Müller, Judit: To Keep You Safe - Warum wir leben



  • Autor: Müller, Judit
    Titel: To Keep You Safe - Warum wir leben
    Originaltitel: To Keep You Safe - Warum wir leben
    Verlag: A Tree & A Valley (ATAV)
    Erschienen: November 2018
    ISBN 10: 3947357095
    ISBN 13: 978-3947357093
    Seiten: 316
    Einband:TB
    Serie: -
    Preis: 10,50€


    Meine Meinung:


    Zitat
    “Hopes kleine Finger flattern in meiner Hand wie die Flügel eines Kolibris, und ich halte sie noch fester, als wir an den ersten toten Körpern vorbeikommen. So viele Tote – und niemand da, der sie begräbt.”

    Die 17jährige Judy versucht, so gut es geht, ihre jüngeren Geschwister zu beschützen. Aber sie müssen durchs Land ziehen, können kaum irgendwo länger bleiben. Für Judy besteht die Welt nur noch aus Grautönen.

    Die Welt ist regelrecht an voraus gegangenen Naturkatastrophen untergegangen. Meteoriteneinschläge, Feuer, Überschwemmungen, Erdbeben und danach die allgegenwärtigen Plünderungen. Die Welt die in dieser Dystopie beschrieben wird, ist wieder mal alles andere als schön. Schon gar nicht für die Kinder. Judy und ihre Geschwister erleben Gewalt und trauen niemanden über den Weg. Und so versuchen sie jedem aus dem Weg zu gehen. Was natürlich nicht immer möglich ist. Und so stoßen sie irgendwann auf Raphael und Joe. Auch die beiden sind allein unterwegs und auch sie sind äußerst vorsichtig. Aber die fünf tun sich zusammen und reisen nun gemeinsam – wohin ist nicht klar, scheinbar ist der Weg das Ziel. Sie wollen einfach nur weg. Zwar wird auch immer mal wieder erwähnt, dass Judy ans Meer will, aber mir stellte sich immer die Frage, was sie da will, wo es doch Überschwemmungen gab, da ist es doch nirgendwo besser, oder? Also warum versucht sie nicht irgendwo Fuss zu fassen? Ganz einfach, Städte scheint es keine mehr zu geben, es gibt Gruppen von Menschen, die zusammenwohnen, aber da herrscht scheinbar überall nur Gewalt vor. Sie suchen einen Ausweg, auch wenn sie sich fast sicher sind, dass es diesen nicht geben wird.

    Zitat
    “Wir kommen an zerstörten Dörfern und Städten vorbei, ausgebrannt, von Gräben durchzogen. Erdbeben haben ganze Häuserzüge verschlungen. Es hat seit Wochen nicht geregnet und der einzige Fluss, der unseren Weg gekreuzt hat, ist kaum mehr als ein braunes, schlammiges Rinnsal. Wir brauchen dringend Wasser! Wir brauchen Hilfe!”Seite 34

    Zugegeben, man kann die Dystopie nicht neu erfinden, aber die Autorin hat hier vieles mit wirklich authentischen Charakteren besetzt. So zum Beispiel Judy, die 17jährige, die die Verantwortung ihrer jungen Geschwister übernehmen musste, es ihr aber immer wieder zu viel wird. Sie fühlt sich viel zu jung für so viel Verantwortung und das wird auch gut aufgezeigt. Im Laufe des Buches stoßen wir immer wieder auf verschiedene Menschen, die mir ziemlich wirklich vorkamen. Der Schreibstil der Autorin ist da wirklich sehr gut und man hat die zerstörte Welt, sowie die Menschen vor sich gesehen. Auch die dargestellten Szenarien wirkten so echt! Nicht zu übertrieben, aber auch nicht ganz schonungslos – schliesslich geht es hier einzig ums Überleben und um die zu schützen, die man liebt.

    Sprachlich wie inhaltlich hat mich das Buch wirklich überzeugen können und ich fühlte mich in Judys Gedankenwelt hineinversetzt. Die Story ist nicht kitschig, aber auch wartet kein Heldentum auf uns. Und gerade dies fand ich so ehrlich an dem Buch. Und so kam diese Dystopie auch gut an und ich kann sie weiterempfehlen. Auch wenn die Story an sich keine großen Überraschungen aufweist, lohnt sich das Buch zu lesen!


    Veröffentlicht: 10.01.2019

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    Lesende Grüße von Nyx
    Nyx (griech. Νύξ) ist in der griechischen Mythologie die Göttin und Personifikation der Nacht. Laut Homer fürchtete sich selbst Zeus vor der Nacht.



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