Beiträge von Blackfairy71

    Übrigens noch mal zum Thema Generationshaus. Ich hab jetzt noch mal geguckt wie alt unser Haus tatsächlich ist. Mein Opa hat mal eine Dorfchronik verfasst als er noch lebte und konnte. Also lange her. Aber ändert nichts an den Fakten. Jedenfalls hatte der erste Vorfahre meiner Oma wohl ein Haus mit unserer Nummer um die 1740 oder 1780 rum. Das ist aber später abgebrannt und es wurde ein neues Haus mit unserer Nummer gebaut. Wieder von den Vorfahren meiner Oma. Die Hausinnenschrift ist mit dem Datum 1820 versehen. Aber als mein Vater Kind war haben meine Großeltern wohl schon mal renoviert und mittlerweile ist fast alles renoviert. Aber ganz neu gebaut wurde nicht. Ist also wirklich im Prinzip ein sehr altes Haus und war schon immer im Besitz der Vorfahren meiner Oma. Zumindest soweit die Aufzeichnungen reichen. Ist also schon ein sehr altes Haus. Ich wollte es jetzt nur mal genau wissen.

    Wie cool! Ich finde solche alten Häuser toll, besonders wenn sie zur eigenen Familie gehören.

    Das Haus, das wir 2018 gekauft haben, wird in zwei Jahren auch 100 Jahre alt. Aber es war halt vorher nicht im Familienbesitz.


    Deanna Stimmt, mein Lieblings-Weihnachts- oder Winterbuch von Tanja Janz ist dieses jetzt auch nicht, aber es hat mir trotzdem gefallen. :) Ich glaube "Wintermeer und Dünenzauber" fand ich bisher auch am schönsten. Wobei "Dünenwinter und Lichterglanz" auch sehr schön war. :D:

    Was mich etwas irritiert ist die Haarlänge von Nils. Am Anfang hieß es nämlich er hat kinnlange Haare und sieht aus wie ein Surferboy und nun sind sie plötzlich kurz. Ich glaube, wenn er seine langen Haare abgeschnitten hätte in der kurzen Zeit, dann wäre das doch eigentlich einen Kommentar wert gewesen von Isabel.

    Also doch! Ich hatte das nämlich auch so in Erinnerung, was die erste Beschreibung von Nils Aussehen betrifft, wollte aber nicht wieder zurückblättern und die Stelle suchen.

    Also mir hat das super gut gefallen, ich mochte auch das Ende.

    Eigentlich bin ich auch froh, dass sie ihren Vater und ihre Halbgeschwister nicht kennen gelernt hat, das wäre für mich viel unglaubwürdiger gewesen. Ist doch ihre Mutter damals weg von ihm , als sie gesehen hat, dass er bereits Familie hat. So einen brauchste auch nicht wirklich.

    Ja, das finde ich auch. Ich habe ehrlich gesagt auch gar nicht mehr daran gedacht, dass sie auch Halbgeschwister hat.

    Ich bin auch durch. Ich konnte nicht aufhören und musste unbedingt wissen, wie es ausgeht.


    Ich hatte mir zwar gedacht, dass es noch mal ein paar Verwicklungen gibt, aber Isabels Reaktion in der Sauna und dann später auch Nils' Reaktion im Haubarg fand ich ein kleines bisschen zu dramatisch.

    Aber dafür hat die Weihnachtsüberraschung für Jule im Haubarg wieder entschädigt. Das fand ich voll schön und rührend.


    Jens hat bekommen, was er verdient hat. Es schadet nichts, dass er die Strecke umsonst gefahren ist.


    Schön auch, dassdie Therapie bei Milo anschlägt.


    Insgesamt hat mir die das Buch wieder sehr gut gefallen. Herzerwärmend, gerade in dieser Zeit.

    Was ich so süß finde, ist wie Nils Opa plötzlich vor der Tür steht und sich nicht traut zu klingeln :saint::herz2:

    Stimmt, das war richtig süß.


    Und es gibt ein Wiedersehen mit Jana aus dem letzten Weihnachtsroman. Wie schön! 😊


    Isabels Aufnahme in Nils Familie war wirklich sehr schön. Ich glaube, das ist heute eine Seltenheit.


    Und wir erfahren, warum das Verhältnis der beiden Schwestern in der Vergangenheit so kühl war.


    Isabel scheint tatsächlich zu überlegen, in Nordfriesland zu bleiben. Hoffentlich.

