doch nach deren Tod ergeben sich Umstände, die Lenas Welt ins Wanken bringen. Zusammen mit Ragnar, dem Enkel der alten Frau Winter, macht sie sich auf eine Schatzsuche mit unbekanntem Ausgang.


    Abgeschlossen ist die Geschichte nach 448 Seiten nicht. Es gibt einen zweiten Teil, mit dem Titel Das Reich der Schatten. Dieser soll im August 2013 erscheinen. Wer frühere Bücher der Autorin kennt, weiß, dass mit Sicherheit einige Fragen aufgeworfen und im ersten Teil nicht erschöpfend beantwortet werden. Die Bücher sollten also in der Reihenfolge ihrer Erscheinung gelesen werden.


    Die Inhaltsangabe las sich sehr interessant für mich. Und da ich Geschichten mag, in denen Drachen, magische Portale oder die Suche nach mystischen Gegenständen vorkommen, stürzte ich mich so schnell als möglich nach Erhalt auf das Buch. Es geht (wie in vielen anderen Fantasyromanen auch) darum, dass die reale und eine mystische Welt aufeinandertreffen. Dass Wesen von der einen zur anderen Welt wechseln können, was nicht immer gut ist. Und grundsätzlich um das Thema Hoffnung.


    Gleich vorab: Obwohl sehr gut erklärt wird, was es mit Elvancor - Das Land jenseits der Zeit sich hat, führte mich dieser Titel völlig in die Irre. Ich ging davon aus, dass ich als LeserIn an der Seite von Ragnar und Lena einen Großteil des Buches in Elvancor verbringe. Doch dem war nicht so. Auch die Suche nach dem mystischen Schatz, auf die die verstorbene Frau Winter Lena und Ragnar gemeinsam ansetzt, gestaltet sich eher nebenbei und etwas langwierig. Erst gegen Ende des Buches nimmt der Roman deutlich an Fahrt auf, in dem, nebenbei erwähnt, die Pferdeliebe der Autorin deutlich zu spüren ist.


    Überhaupt kamen mir die fantastischen Elemente und damit im Grunde die Spannung etwas zu kurz. Ein paar Schattenwesen, die erst relativ spät klar auszumachen sind, ein paar Geister, ein magisches Amulett. Hinzu kommt, dass ich mich mit Lena nicht anfreunden konnte. Die kam mir das ganze Buch hindurch zickig und mürrisch vor, konnte wenig Sympathiepunkte sammeln. Ihr beständiges Wanken zwischen einem Arbeitskollegen und Ragnar, und überhaupt ihr ganzes Verhalten, erscheint sehr unreif und oberflächlich. Magische Momente, die sie ja durchaus erlebt, akzeptiert sie ohne Fragen. Dann jedoch stellt sie Dinge infrage, die bei mir für hochgezogene Augenbrauen sorgten. Wenn ich wie sie bewusst erleben würde, dass sich vor meinen Augen, in meinen Händen, Teile eines Amuletts fest zusammenfügen, würde ich zumindest nicht mehr infrage stellen, dass es grundsätzlich Dinge zwischen Himmel und Erde gibt, die eigentlich nicht sein können.


    Doch es gab auch sympathische Figuren. Allen voran Frau Winter. Auch deren geheimnisvollen Geliebten aus Elvancor oder Lenas Oma fand ich ganz nett. Und obwohl Ragnar mir in großen Teilen zu distanziert vorkam, gehört er doch eher zu denen, die mir positiv auffielen. Alle zusammen stehen jedoch eher im Hintergrund, obwohl sie im Grunde genommen Schlüsselfiguren zu sein scheinen. Und grundsätzlich ist es ja auch so, dass man nicht Romancharaktere nicht zwingend mögen muss. Tatsächlich sind Roberts Figuren sehr realitätsnah beschrieben. Teils zu oberflächlich skizziert wirken sie dennoch echt. Genau wie die Handlungsorte, die man sich gut vorstellen kann.


    Das Geschehen insgesamt spielt auf mehreren Handlungs- und Zeitebenen. Mal geht es in die Vergangenheit von Frau Winter oder die ihres Geliebten. Dann wieder erfährt man etwas über aktuell in der realen Welt agierende Schattenwesen. Dann wieder etwas über Lenas Vergangenheit und jetziges Erleben. Dabei verwebt Roberts in gewohnter Manier die Handlungsfäden zu einer dichten Atmosphäre, die mich wieder einmal dazu gebracht hat, das Buch nicht wegzulegen und später weiterzulesen.


