Koelle, Patricia: Der Horizont in deinen Augen


  • Autor: Koelle, Patricia
    Titel: Der Horizont in deinen Augen
    Verlag: FISCHER Taschenbuch
    Erschienen: 23. Juni 2016
    ISBN 10: 3596032989
    ISBN 13: 978-3596032983
    Seiten: 592 Seiten
    Einband: Taschenbuch
    Serie: Ostsee-Trilogie Band 3
    Preis: 9,99 Euro


    Inhaltsangabe:


    Zitat

    Berlin, 1989: Die junge Architektin Ylvi lernt in der Mauerfallnacht den Gärtner Theo kennen. Eine Begegnung, die ihr Leben auf den Kopf stellt, denn sie ist verheiratet und jetzt ist sie schwanger. Als ihre Mutter, die auf Teneriffa lebt, stirbt, findet sie in deren Hinterlassenschaft einen Brief ihres Vaters. Er ist eine Beichte und eine Bitte. Ylvi reist nach Ahrenshoop an der Ostsee, um endlich zu erfahren, wer sie wirklich ist...


    Quelle: Amazon.de


    Meine Meinung:


    Ylvi lernt in der Nacht, in dem die Mauer fällt, Theo kennen, mit ihm verbringt sie wundervolle und zauberhafte Stunden, es ist als würde es nur sie beide geben und ihnen stände alles offen. Doch zurück in der Realität wird Ylvi schnell klar das diese Nacht alles auf den Kopf gestellt hat, denn sie ist schwanger, dabei ist sie doch verheiratet, wie soll sie damit nun umgehen und vor allem soll sie ihrem Mann Ricky die Wahrheit erzählen?! In Ahrenshoop macht Claas immer öfters auf sich aufmerksam, er ist ungehalten, denn laut ihm ist die Familie immer noch nicht komplett versammelt. Doch wer könnte noch fehlen?!


    Ylvi mochte ich eigentlich recht gerne, auch wenn ich sie in der Beziehung zu Ricky einfach zu passiv finde, sie läßt sich viel zu viel gefallen und gibt nie wirklich contra. Selbst wenn einem Harmonie über alles geht sollte man doch wenigstens mal sagen wenn einem was nicht paßt. Die Zeit in Berlin hat Ylvi jobmäßig auf jeden Fall ganz gut genutzt, aber glücklich war sie dann erst auf Teneriffa. Richtig toll fand ich aber ihre Tochter Remy, die ist so fröhlich und offen, sie geht auf jeden direkt zu, hat keine Berühungsängste und fühlt sich irgendwie überall erstmal wohl. Ricky war so gar nicht mein Fall, ein totaler Choleriker und wenn es nicht nach ihm geht flippt er sofort aus.


    In Ahrenshoop trifft man natürlich sofort auf alte Bekannte und es war so schön zu lesen was bei ihnen, in den letzten Jahren, alles so passiert ist. Das war irgendwie wie heimkommen, wenn sich mal wieder alle in Carlys Küche treffen und offen über alles reden. Außerdem ergänzen sie sich alle so gut, jeder hat so seine kleinen Macken, aber es gibt dann immer jemanden, der diese kompensiert und dadurch ergibt sich dann immer ein stimmiges Bild. Carly ist mir zum Beispiel manchmal etwas zu vorsichtig, aber Tyrin hebt das dann mit ihrer direkten Art auf und dadurch bekommen sie dann auch eher Antworten. Flömers Worte fand ich hier auch mal wieder total toll, er ist so ein vielschichtiger und weiser Mann, mit ihm würde ich auch gerne mal auf dem Steg sitzen und reden. Alle Charaktere sind mir in Ahrenshoop irgendwie sympathisch, nur mit Nicholas werde ich wohl einfach nicht mehr warm und Myra ist oft auch nicht gerade leicht, aber ihre Passagen fand ich echt interessant und man lernt sie nun auch mal viel besser kennen.


    Mir hat die Geschichte sehr gut gefallen, Patricia Koelle schreibt so bildlich und ich mache irgendwie jede mögliche Emotion durch, wenn ich ihre Bücher lese. Einige Sätze sind auch ziemlch poetisch, aber sie passen einfach so perfekt in die Geschichte, das man gar nicht zum stocken kommt, weil oft schreiben Autoren ja dann so hochtrabend, aber hier ergänzt sich das alles immer so gut. Es ist irgendwie magisch, so leicht, wie der Wind, da kommt man echt ins träumen. Ich war ja außerdem sehr gespannt auf Myras Geschichte und was mit ihrer Tochter Liv passiert ist, so daß die Seiten hier nur so geflogen sind, denn es ist wirklich spannend und emotional. Es wird eine Zeitspanne von 72 Jahren umschrieben und man wechselt immer zwischen Myra und Ylvi hin und her. Außerdem gefällt mir das mystische hier total gut und in diesem Band nimmt das auch nochmal eine ganz andere Stufe ein, aber auch das mit den Vögeln finde ich einfach klasse. Irgendwie hat jeder seinen eigenen Vogel bekommen, der ihnen hilft und den Weg weist. Das Ende ist richtig schön und paßt einfach perfekt, auch die Autorin kommt im Epilog wieder vor und es ist irgendwie schade, das sie diesmal keiner auffordert noch einen weiteren Teil zu schreiben.


    Veröffentlicht am: 03.07.2016