    Ich war auch ganz schlimm froh, dass der Teil in München bzw. Rosenheim nicht so lang war.

    Jens ist echt ein A****. So kurz vor dem gemeinsamen Urlaub Schluss zu machen.


    Aber Nils finde ich sehr sympathisch, auch den Rest der Familie.

    Und das Mari immer wieder erwähnt wird, finde ich auch toll. Einmal musste ich allerdings schmunzeln. Ein Leonberger ist ja ziemlich groß, besonders sein Kopf und an einer Stelle ist von Maris "Köpfchen" die Rede. 😉

    Eigene Meinung:


    Frankfurt 1838: Als Kaufmannstochter und Ehefrau des Teehändlers Tobias Ronnefeldt genießt Friederike es sehr, ab und an hinter der Theke ihres Geschäfts zu stehen – sie liebt den blumigen, leicht erdigen Duft der dunklen Teeblätter. Doch tiefere Einblicke in den Handel bleiben ihr verwehrt. Das ändert sich, als Tobias 1838 zu einer monatelangen Reise nach China, dem Land des Tees, aufbricht. Ausgerechnet jetzt, wo sie schwanger ist. Bald merkt sie, dass sie dem neuen Prokuristen, den Tobias eingestellt hat, nicht trauen kann. Das ganze Unternehmen ist in Gefahr. So bleibt Friederike nichts anderes übrig, als die Geschicke des Hauses selbst in die Hand zu nehmen. Um diese Herausforderung zu bestehen, muss sie neue Kräfte entwickeln – und den Mut, sich zu behaupten.

    Die große Welt des Tees und das bewegende Schicksal einer starken Frau. So steht es auf der Rückseite über dem Klappentext. Der zweite teil des Satzes stimmt auch. Friederike ist eine starke Frau, besonders für die damalige Zeit, in der Frauen "nur" Hausfrau und Mutter zu sein hatten. Zumindest in der bürgerlichen Schicht und natürlich darüber. Ihr Mann liebt sie, aber er kann es nicht akzeptieren, dass sie in seiner Abwesenheit versucht hat, das Geschäft am Laufen zu halten.

    "Die große Welt des Tees" habe ich leider im Buch vermisst. Gerade der Titel "Die Teehändlerin" hat in mir andere Erwartungen geweckt, aber dieses Thema kam für mich viel zu kurz. Ich hatte auf etwas Ähnliches gehofft, wie die Speicherstadt-Saga von Fenja Lüders, in der es um den Kaffeehandel geht.

    Der Schreibstil der Autorin hat mir auf jeden Fall gefallen. Sie verwebt interessante historische Hintergründe und Figuren in die Handlung. Das Frankfurt von vor fast 200 Jahren wirkt sehr lebendig und anschaulich.

    Auch die Hauptfiguren wie Friederike und ihre Schwestern, ihr Mann Tobias, sein Bruder Nicolaus sind gut dargestellt. Besonders Friederike mochte ich von Anfang an.

    Aber ein Hauptcharakter hat für mich leider eine viel zu kleine Rolle: der Tee.

    Alles in allem ist "Die Teehändlerin" ein flüssig zu lesender Roman aus dem historischen Frankfurt um 1840. Man darf vielleicht nur nicht zu viel vom Titel oder Klappentext erwarten, dann wird man auch nicht enttäuscht.

    Im Frühjahr gibt es die Fortsetzung, mal sehen, ob ich diese lesen werde.


    Veröffentlicht am: 13.10.21

    Eigene Meinung:


    Kira Weston reist von New York in die englischen Cotswolds, um sich von einem Burn Out zu erholen. Sie hat im Dorf Castle Combe für drei Monate das Cottage "Stechginster"gemietet. Außerdem will sie sich über ihre Beziehung zu ihrem Verlobten Jason klar werden, der immer wieder auf Heirat drängt. Gleich in der ersten Nacht hört sie unheimliche Geräusche auf dem Dachboden und aus Angst vor Einbrechern flüchtet sie zu ihrem Nachbarn Matt Vellacott, einem Schriftsteller aus London, der das Cottage nebenan von seinen Großeltern geerbt hat. Er kannte auch die Vorbesitzerin des "Stechginster". Pamela Saxby tauchte 1944 plötzlich im Dorf auf und niemand wusste anscheinend, woher sie kam. Um sich zu beschäftigen, geht Kira auf Spurensuche in die Vergangenheit, um mehr über Pamela zu erfahren. Dabei kommt sie Matt immer näher und mit der Zeit kommen Kira Zweifel, ob eine Zukunft mit Jason für sie das Richtige ist...

