Kinder ihrer Zeit: Prolog, Teil 1 + 2


  • Zitat von Amazon.de

    Die Zwillinge Emma und Alice werden 1945 auf der Flucht aus Ostpreußen getrennt. Beide glauben, die andere hätte nicht überlebt. Emma wächst in Westberlin auf, Alice in einem Heim in der DDR. Erst zwölf Jahre später finden sie sich überraschend wieder. Durch Alice lernt Emma den Ost-Berliner Physiker Julius Laakmann kennen. Als Julius Zeuge einer Entführung wird, gerät er zwischen die Fronten der Geheimdienste. Dann verschwindet Alice spurlos. Zu spät erkennt Emma, welcher drohenden Gefahr sie und ihre Schwester gegenüberstehen. Währenddessen erreicht der Kalte Krieg einen neuen Höhepunkt – Berlin soll für immer geteilt werden ...


    LG Karin

  • Ich habe jetzt gerade den Leseabschnitt beendet und bin total begeistert. Wenn es so weitergeht, wird das Claire Winters bestes Buch.

    Der Schreibstil ist so einfühlsam, ich hatte Gänsehaut bei der Flucht.

    Mir kamen die Tränen, wie Emma und ihre Mutter sich draußen verstecken mußten und Alice nicht helfen konnten. Nur gut, dass Sergej so ein großes Herz hatte und Alice mitgenommen hat.

    Auch der Tod von Berta oder die kurze Szene mit der Frau, die vergewaltigt wurde, es wird alles so eindringlich beschrieben, man glaubt, man ist selber an Ort und Stelle.

    Emma und ihre Mutter haben sich bis jetzt ganz gut durchgeschlagen, ich bin ja froh, dass Rosa wieder gesund wurde. Ich habe schon befürchtet, sie stirbt und Emma steht ganz alleine da.

    Zwillinge haben ja eine besondere Verbindung, daher kann ich es gut nachvollziehen, dass Emma spürt, dass Alice noch lebt. Ich finde ihre Nachforschung über das rote Kreuz gut und kann gar nicht nachvollziehen, warum Rosa den Brief zerissen hat. Auch wenn es wirklich so aussieht, als wäre Alice beim Brand ums Leben gekommen, aber ich als Mutter würde doch auch bis zuletzt hoffen, dass mein Kind eventuell noch lebt.


    Sergej finde ich total sympathisch, er hat sich wirklich die ganze Zeit um Alice gekümmert und den Kontakt nicht abreißen lassen. Alice scheint mir auch sehr selbständig zu sein und ich finde es sehr mutig, wie sie versucht, etwas über ihre Freundin rauszubekommen.


    Interessant wird es jetzt, wie die beiden sich wieder begegnen. Dieser Markov hielt Emma bestimmt für Alice. Ich denke er kennt auch diesen Grigorjew und das wird jetzt bestimmt sehr spannend.


    LG Karin

  • Ich bin nun auch durch und der Schreibstil ist wieder echt super, vor allem finde ich es gut, das nicht allzu sehr ins Detail gegangen wird bei gewissen Szenen, es aber trotzdem recht eindringlich beschrieben ist.


    Ich glaube allerdings, das Rosas Lunge schon ziemlich angegriffen ist, weil sie das ja alles auch ziemlich verschleppt hat und von daher bin ich mir noch nicht so sicher, ob sie jetzt wirklich vollkommen wieder gesund ist.


    Warum Rosa kein Interesse an der Suche nach Alice hat verstehe ich auch nicht, sie hat doch auch gar nicht die Leiche gesehen, denn selbst wenn sie verbrannt wäre, dann hätte es doch trotzdem Überreste geben müssen. Sie scheint da total dicht zu machen und das finde ich schade, auch wegen Emma, die ja auch gerne mal über Alice reden würde. Aber ihre Mutter blockt das ja alles ab.


    Was mich ja jedesmal aufs neue entsetzt ist, das dauernd die Menschen leiden müssen, die so gar nichts mit diesem ganzen Krieg zu tun hatten. Ich meine Berta hat einfach nur auf ihrem Hof gelebt und war sicher keine Befürworterin des ganzen, aber sie musste sterben, weil die Russen Rache wollten.


    Um Max mache ich mir ja auch ein wenig Sorgen, das was er da tut ist nicht ungefährlich und Irma hat es ja anscheinend auch ziemlich hart getroffen. Mal sehen was da noch so passiert.


    Markov ist ja Grigorjew, auf Seite 106 wird er mit Vor- und Nachnamen genannt.

  • Schön, dass Dir die Geschichte auch gefällt. :)


    Das mit Rosa kann ich auch überhaupt nicht nachvollziehen. Wie Du sagst, es gab ja keine Leiche. Und ich würde da Himmel und Hölle in Bewegung setzen, auch wenn es sich am Schluß herausstellen würde, dass Alice doch tot ist. So hätte ich immer das Gefühl, nicht genügend gesucht zu haben. Und für das gab es ja das Rote Kreuz. Bin gespannt, wie Alice es aufnimmt, wenn sie erfährt, dass ihre Mutter gar nicht nach ihr suchen lies.

    Und für Emma war es ja auch schlimm, sie leidet ja genauso unter dem Verlust von Alice. Nochdazu wo sie ja Zwillinge sind. Sehr traurig, wenn man dann niemanden zum reden hat.


    Genau, bei Berta hatte ich Tränen in den Augen, das hat mich auch so berührt.


    Das von Max sehe ich ebenso mit gemischten Gefühlen und ich denke auch, dass das nicht gut ausgeht.


    Ups, das habe ich dann überlesen, mit Markov.


    LG Karin

  • Claire Winter hat mich eigentlich noch nie enttäuscht und ich finde von ihr auch irgendwie alle Bücher gut umgesetzt, selbst wenn es Themen beinhaltet, die mich sonst vielleicht eher nicht so interessieren. Ich finde sie schreibt da immer so gut und verständlich drüber, das man auch immer noch was dabei lernt, aber es wird halt auch nicht die emotionale Seite außen vor gelassen. Es ist halt einfach ein guter Mix und ich hoffe, das das auch weiterhin so bleibt :)


    Es ist wirklich total unverständlich, das Rosa so resigniert hat bezüglich Alice. Ich meine, sie geht ja davon aus das sie nicht mehr lebt, dann kann man doch trotzdem mal nachforschen lassen, denn wenn dann doch herauskommt, das sie noch lebt, wäre das doch für alle Beteiligten schön und wenn nicht, dann weiß sie wenigstens hundertprozentig Bescheid. Sie hat doch eigentlich nichts zu verlieren, sondern nur zu gewinnen.


    Ich hoffe nicht, das Max was passiert und/oder Emma dann noch als seine Komplizin hingestellt wird, die dann auch irgendwas schreckliches erwartet.