Ryan, Jennifer: Der Frauenchor von Chilbury


  • Autor: Ryan, Jennifer

    Titel: Der Frauenchor von Chilbury

    Originaltitel: The Chilbury Ladies' Choir

    Verlag: Kiepenheuer & Witsch

    Erschienen: 7. September 2017

    ISBN 10: 3462048848

    ISBN 13: 978-3462048841

    Seiten: 480 Seiten

    Einband: Hardcover

    Preis: 19,99 Euro


    Inhaltsangabe:

    Zitat

    1940: Als immer mehr Männer nach London gehen oder eingezogen werden, beschließt der Pfarrer von Chilbury in der Grafschaft Kent, den Chor der Gemeinde aufzulösen. Die Frauen sind zutiefst enttäuscht. Was bleibt ihnen im schwierigen Kriegsalltag noch? Doch dann kommt die Musikprofessorin Primrose Trent aus London im Ort unter. Sie ist der Überzeugung, dass Musik gerade in schwierigen Zeiten wichtig ist und schlägt die Gründung eines reinen Frauenchors vor. Die Idee stößt auf Skepsis. Ein Chor ganz ohne Bässe und Tenöre? Aber Primrose gibt nicht auf: Mit Energie und Leidenschaft treibt sie ihr Projekt voran – ihr Enthusiasmus und die wundervolle Musik, die entsteht und die sie sich selbst nie zugetraut hätten, überzeugen die Frauen und richten sie auf. Der Chor hilft ihnen, ihre eigene Stimme zu finden. Fünf grundverschiedene Frauen und Mädchen erzählen von ihrem Leben im Dorf und davon, wie der Krieg ihr Leben verändert – wie er Verlust, Trauer und Angst erzeugt, aber doch nicht verhindern kann, dass auch Freundschaft und Liebe entstehen.

    Quelle: Amazon.de


    Meine Meinung:


    Da die Männer im Krieg kämpfen wird der Chor von Chilbury aufgelöst, aber da hat Prim etwas gegen und sorgt dafür, das man wieder singen darf, denn sie gründet kurzerhand den ersten Frauenchor. Für viele ist das sehr ungewohnt, doch es steht eh alles Kopf und die Frauen machen sowieso schon vieles was die Männer früher getan haben. Der Chor ist aber so viel mehr, als man denkt, denn die Frauen geben einander Halt, sie vertrauen sich, sie sorgen sich umeinander und leiden auch mit, wenn jemand anderem ein Leid geschieht. Außerdem werden sie immer selbstbewußter und merken, das auch sie für sich und die Dinge einstehen können, die ihnen was bedeuten.


    Es gibt viele verschiedene Charaktere und nur drei von denen fand ich eigentlich wirklich sympathisch und zwar den Colonel, Carrington und Prim. Bei Mrs. Tilling hat es auch erst den Anschein gemacht, aber sie hat sich dann leider öfters seltsam benommen, auch wenn sie am Ende deutlich wieder dazugewonnen hat. Aber der Colonel war, wenn er erstmal aufgetaut ist, ein wirklich netter Mensch, genauso wie Carrington. Prim war von vorne rein eine sehr interessante Persönlichkeit und hat immer einen guten Rat für jeden gehabt. Venetia und Kitty lernen im Laufe auf jeden Fall dazu und bei Kitty musste ich mir manchmal ins Gedächtnis rufen, das sie erst 13 ist, denn sie wirkt oft schon so erwachsen.


    Das ganze Buch besteht hauptsächlich nur aus Briefen und Tagebucheinträgen, so daß man auch immer nur die Gefühlswelt von demjenigen erfährt, der gerade dran ist. Auch das Erlebte wird so natürlich nur aus deren Sicht dargestellt. Ich fand das die Geschichte sich dadurch aber irgendwie schneller lesen ließ, denn man hat so natürlich öfter auch einen Perspektivwechsel. Wobei ich ja Edwinas Briefe nicht so interessant fand, obwohl sie eigentlich etwas sehr schlimmes getan hat und dadurch auch öfters im Fokus ist, gerade bei Mrs. Tilling. Das der Frauenchor den Menschen Halt gegeben hat fand ich bemerkenswert, aber Musik verbindet und kann viele Emotionen ausdrücken und übertragen. Was ich etwas schade fand war, das es keinen Epilog gibt, denn ich hätte gerne gewusst, wie es den Charakteren nach dem zweiten Weltkrieg ergangen ist, denn so erfährt man nur was von März 1940 bis September 1940 passiert ist.


    Veröffentlicht am: 13.01.2019