    Kira ist Patentanwältin in New York und Ende Zwanzig, als sie sich eine Auszeit in den Cotswolds nimmt. Außerdem ist es quasi eine Flucht vor ihrem Verlobten, der sie immer wieder drängt, endlich einen Hochzeitstermin festzulegen. Im Wechsel lernen wir sie und Matt Vellacott kennen. Er ist Schriftsteller, veröffentlicht seine historischen Romane aber unter einem Pseudonym. Erzählt wird jeweils in der dritten Person.


    "Muschelspiel" ist mein erstes Buch von Margot S. Baumann. Ich habe es im Rahmen der Sommerbuchverlosung bei Lovelybooks gewonnen. Insgesamt hat es mir zwar gut gefallen, denn England ist nun mal immer eine Reise wert, ob im realen Leben oder im Buch. Und die Landschaftsbeschreibungen der Autorin sind wirklich lebendig und sehr schön. Das trifft auch auf die Szenen bei Stonehenge zu, die mich sehr an meinen eigenen Aufenthalt dort vor ein paar Jahren erinnerten.

    Ich muss allerdings sagen, dass mir der Anteil "Liebesroman" ein wenig zu groß war und ich lieber viel mehr über die Recherchen und über die Vergangenheit von Pamela Saxby gelesen hätte.

    Auch fand ich Matts Alter ein wenig unrealistisch. Er ist mit Ende 20 ein erfolgreicher Autor von historischen Liebesromanen (wenn auch unter einem Pseudonym), hat anscheinend ja schon eine ganze Reihe davon veröffentlicht und davor schon einen Krimi. Ein Buch schreibt sich ja nicht in drei Tagen und wie jung muss er gewesen sein, als er begonnen hat mit den historischen Romanen? Überhaupt passt sein ganzes Verhalten eher auf jemanden, der mindestens zehn Jahre älter ist.

    Bei Kira weiß ich nicht recht, ob das hier auch zutrifft. Sie ist auch Ende Zwanzig und erfolgreiche Patentanwältin, die nun einen Burn Out hat. Dazu muss man ja eigentlich schon lange unter Druck gestanden und viel gearbeitet haben. Und zuvor hat sie ja auch wohl noch Jura studiert. Ich weiß nicht, wie der Ablauf in den USA ist, aber ein Studium dauert dort sicher auch mehrere Jahre.

    Wären beide Charaktere zehn Jahre älter, wäre das Ganze vielleicht etwas authentischer.

    Aber vielleicht sollte ich über solche Dinge nicht nachdenken ;)

    Und was die Lösung des Rätsels um Pamela Saxby betrifft, da hatte ich ziemlich schnell die richtige Vermutung, wer dahinter steckt. Nur der Grund wurde dann erst später klar.


    Wie gesagt, es gab viele Szenen, die mir sehr gut gefallen haben, aber für meinen Geschmack etwas zu viel Romantik. Der Schreibstil hat mir jedoch gut gefallen und vielleicht bekommt die Autorin mit einem anderen Buch noch mal eine Chance bei mir. ;)


    Veröffentlicht am 13.10.21

    Ich fand das Buch auch super!


    Eigene Meinung:


    Melanie ist seit zwei Jahren Witwe und hat das Gefühl, mit ihrem Mann gestorben zu sein. Sie zwingt sich zwar, jeden Morgen aufzustehen und eine gewisse Routine in ihren Alltag zu bringen, aber es fällt ihr unendlich schwer. David war ihre große Liebe, ihr ganzer Lebensinhalt und es gelingt ihr nicht, wieder ins Leben zurück zu finden. Da erhält sie einen Anruf ihrer Mutter. Mels Großmutter Lene ist mit fast neunzig Jahren gestürzt und ans Bett gefesselt. Ihre Mutter bittet Mel, für vier Wochen während der Zeit ihres lange gebuchten Urlaubs, auf den alten Bauernhof zu reisen und sich um Lene zu kümmern. Sie rafft sich auf und fährt in den Westerwald. In ihrer Erinnerung hat ihr die wortkarge Lene schon als Kind Angst eingejagt und der einsame Hof, wo nachts der Wind in den Bäumen flüstert und um die alten Mauern streicht, war ihr immer schon unheimlich. Der Empfang ist auch zunächst wenig herzlich, aber nach und nach nähern sich die beiden Frauen an und als Lene Melanie ihre Lebensgeschichte erzählt, beginnt sie die ältere Frau zu verstehen, ihr ganzes Verhalten gegenüber ihrer Familie in der Vergangenheit sieht sie plötzlich ein einem anderen Licht.

