Phillips, Michael: Schwert und Krone


  • Autor: Michael Phillips
    Titel: Schwert und Krone
    Originaltitel: ---
    Verlag: Bastei Lübbe
    Erschienen: 2002
    ISBN 10: 3404147162
    ISBN 13: 978-3404147168
    Seiten: 783 Seiten


    Inhaltsangabe:


    Andrew Trentham ist der führender Politiker der Liberalen Fraktion im Londoner Parlament. In der nächsten Periode soll es zu einer Abstimmung über die Selbstverwaltung Schottlands kommen. Während die Haltung der meisten Parlamentarier und Fraktionen längst feststehen, haben sich die Liberalen noch nicht entschieden. Sie werden gemeinsam abstimmen – so, wie Andrew Trentham es ihnen empfehlen wird und damit den Ausschlag in der Entscheidung geben. Aus dieser Situation heraus macht sich Andrew Trentham auf eine Reise in die Vergangenheit Schottlands, denn er möchte mehr über das Land seiner Vorfahren wissen. Seine Entscheidung bei der Abstimmung wird wichtig sein, deshalb muss er vorher herausfinden, was es mit Schottland und dem Streben nach Selbstständigkeit auf sich hat. Er bereist also Schottland. In Träumen und unendlichen Zeitsprüngen sieht er als er den Hügel in den schottischen Highlands überschreitet, die Vergangenheit….


    In einem kleinen Dorf findet er Männer in Kilts und Tartans, mit Schwertern und Dolchen. Es sieht so aus als wäre die Zeit hier stehen geblieben.


    Doch mit seiner Reise gerät er auch den uralten Konflikt zwischen Schotten und Engländern, den Kampf um die Königskrone des Landes ...


    Meine Meinung:


    Das Buch „Krone und Schwert“ des Autors Michael Phillips ist die Fortsetzung von "Der Stein der Kelten". Leider wusste ich das nicht, als ich das Buch erworben habe. Das Thema interessierte sich mich sehr, die eindrucksvolle Geschichte der Highlands hat mich schon oft beschäftigt. Ich war sehr gespannt auf dieses Buch und wollte mich nicht von den negativen Rezensionen davon abbringen lassen. Hauptthema des Buches ist die „Schottlandfrage“, die politische Entscheidung ob Schottland selbstständig werden soll oder nicht.


    Bis 1707 war es ein eigenständiges Königreich, in jenem Jahr wurde es mit dem Königreich England – mit dem es bereits seit 1603 in Personalunion regiert wurde – vereinigt. 1997 stimmte die schottische Bevölkerung mit überwältigender Mehrheit für ein eigenes Parlament mit begrenzten Kompetenzen innerhalb des Vereinigten Königreichs. 1999 wurde ein neues schottisches Parlament gewählt. Es ist für innerschottische Angelegenheiten zuständig.


    Der Autor berichtet vom Leben der Kelten mitten in der Jahrtausendwende im Besonderen über den Krieg zwischen den Schotten und den Engländern. Er zeigt auch die kriegerischen Irrtümer, falsche Vaterlandsliebe auf und geht speziell auf die beeindruckende Kultur und die tiefverwurzelte Tradition der Schotten ein. Sehr anspruchsvoll ist die Schilderung der Landschaft sowohl auf die damalige als auch auf die heutige Situation hin bezogen.


    Das Buch ist in 12 Kapitel unterteilt. Der Prolog ist etwas verwirrend, denn er handelt um den Erwerb eines schottischen Grundstückes. Die Geschichte steigt dann auf einmal in die politische Geschichte Londons ein. Hier trifft auf den Protagonisten Andrew Tretham, der mir von Beginn an sehr sympathisch war. Es gibt viele einzelne Handlungsstränge, deren Sinn man erst im Laufe der Geschichte versteht. Wahrscheinlich hängt das auch damit zusammen, dass ich den ersten Teil nicht gelesen habe. Am Ende finden allerdings alle Handlungsstränge zusammen. Doch im Mittelteil war das gar nicht mehr so wichtig, denn ich befand mich mitten in der sagenumwobenen Vergangenheit Schottlands. Das Buch hat mich total gefangen genommen und ich konnte gar nicht mehr aufhören zu lesen.


    Der Autor gibt einen detailliert beschriebenen Überblick über das damalige Leben, die Gesellschaft und die Einstellung der Menschen. Er erklärt die Motive und Hintergründe der Geschichte unglaublich spannend. Der Autor zieht dabei alle Register. Seine Charaktere nehmen durch die personelle Erzählung Gestalt vor dem Leser an. Man befindet sich mitten im Geschehen. Die Perspektiven wechseln laufend, ebenso wie die Orte. Die Zeitsprünge sind sehr gut untergebracht. Die Spannung wird durch die vielen Szenenwechsel erhöht.


    Der Autor führt den Leser zu historischen Begegnungen und lässt den Protagonisten quer durch Schottland reisen. Man sieht vor einem inneren Auge die Highlands vor sich, die Menschen in Kilt und Tartan und erlebt die Kämpfe um Schottland hautnah.


    Der Autor versteht es dem Leser einen Geschichtsunterricht spannend zu vermitteln. Das Buch ist sehr geschichtsträchtig und authentisch, aber der Autor schafft es damit sehr intensiv, fesselnd, behutsam und vorsichtig umzugehen.


    Veröffentlicht am: 18.10.2016