    Fazit: ***


    Obwohl sich die Geschichte rein vom Tempo her bis fast zum Schluss gänzlich unaufgeregt entwickelt und die eine oder andere Länge beinhaltet, wollte ich wissen, wie es weitergeht. Trotzdem ich nicht wirklich mit den Figuren mitlitt oder -fieberte, waren sie mir nicht völlig egal. Und obschon ich nicht wirklich tief in das Geschehen eintauchen konnte, steckte ich doch definitiv darin fest. Der Auftaktroman lässt mich offen gestanden mit einem sehr zwiespältigen Gefühl zurück. Doch da ich andere Romane der Autorin kenne und die Geschichte eindeutig Entwicklungspotenzial hat, werde ich mir auf alle Fälle auch den zweiten Band des Fantasyzweiteilers holen. Für Elvancor - Das Land jenseits der Zeit möchte ich drei von fünf Punkten vergeben.


    Copyright ©, 2013 Antje Jürgens (AJ)

    Fantasien sind die Flügel unserer Seele.
    Auf ihnen tragen wir in Worten und Bildern unsere Träume und Wünsche in die Welt.

  • Meine Meinung:


    Lena muß Sozialstunden in einem Altenheim leisten und dabei macht sie die Bekanntschaft von Frau Winter, die ihr immer mal wieder von ihrem Geliebten Maredd erzählt, der aus einem anderen Land kommen soll. Allerdings ist dieses Land keins was auf einer normalen Weltkarte eingezeichnet ist, sondern Elvancor ist ein magisches Land. Lena tut das ganze Gerede natürlich als Humbug ab, schließlich ist Frau Winter auch schon alt, aber Lena hört trotzdem gerne zu, wenn diese mal wieder ihre Geschichten erzählt. Aber sind diese wirklich nur erfunden?! Als Lena nämlich die Bekanntschaft von Ragnar macht und sich immer mehr auf ihn einläßt merkt sie das es vielleicht doch mehr zwischen Himmel und Erde gibt, als das was sie bisher geglaubt hat.


    Mit Lena bin ich am Anfang nicht ganz so zurechtgekommen, denn ich fand sie manchmal einfach zu frech, gerade wie sie mit den alten Leuten ab und zu redet hat mich schon etwas irritiert. Auch wirkt sie erstmal recht oberflächlich, aber sie entwickelt sich und je mehr Zeit sie mit Ragnar verbringt, desto angenehmer wird sie, denn sie merkt plötzlich wie schön die Welt sein kann und das es auch noch was anderes gibt als zum Beispiel Discobesuche, Mode und Make-Up. Ragnar dagegen habe ich sofort gemocht, auch wenn er ganz schön aufbrausend sein kann, aber warum dies so ist erfährt man im Laufe der Geschichte. Seine Naturverbundenheit finde ich einfach klasse und er hat so eine tolle Art mit Tieren umzugehen, so ruhig und einfühlsam. Aber auch Lenas Großmutter war einfach sympathisch, im Gegensatz zu ihren Eltern, auf die ich echt gut hätte verzichten können.


    Das Buch hat mir auf jeden Fall richtig gut gefallen, Aileen P. Roberts hat einfache eine Art zu schreiben, die mich immer wieder begeistert. Zwar kommt Elvancor so gut wie gar nicht vor in diesem ersten Teil, aber das tut der Geschichte überhaupt keinen Abbruch, denn wie Lena und Ragnar auf Schatzsuche gehen ist genauso interessant. Auch die Annäherung der beiden wird richtig toll geschildert, die beiden tun sich nämlich gegenseitig total gut und ergänzen sich einfach klasse. Auch die Gespräche der Zwei werden mit der Zeit immer intensiver. Kurz vor Schluß gibt es übrigens noch eine ziemlich große Überraschung mit der ich so niemals gerechnet hätte, aber da ging es sowieso nochmal Schlag auf Schlag, bis zu einem Ende, das ich recht interessant und auch gut fand. Ich bin auf jeden Fall nun schon gespannt auf den zweiten Band der "Elvancor"-Reihe und hoffe natürlich, das es so toll weitergeht wie bisher.


    Veröffentlicht am: 28.11.2014