    "Der Windhof" erzählt die Geschichte von zwei Frauen, die das Schicksal hart getroffen hat. Es wird auf zwei Zeitebenen erzählt. Melanies Geschichte spielt in der Gegenwart. Wir lernen sie kennen, als sie durch den Tod ihres Mannes am Tiefpunkt ihres Lebens ist. Die Betreuung ihrer Großmutter nimmt sie nur auf sich, um ihrer Mutter einen Gefallen zu tun. Am Ende ist diese Entscheidung aber genau der richtige Weg, um selbst wieder zurück ins Leben zu finden.

    Lenes Geschichte beginnt 1936 in Essen. Durch eine Entscheidung ihrer Eltern wird sie mit gerade mal siebzehn Jahren in den Westerwald geschickt, zu einem Mann, den sie kaum kennt. Erst mit der Zeit wird der Windhof auch ihr Zuhause. Dann kommt der Krieg, der alles verändert.

    Mir hat das Buch sehr gut gefallen, besonders die Geschichte von Lene. Eine mutige Frau, die für ihre Familie, ihre Freunde und ihre Überzeugung kämpft und dafür auch ihr Leben riskiert.

    Aber auch die Entwicklung von Melanie hat mir gefallen. Mit der Zeit erkennt sie endlich wieder, dass das Leben auch schön sein kann und dass es auch eine Zeit nach dem Tod ihres Mannes geben kann. Auch das sich bessernde Verhältnis zwischen Großmutter und Enkelin fand ich sehr schön beschrieben.

    Auch die damalige Situation im Allgemeinen fand ich sehr realistisch dargestellt. Wer gegen das Regime war, war ein Feind und wurde sogar von den Menschen denunziert, mit denen er kurz zuvor vielleicht noch befreundet war. Das finde ich wirklich beängstigend und ich hoffe sehr, dass diese Zeiten nicht wiederkommen.

    Wer Familiengeschichten mag, die auf zwei Zeitebenen spielen, dem kann ich "Der Windhof" auf jeden Fall empfehlen.


    Veröffentlicht am 22.09.21

    Eigene Meinung:


    Buchhändlerin Emma ist 38 Jahre alt, als sie nach dem Tod ihrer Eltern auf deren Spuren nach London reist. Sie hofft, ihnen so noch einmal nahe zu sein, denn dort haben sich Peggy und Hannes vor dreiundvierzig Jahren kennengelernt. Gemeinsam haben sie dann nach ihrer Heirat in Deutschland einen Buchladen eröffnet. Hier ging es nie um Profit, sondern um die Liebe zu Büchern, die Emma von ihren Eltern geerbt hat. Deswegen fällt es ihr auch sehr schwer, nun in der Filiale einer Buchhandelskette nur die teuersten Bestseller zu verkaufen. In London will sie sich klar werden über ihre Zukunft. Im St. James Park läuft ihr der Hund Jimmy über den Weg und als sie ihn zu seiner Besitzerin zurückbringt, macht diese Emma zu Dank ein Angebot, das sie nicht ablehnen kann: Die Witwe Ava Allington besitzt in Cornwall ein Anwesen mit einer riesigen Bibliothek, die unbedingt katalogisiert und auf den neuesten Stand gebracht werden muss. Also reist Emma nach Rosewood Manor. Dort trifft sie überraschend auf Avas Sohn Ethan, von dem Ava ihr schon so viel erzählt hat, dass Emma glaubt, ihn bereits zu kennen. Ethan ist allerdings nicht erfreut, sie dort zu sehen, da er dringend Zeit zum Nachdenken und für sich allein braucht.

