Paul, Dana: Ein Zimmer über dem Meer


  • Autor: Paul, Dana
    Titel: Ein Zimmer über dem Meer
    Originaltitel: -----
    Verlag: List Taschenbuch
    Erschienen: 12.08.16
    ISBN 10: 3548613241
    ISBN 13: 978-3548613246
    Seiten: 432
    Einband: Taschenbuch
    Serie: -----
    Preis: 9,99 Euro


    Inhaltsangabe:
    Kims große Liebe Jake stürzt mit dem Flugzeug ab und sie verliert den Boden unter den Füßen. Ein Leben ohne Jake kann sie sich nicht vorstellen und fährt deshalb nach Cornwall zu den Klippen, unweit der Absturzstelle und will hinunterspringen.
    Doch im letzten Moment kann die 86 jährige Janet sie zum umkehren bewegen und lädt Kim in ihr Haus ein.
    Janet weiß natürlich was Kim vorhatte und bittet sie eine Weile bei ihr zu bleiben und sich zu erholen. Sie händigt Kim ein Tagebuch aus, welches von Leandra geschrieben wurde, die ebenfalls unglücklich verliebt war und sich das Leben nehmen wollte.


    Meine Meinung:
    Dana Paul ist ein Pseudonym von Corina Bomann und ich habe sie auch gleich wieder an ihrem unverwechselbaren Schreibstil erkannt. Ich kenne ja alle anderen Familiengeheimnisse der Autorin und war daher sehr gespannt, was mich in dieser Geschichte erwartet.
    Aber leider wurde ich hier etwas enttäuscht.
    Die Geschichte an sich ist schön wie immer, Corina Bomann erzählt in einer ruhigen Art und Weise und hat auch wieder sehr nette Charaktere erschaffen.
    In der Gegenwart lernen wir Kim, Janet und ihren Enkel Dan kennen.
    Janet ist so eine warmherzige Person, die ich sofort zur Oma möchte und ich bin froh, dass sie Kim retten konnte.
    Kim war mir oft zu egoistisch, so hat sie sich tagelang nicht mehr bei ihrer Mutter gemeldet und hat sich auch öfters nicht der Situation angepaßt verhalten.
    Dan hingegen fand ich wieder sehr sympathisch und ich habe ihn sehr bewundert, wie er wirklich alle Wünsche seiner Großmutter erfüllt.


    Die Vergangenheit wird uns von Leandra anhand eines Tagebuches erzählt.
    Leandra war meine Lieblingsprotagonistin und hatte mein ganzes Mitgefühl. Sie hat sich so tapfer geschlagen und alle Gehässigkeiten von ihrem Mann und seiner Schwester erduldet.
    Die ganze Geschichte ist ja eher ruhig, nur dieser Teil ist wirklich sehr spannend und ich fieberte dem Ende entgegen, wie es mit Leandra und ihrem Geliebten weitergeht. Doch das erfahren wir leider nicht. Und das hat mich doch ziemlich enttäuscht. Beim Epilog werden dann noch einige Vermutungen angestellt, aber es bleiben soviele Fragen offen, die die Autorin auch anschneidet, aber ich frage mich, warum die Geschichte dann nicht zu Ende erzählt wurde.


    Leider sind auch einige Logikfehler enthalten und des öfteren wurden Dan und Jake verwechselt.


    Insgesamt habe ich die Geschichte aber gerne gelesen, sie ist für das schöne sonnige Wetter jetzt genau richtig.


    Veröffentlicht am:
    25.08.16


    LG Karin


  • Meine Meinung:


    Kim möchte sich das Leben nehmen, denn sie sieht einfach keine andere Möglichkeit mehr, sie hat, seit dem Tod ihres Verlobten, einfach aufgehört zu leben. Aber als sie da an der Klippe steht und nur noch einen Schritt machen muß um in die Tiefe zu fallen, da wird sie von Janet aufgehalten, die gerade einen Spaziergang macht und Kim dort gesehen und gleich erraten hat, was diese vor hat. Kim findet das natürlich erstmal alles andere als gut, doch die Gespräche mit Janet, ein Tagebuch und Dan geben Kim mit der Zeit neuen Mut und lassen sie vieles in einem anderen Licht sehen.


    Kim tat mir am Anfang ziemlich leid und ich konnte auch ihren Schmerz verstehen, allerdings je mehr man über Jake erfährt, desto weniger kann ich ihren Entschluß begreifen sich das Leben zu nehmen. Aber ok, da ist natürlich jeder Mensch anders, trotzdem fand ich sie am Ende nicht mehr ganz so sympathisch, sie wirkt manchmal sogar regelrecht egoistisch. Dan war ganz nett, aber wieso er sich so zu Kim hingezogen gefühlt hat wurde mir irgendwie zu wenig thematisiert, das kam eher so rüber wie, sie war halt da und niemand sonst. Janet fand ich aber klasse, eine wirklich tolle Frau, die schon viel in ihrem Leben durchgemacht hat und doch immer wieder auf die Beine gekommen ist und was sie gesagt hat hatte eigentlich immer Hand und Fuß.


    In dem Buch gibt es auch Tagebucheinträge und diese sind von Leandra, die stumm ist und an einen ganz grausamen Mann verheiratet worden ist. Diese Einträge sind aus dem Jahr 1813 und Leandra war mir sofort sympathisch und tat mir so leid, weil sie kein Glück mit ihrem Ehemann hatte. Damals war es ein ziemlicher Makel wenn man stumm war und Leandras Vater war daher froh, das er sie überhaupt verheiraten konnte, doch vielleicht hätte er sich lieber mal über Clemo informieren sollen. Clemo und seine Schwester Emblyn fand ich wirklich ganz schrecklich, wie sie mit Leandra umgehen ist einfach unfassbar, darum war ich echt froh, das es Christian gab, der so nett und hilfsbereit war.


    Ich fand die Geschichte eigentlich nicht schlecht, zumindest bis zum Ende hin, denn es war recht spannend, besonders die Tagebucheinträge. Aber das mit Janet hat mir gar nicht gefallen, ich meine, das es so kommen würde hatte ich schon geahnt, aber ich hatte mir da doch was anderes gedacht und nicht das sie noch sowas durchmachen muß. Außerdem wurde mir am Schluß vieles einfach zu schnell abgehandelt, gerade Leandras und Christians weiterer Weg bleibt im Unklaren und man kann sich da nur selbst was zusammenreimen, was ich schon recht schade finde. Auch wie es mit Kim und Dan weitergeht wird eher beiläufig erwähnt. Was ich auch nicht so schön fand war, das es einige logische Fehler gab, da hieß es zum Beispiel, das Kim drei Wochen lang Strohwitwe ist, kurze Zeit später waren es dann nur noch 14 Tage. Dann hält Kim mal einen Zeitungsschnipsel in der Hand und kurz darauf holt sie ihn nochmal aus ihrer Jackenasche, dabei hatte sie ihn ja gar nicht weggetan und genauso hat sie kein Gepäck dabei, stellt aber dann plötzlich eine Tasche neben das Bett, außerdem wurde aus Jake auch mal Dan.


    Veröffentlicht am: 31.08.2016