Rayburn, Tricia: Im Zauber der Sirenen


  • Autor: Rayburn, Tricia
    Titel: Im Zauber der Sirenen
    Originaltitel des Buches: Siren
    Verlag: Ullstein Taschenbuch
    Erschienen: 11/2010
    ISBN 10: 3548282849
    ISBN 13: 9783548282848
    Seiten: 368
    Serie: Siren Trilogy 01
    Einband: Taschenbuch
    Preis: 5,00 € [D]


    Verlagsseite
    Autorenseite englisch


    Die auf Long-Island lebende Tricia Rayburn hat bereits mehrere Kinder- und Jugendbücher veröffentlicht und wagt sich mit Im Zauber der Sirenen ins Fantasygenre.


    Die Protagonistin des Buches ist die 17jährige Vanessa, deren heile Welt von heute auf morgen aus den Fugen gerät, als ihre Schwester anscheinend Selbstmord begeht. Eine Schwester zu der sie immer aufgesehen und die sie immer beschützt hat. Eine Schwester, die so etwas wie ein Rettungsanker für das junge, von Ängsten geplagte und überaus sensible Mädchen war. Doch das ist nicht das Einzige, womit Vanessa fertig werden muss. Sie stellt darüber hinaus fest, dass ihre Schwester Justine das eine oder andere Geheimnis hütete. Und Vanessa muss sich damit abfinden, dass ihre tote Schwester mit ihr spricht.


    Ein Grund mehr, herauszufinden, was genau passiert ist. Deshalb macht sich Vanessa ohne ihre Eltern an den Ort auf, an dem das Unglück geschehen ist. Ihre Familie besitzt ganz in der Nähe ein Ferienhaus. Und Caleb, einer der Carmichael-Brüder, mit denen sie seit Jahren die Ferien verbringen, wohnt direkt nebenan. Caleb, von dem sie vermutet, dass er bis zum Schluss mit Justine zusammen war. Umso schockierter ist sie, als sie von seinem Bruder Simon erfahren muss, dass Caleb nicht nur untergetaucht ist, sondern ebenfalls das eine oder andere Geheimnis hat.


    Zusammen mit Simon, für den sie mehr und mehr zu empfinden beginnt und der ihr in etwa den Halt gibt, den Justin ihr bisher gegeben hat, begibt sich Vanessa auf Spurensuche. Da die Sache sie nicht schlafen lässt, beginnt sie nebenher in einem Restaurant zu arbeiten. Die Besitzerfamilie umgibt ein Geheimnis, das sich nach und nach offenbart und das nicht nur mit Justines Tod zu tun hat. Die meldet sich immer öfter aus dem Jenseits bei Vanessa; warnt sie, rät ihr Caleb zu suchen, gibt Tipps, wo sie suchen kann. Und Simon scheint durch dieses Geheimnis genauso in Gefahr zu geraten, wie Caleb.


    Abgesehen von Justines Selbstmord kommt es zu unerklärlichen Wetterphänomenen. Stürme brechen über Winter Harbour herein, während die übrige Küste in strahlendem Sonnenschein liegt, die Flut kommt unnatürlich schnell. Und es gibt weitere mysteriöse Todesfälle. Die Toten sind ausnahmslos Männer, junge und alte. Alle scheinen im Wasser und mit einem Lachen im Gesicht gestorben zu sein. Vanessa und Simon stoßen nach und nach auf eine Geschichte, die so unglaublich erscheint, dass sie sie erst weit von sich weisen. Meerjungfrauen gibt es doch nur in Mythen und Legenden, oder nicht? Und doch scheint sich etwas zu wiederholen, was bereits Jahre zuvor geschah. Etwas, das auch unmittelbar mit Vanessa selbst zu tun hat.


    Rayburn pflegt einen flüssigen leichten und klaren Schreibstil, der es älteren Lesern locker ermöglicht sich durch den anfänglich etwas spannungslosen Start der Geschichte zu lesen. Die zu Beginn zwar klar, aber leicht flach und amerikanisch-teenager-typisch gezeichneten Charaktere gewinnen im Verlauf der Geschichte an Tiefe. Die Geschichte selbst steigert sich ebenfalls. Dennoch erscheint vieles vorhersehbar, weil an diversen Stellen Hinweise auftauchen, die sofort die Lösung verraten. Andere Passagen wiederum erscheinen wie Lückenfüller und hätten wesentlich gekürzt werden können oder aber deutlich ausgebaut werden müssen.