    Cornwall, Rosen und Bücher. Was braucht man mehr, um eine gute Geschichte zu schreiben? Eine Autorin, die wunderschöne Worte findet, ohne dabei zu blumig oder gar schnulzig zu werden. Und das hat Gabriele Diechler hier geschafft.
    Sie schreibt im Nachwort, dass England für sie ein Sehnsuchtsland ist. Das merkt man und ich kann es sehr gut nachempfinden, denn mir geht es genauso. Ganz besonders Cornwall ist ein Traum.
    Die Roseninsel ist nahe St. Ives angesiedelt und als Emma den Ort besucht und alles genau beschrieben wird, fühlt es sich an, als sei man hautnah dabei. Auch Rosewood Manor sieht man mit Emmas Augen, den Rosengarten, die Bibliothek, alles wird lebendig beschrieben.

    Die Figuren sind authentisch und liebevoll gezeichnet. Emma ist eine sympathische Frau, die gar nicht viel vom Leben erwartet, aber trotzdem schon einiges erleiden musste. Sie ist in der warmherzigen Obhut ihrer Eltern aufgewachsen und hofft, eines Tages einen ähnlichen Seelenverwandten zu finden, wie ihre Mutter in ihrem Vater fand und umgekehrt. Und sie will mehr, als einfach nur Bücher verkaufen und damit Geld verdienen. Da kommt das Projekt Herzenssachen natürlich genau richtig.
    Auch Ava Allington ist eine wunderbare Figur. Mit ihren achtzig Jahren steht sie immer noch fest im Leben und möchte eigentlich nur, dass ihr Sohn endlich glücklich wird. Und sie teilt Emmas Liebe zu Büchern.
    Ethan ist mit Ende dreißig mal hier, mal dort, immer geschäftlich unterwegs in der Welt und selten länger als drei Tage an einem Ort. Das ist natürlich auch nicht förderlich für eine längere Beziehung. Aber auch er hat eine Leidenschaft für Bücher und sein neues Projekt ist für ihn genau das, was der Name sagt, eine Herzenssache.
    Auch die Nebenfiguren sind nicht oberflächlich. Da ist der Chauffeur Jasper, die Hausdame Sally und natürlich Emmas beste Freundin Marie. Nicht zu vergessen Hund Jimmy, der immer mal für ein Lächeln sorgt.

    Es geht um vieles im Buch, um Liebe und Vertrauen, Krankheit und Verlust, aber auch um Glück und Hoffnung. Und dass man viel erreichen kann, wenn man nur den Mut hat, es zu versuchen.


    Veröffentlicht am 29.06.21


    Autor: Behrens, Lina

    Titel: Das Stranddistelhaus

    Verlag: FISCHER Taschenbuch

    Erschienen: 26. Mai 2021

    ISBN 10: 3596705665

    ISBN 13: 978-3596705665

    Seiten: 432 Seiten

    Einband: Taschenbuch

    Preis: 10,99 Euro


    Eigene Inhaltsangabe:


    Eine Insel. Drei Frauen. Drei Schicksale.

    Spiekeroog 2019. Nachdem Rieke herausgefunden hat, dass ihr Mann sie betrügt und sogar verlassen will, erleidet sie einen Hörsturz, auch bedingt durch die viele Arbeit in den letzten Jahren. Ihr Arzt erklärt ihr eindringlich, dass das ein Warnschuss war und sie sich unbedingt die nächsten Wochen schonen muss. Also flüchtet sie auf die kleine Nordseeinsel Spiekeroog, wo ihre Familie seit Jahren ein Ferienhaus hat. Der Zustand des Stranddistelhauses ist allerdings eher schlecht und Handwerker sind zur Zeit schlecht zu bekommen. Rieke aber ist fest entschlossen, aus dem Haus wieder ein idyllisches Feriendomizil zu machen und stürzt sich in die Renovierungsarbeiten.

    Im Jahr 1962 steht die große Sturmflut gerade bevor und Viola versucht alles, ihre kranke Mutter von der Insel und in Sicherheit zu bringen. Aber Cäcilia weigert sich, nie wieder wird sie Spiekeroog verlassen. Eine Erklärung gibt sie dafür nicht ab. Viola fragt sich, ob es etwas mit ihrem Vater zu tun hat, von dem sie nichts weiß. nich einmal, ob er noch lebt. Cäcilia spricht niemals über die Vergangenheit, ihre Tochter weiß so gut wie nichts über ihr Leben vor ihrer Geburt. Viola, die als Lehrerin auf Spiekeroog arbeitet, setzt sich in ihrer Freizeit für die Natur der Insel ein. Ganz besonders das Friederikenwäldchen, ein vor mehr als hundert Jahren künstlich angelegter Wald, liegt ihr am Herzen. Ihre Mutter liebt den kleinen Wald und Viola möchte diesen Ort der Stille unbedingt erhalten, nachdem das Salzwasser, das mit der Sturmflut kam, nun die Bäume bedroht.

    1933. Silvia und ihr Mann erleben hautnah die Machtergreifung Hitlers mit. Joachim gerät als Systemkritischer Journalist einer Lübecker Tageszeitung ins Visier des Regimes. Viele seiner Kollegen sind bereits einfach verschwunden und niemand weiß, was mit ihnen passiert ist. Silvia ist überzeugt, dass nur eine Flucht sie beide retten kann. Sie erinnert sich an unbeschwerte Sommerurlaube in ihrer Kindheit auf der Insel der Stille, Spiekeroog und überzeugt Joachim schließlich, dorthin zu gehen. Aber auch hier ist die Sicherheit trügerisch...


    Eigene Meinung:


    Was für ein tolles Buch! Ich habe es in wenigen Tagen gelesen und bin begeistert und bewegt. Von den Geschichten an sich und vom Erzählstil.

    Man erfährt in den Kapiteln immer abwechselnd, wie es mit Rieke, Viola und Silvia weitergeht und ist hautnah dabei, hat an ihren Schicksalen Anteil und fühlt mit ihnen.

    Ganz besonders berührt hat mich die Geschichte von Silvia und Joachim. Hier wird deutlich, dass das damalige Regime auch ganz normale Leute verfolgt und mundtot gemacht hat. Einfach nur Menschen, die eben nicht so blind waren wie viele und nicht daran glaubten, dass Hitler der Heilbringer für Deutschland war. Die ihre Meinung sagten gegen die Machenschaften der Regierung und dadurch in Lebgensgefahr gerieten.

    Auch die Entwicklung von Rieke hat mir gefallen, denn sie findet bei der Arbeit an ihrem Ferienhaus zu sich selbst.

    Am Ende werden auch einige Fäden zusammengeführt und man erfährt, wie die Schicksale der drei Frauen zusammenhängen. Für alle drei war ihre Reise nach Spiekeroog ein Wendepunkt in ihrem Leben und auch die Kraft der Natur spielt eine große Rolle in den Geschichten.


    Die Nordeseeinsel Spiekeroog ist wohl die heimliche Haupt"figur" im Buch. Durch Silvias eigene Recherchen erfährt man auch ein bisschen über die "Insel der Stille". Ich war schon sehr oft in Ostfriesland und habe auch bereits die Inseln Juist und Wangerooge besucht, aber Spiekeroog kenne ich selbst noch nicht. Ich denke aber, das wird sich bald ändern, denn das Friederikenwäldchen möchte ich sehr gerne mit eigenen Augen sehen.


    Fazit: Ein lesenswerter, bewegender Roman, der in drei unterschiedlichen Zeiten spielt und die Schicksale dreier Frauen verbindet. Authentisch und fesselnd.


    Veröffentlicht am 09.06.21


    Autor: Barns, Anne

    Titel: Bernsteinsommer

    Verlag: HarperCollins

    Erschienen: 23. März 2021

    ISBN 10: 3749900205

    ISBN 13: 978-3749900206

    Seiten: 284 Seiten

    Einband: Taschenbuch

    Preis: 12,00


    Eigene Inhaltsangabe:


    Die gelernte Konditorin Christina hat vor ein paar Jahren ihr eigenes Café eröffnet, das sie zusammen mit ihrer besten Freundin Liljana in Frankfurt führt. Allerdings müsste der Laden dringend saniert werden und dann kommt auch noch ein Wasserschaden hinzu. Auch privat ist es zur Zeit nicht einfach. Christinas Mann hat sich von ihr getrennt und ihr Vater ist seit einigen Jahren ań Alzheimer erkrankt und lebt in einem Pflegeheim. Er verändert sich und lebt immer mehr in seiner eigenen Welt. Sie kann förmlich sehen, wie der Vater, den sie kannte, mehr und mehr verschwindet und kommt nur schwer damit klar. Doch dann fragt er eines Tages nach seinen Malkreiden und positiv gestimmt, macht sie sich in seinem ehemaligen Arbeitszimmer auf die Suche. Dabei findet sie ein Ölgemälde, das nicht von ihrem Vater stammen kann, denn es ist so ganz anders, als die Aquarelle ihres Vaters, die in ihrem Cafe die Wände schmücken. Neugierig geworden begibt sich Christina auf eine Reise in die Vergangenheit. Auf Rügen und Hiddensee deckt sie alte Familiengeheimnisse auf und lernt so viele wunderbare Menschen kennen.