    Fazit:


    Alles in allem empfand ich das in sich abgeschlossene Buch nicht schlecht. Mir gefällt vor allem Rayburns Schreibstil und das Grundthema an sich. Der Meerjungfrauenmythos wird nicht romantisch verklärt. Auf einer Skala von 1 – 5 würde ich 4 Punkte vergeben. Da es der Auftakt einer Buchreihe sein soll, erklärt sich vielleicht auch die eine oder andere eben angesprochene fehlende Sache oder Ungereimtheit. Sollten sich die Folgebände so fortsetzen, wie der Teil des ersten Buches, in dem Caleb wieder auftaucht und die Geschichte an Fahrt aufnimmt, lohnt es sich diese weiterzuverfolgen. Für jüngere Leser ist das Buch deshalb zu empfehlen, weil es eine gelungene Alternative zu anderen derzeit auf dem Markt befindlichen Geschichten ist.


    Copyright © 2010 Antje Jürgens (AJ)


    Nachbemerkung 03/2013:


    Der zweite veröffentlichte Originalband der Siren-Trilogy war für Sommer 2012 mit dem Titel Der Klang der Sirenen angekündigt, erschien jedoch nie. Auch der dritte Originalband der Siren-Trilogy wurde nicht veröffentlicht. Jedenfalls nicht von Faber and Faber Children's Books. Allerdings erschien die 3teilige Siren-Novels-Reihe bei Egmont USA. Die wiederum veröffentlichte Ullstein als Ocean Rose-Reihe in deutscher Übersetzung.


    Zuordnung: Siren Novels Ocean Rose-Reihe
    Band 01 Siren Erwartung 09/2012
    Band 02 Undercurrent Verwandung 01/2013
    Band 03 Dark Water Erfüllung 03/2013

    Fantasien sind die Flügel unserer Seele.
    Auf ihnen tragen wir in Worten und Bildern unsere Träume und Wünsche in die Welt.


  • Meine Meinung:


    Vanessa verbringt mit ihrer Familie wie jedes Jahr die Sommerferien in Winter Harbour und dort treffen sie auch wieder auf die Brüder Simon und Caleb. Während Vanessas ältere Schwester Justine Caleb gut findet, interessiert sie sich selbst plötzlich für Simon, obwohl er doch sonst eher wie ein großer Bruder für sie war. Als dann ein Unglück geschieht ist nichts mehr wie vorher und Vanessa erfährt Dinge über ihre Schwester, die ihr vor Augen führen, das sie Justine anscheinend gar nicht so gut gekannt hat wie sie gedacht hat. Aber auch Vanessa erfährt etwas über sich, das ihre ganze Welt ins wanken bringt.


    Vanessa und Justine sind recht unterschiedlich, während Vanessa eigentlich vor allem Angst hat ist Justine ziemlich übermutig und traut sich alles mögliche. Beide mochte ich am Anfang aber ganz gerne, allerdings hat sich das bei Vanessa dann mit der Zeit geändert. Sie verheimlicht mir zu viel und nimmt so ihrem gegenüber die Chance selbst zu entscheiden was er möchte und was nicht, auch geht sie immer den Weg mit dem geringsten Widerstand und das hat mir überhaupt nicht gefallen, gerade zum Ende hin nimmt das echt Überhand bei ihr. Simon und Caleb mochte ich aber am liebsten, Simon ist immer für alle da und sehr verständnisvoll und Caleb weiß was er will und für die Menschen die er liebt gibt er alles.


    Bei dem Buch bin ich nun etwas zwiegespalten, denn es hat einerseits wirklich interessante Ideen und mit Simon und Caleb zwei tolle Charaktere, aber andererseits gefielen mir diese abrupten Szenenwechsel überhaupt nicht, das Ende ging mir viel zu schnell vonstatten und Vanessa hat sich in eine Richtung entwickelt, die mir ebenfalls nicht zugesagt hat. Auch blieb vieles ungelöst, aber das wird dann hoffentlich im zweiten und dritten Band geklärt. Über Paige und Betty hätte ich auch gerne noch mehr erfahren und gerade am Schluß hätte ich ein Gespräch zwischen den beiden und Vanessa noch ganz gut gefunden, aber das kommt dann hoffentlich auch im nächsten Teil, den ich dann auch bald lesen werde, denn ich möchte schon gerne wissen wie es weitergeht.


    Veröffentlicht am: 15.07.2015