    Eigene Meinung:


    "Bernsteinsommer" ist der neue Sommerroman von Anne Barns und erführt den Leser dieses Mal von Frankfurt und Hanau an die Ostsee nach Rügen und Hiddensee. Und es gibt ein Wiedersehen mit einigen Charakteren aus "Eisblumenwinter", denn Thea, die Christina auf Rügen besucht, ist die Cousine ihres Vaters. Ich finde es schön, wie die Autorin ihre Geschichten miteinander verbindet, neue Figuren auf "alte" treffen lässt und so den Faden weiterspinnt.

    Christina war mir gleich sympathisch. Vermutlich weil ich ihre Situation so gut nachempfinden kann, denn meine Mutter ist vor einigen Jahren an Demenz erkrankt und es fiel mir sehr schwer ihren geistigen Verfall mitanzusehen. Ich finde, Anne Barns hat die ganze Situation sehr realistisch geschrieben. Bei manchen Szenen mit dem Vater kann man sogar schmunzeln (Stichwort Pferd).

    Die Szenen auf Rügen und Hiddensee sind anschaulich beschrieben. Es ist, als würde man selbst am Strand entlanglaufen, die Kreidefelsen und Leuchttürme bewundern und Bernstein suchen. Man hört die Ostsee an den Strand plätschern und kann das Salz förmlich schmecken. Vielleicht konnte ich es mir auch so gut vorstellen, weil ich selbst schon auf Rügen war.

    Überhaupt ist der gesamte Schreibstil sehr angenehm und man fühlt sich mit dem Buch einfach wohl, auch wenn es nicht immer luftig und leicht ist, sondern auch ernste Themen wie Alzheimer und der Zweite Weltkrieg eine Rolle spielen. Aber das macht "Bernsteinsommer" so authentisch.

    Fazit: Ein Sommerroman zum Wohlfühlen, ohne "Schmalz", dafür mit Tiefgang und liebevollen Charakteren. Und natürlich wird wieder viel geschlemmt und am Ende gibt es auch ein paar Rezepte.


    Veröffentlicht am 09.06.21

    Eigene Meinung:


    Westpreußen 1904. Charlotte von Bargelow ist Anfang 20 und noch unverheiratet. Und eigentlich will sie auch gar nicht heiraten. Sie würde viel lieber wieder zurück nach Paris gehen und ihr Studium fortsetzen. Aber zur Hochzeit ihrer jüngeren Schwester reist sie zurück nach Hause und erfährt, dass das Familiengut Falkensee in finanziellen Schwierigkeiten ist. Um ihr Zuhause zu retten, willigt sie schließlich ein, den wohlhabenden Witwer Baldur von Krammbach zu heiraten. Dabei gehört ihr Herz eigentlich dem Polen Karol, den sie zufällig bei ihrer Heimreise kennenlernt.

    Ich habe das Buch in einer Leserunde der Lesejury gelesen und die Autorin Luisa von Kamecke hat diese auch begleitet und Fragen beantwortet. Dafür erst einmal ein dickes Dankeschön.

    Insgesamt hat mir "Die Frauen von Gut Falkensee" gut gefallen. Es liest sich leicht und neben der Familiengeschichte erfährt man auch historische Fakten und Hintergründe der damaligen Zeit in Westpreußen. Mir war z. B. gar nicht bewusst, dass es den Staat Polen zur damaligen Zeit gar nicht gab und die Polen deswegen im Grunde heimatlos waren und in Westpreußen nur geduldet. Sicher habe ich das mal in der Schule gelernt, aber dann anscheinend erfolgreich verdrängt. ;)

    Der Schreibstil ist lebendig und anschaulich, sehr schön fand ich die Beschreibungen der weiten Landschaft, man sieht die Felder, Wiesen und Wälder direkt vor sich.
    Die Autorin hat in der Leserunde gesagt, dass dieses Buch eine Herzensangelegenheit für sie ist und ich finde, das merkt man auch.

    Es gibt eine Vielzahl von Charakteren. Da ist zum einen die Familie von Bargelow, Charlottes Eltern und ihre zwei Geschwister. Dann leben auf dem Gut, wie es damals in den adeligen Kreisen in West- und Ostpreußen üblich war, auch viele Bedienstete. Zwei Welten, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Deutlich wird das besonders durch Fine, eine Freundin von Charlotte aus Kindertagen aus dem Dorf, die nun auf Gut Falkensee als Dienstmädchen arbeitet und alleine dadurch gibt es nun eine unsichtbare Barriere zwischen den beiden, die sich früher jedes Geheimnis anvertraut haben.

    Charlotte war mir gleich sympathisch, denn eigentlich gibt sie nicht viel auf die damaligen Konventionen. Sie beteiligt sich bei Feierlichkeiten an Diskussionen, liest die Zeitung und interessiert sich für das politische Geschehen. Und für ihre Heimat, Gut Falkensee, ist sie bereit, eine Zweckehe einzugehen.
    Bei Alice bin ich etwas zwiegespalten. Zum einen tat sie mir leid, andererseits fand ich ihr Verhalten gegenüber ihrer Familie recht unfair. Auch die Vorwürfe gegenüber Charlotte.
    Frederick tat mir sehr leid, eine solche Krankheit in dem Alter muss schlimm sein.
    Veronika, Charlottes Mutter, ist perfekt in ihrer Rolle als Gutsherrin. Allerdings fand ich es schade für sie, dass sie kein so inniges Verhältnis zu ihrem Sohn hatte. Aber das war wohl üblich damals in den Kreisen, dass das Kindermädchen den Kindern näher war, als die eigene Mutter.

    Fazit: Ein historischer Roman, der mich von Anfang bis Ende gut unterhalten hat und ich freue mich jetzt schon auf die Fortsetzung.


    Erstellt am 02.03.21

    CBD ist Hanf Öl. Gut gegen ganz viel, vor allen Dingen schmerzlindernd.

    Also man soll eine halbe Stunde vor dem Schlafen nicht mehr aufs Handy oder Tablet schauen. Hörbuch klingt gut, aber es sollte natürlich nicht zu spannend oder gruselig sein.

    Vielleicht helfen Bachblüten?

    Eigene Meinung:


    Nach einer Trennung kehrt Jana nach Jahren von Gran Canaria zurück in ihre Heimat St. Peter-Ording. Hier möchte sie neu anfangen und zusammen mit ihrer langjährigen Freundin Pütti ein Geschäft eröffnen. Jana verkauft selbstgemacht Kerzen, Öle, Heilsteine und Pütti kümmert sich im angeschlossenen kleinen Café um das leibliche Wohl der Kunden. Es ist kurz vor Weihnachten und die Idee kommt im Ort gut an.

    Jana trifft auch ihren "Schwarm" aus der Schule wieder, der sie aber damals nicht beachtet hat. Inzwischen hat Ayk direkt gegenüber eine Buchhandlung und die beiden sehen sich öfter. Eines Tages kommt er mit einer ungewöhnlichen Bitte zu ihr: Jana soll ihm helfen, den Zauber des Meeres einzufangen.


    Das ist wieder ein wunderbarer Wohlfühlroman von Tanja Janz. Ich muss sagen, ich mag ihre Wintergeschichten am liebsten, wahrscheinlich, weil ich diese Jahreszeit einfach mag. Sie verbreiten beim Lesen eine gemütliche, heimelige Atmosphäre. Genau das, was man im Moment braucht.

    Es geht um die kleinen Hochs und Tiefs im Leben, aber es gibt keine übertriebenen Dramen, keine kitschigen Liebesgeschichten, alles wirkt so...normal. Es könnte jedem passieren. Und das mag ich.


    Auch die Beschreibung des winterlichen, verschneiten Küstenorts ist wunderbar gelungen, die Salzwiesen, die kalte Seeluft, der vereiste Strand, das gemütliche Kapitänshaus, alles wird vor den Augen des Lesers lebendig. Und es macht Lust auf eine kalte Weihnachtszeit, vielleicht auch mit Schnee.


    Und am Ende gibt es auch wieder leckere Rezepte, wie der Golden Milk Latte. Bestimmt ein super Getränk für kalte Winterabende, auch wenn man nicht an der Nordseeküste wohnt.


    Von mir gibt es eine absolute Leseempfehlung, für alle, die einfach für eine Weile abtauchen möchten. Gerade in dieser Zeit braucht man solche Geschichten.


    31.12.2020