Wilken, Constanze: Ein Sommer in Wales


  • Autor: Wilken, Constanze
    Titel: Ein Sommer in Wales
    Verlag: Goldmann
    Erschienen: 20. Juli 2015
    ISBN 10: 3442479622
    ISBN 13: 978-3442479627
    Seiten: 383 Seiten
    Einband: Taschenbuch
    Serie: Wales-Reihe Band 2
    Preis: 8,99 Euro


    Inhaltsangabe:


    Zitat

    Die sechzehnjährige Ally Carter verbringt die Sommerferien mit ihren Eltern und ihrem zehnjährigen Bruder Simon im walisischen Küstenort Cardigan Bay. Als sie sich eines Tages heimlich mit dem Studenten David verabredet, anstatt sich um ihren Bruder zu kümmern, macht sich Simon auf, um das geheimnisvolle Morlan House zu erkunden. Doch Simon kehrt nie zurück; am Abend wird seine Leiche in der Bucht gefunden. Zehn Jahre später: Als Ally den Auftrag erhält, einen Reisebericht über Cardigan Bay und Morlan House zu schreiben, muss sie sich ihren Schuldgefühlen und Ängsten stellen. Doch bei ihren Recherchen macht sie eine schreckliche Entdeckung...


    Quelle: Amazon.de


    Meine Meinung:


    Ally verbringt wie so oft die Ferien mit ihren Eltern und ihrem jüngeren Bruder Simon in Cardigan Bay. Dort gibt es ein Haus, in dem es angeblich spukt und wo der heilige Gral aufbewahrt wurde. Für Simon ist das alles sehr interessant und darum möchte er sich das Haus eines Tages einmal genauer ansehen, allerdings alleine. Doch er kommt nicht mehr zurück, denn er ist ertrunken, doch wie kann das sein, wo er doch so ein guter Schwimmer war und was wollte er überhaupt im Meer?! Allys Familie zerbricht an dem Unglück und geht getrennte Wege. Zehn Jahre später soll Ally allerdings zurück nach Cardigan Bay, denn ihr Chef möchte, das sie einen Bericht über den Küstenort schreibt und auch Morlan House soll sie erwähnen. Wie wird Ally mit dieser Reise in die Vergangenheit umgehen und findet sie vielleicht heraus was damals wirklich passiert ist?!


    Ally war mir am Anfang noch recht sympathisch und ich konnte es auch gut verstehen, das sie diesen bestimmten Auftrag lieber nicht annehmen möchte, aber so im nachhinein denke ich, das es vielleicht doch ganz gut war, das sie dort hingefahren ist. Im Laufe der Zeit fand ich Allys Benehmen aber schon seltsam, sie flüchtet immer regelrecht und gerade David gegenüber fand ich das schon ziemlich unfair. Aber auch David hat mich manchmal irritiert, denn wieso er ihr nicht gleich beim ersten Wiedersehen sagt was Sache ist und wieso er damals nicht zu ihrer Verabredung gekommen ist habe ich einfach nicht verstanden. Ansonsten mochte ich ihn aber schon ganz gerne, denn er war die treibende Kraft und hat sich so bemüht um alles aufzuklären und für Ally da zu sein. Nick und Meg fand ich ebenfalls ziemlich nett, sie sind für Ally richtig gute Freunde und gerade Meg sagt ihr auch schon mal ordentlich die Meinung. Paige mochte ich die ersten Seiten überhaupt nicht, wie sie mit dem Hotelpersonal umspringt hat mir nämlich überhaupt nicht gefallen und auch machte es erst den Anschein als würde sie ihre Tochter eher lästig finden, aber später wurde sie mir ziemlich sympathisch und ich habe mich in ihr ziemlich geirrt.


    Die Geschichte war ziemlich spannend und ich war auch recht neugierig darauf, was denn damals passiert ist, doch je mehr ich gelesen habe, desto unangenehmer wurde mir das ganze, denn das entwickelt sich alles in eine Richtung über die ich gar nicht gerne lese und ehrlich gesagt hätte ich das Thema schon gerne vorher gewußt, weil dann hätte ich mir dieses Buch nicht gekauft.

    Richtig suspekt war mir übrigens diese Männerclique, bei denen hatte ich immer das Gefühl, als würden sie was verheimlichen und sich gegenseitig schützen. Auch das mit David und Ally konnte mich irgendwann nicht mehr richtig überzeugen, auch wenn ich den Schluß dann eigentlich ganz ok fand in Bezug auf die beiden. In anderer Hinsicht fand ich das Ende allerdings zu offen, beziehungsweise wirkte das was gesagt wurde nicht wie die Wahrheit. Es hätte wirklich ein interessantes Buch werden können, denn der Schreibstil von Constanze Wilken ist wirklich toll und einige Ansätze haben mir ja auch gut gefallen, aber das Hauptthema hat mich dann eher abgeschreckt, was ich echt schade fand.


    Veröffentlicht am: 03.07.2016

  • Eigene Meinung:


    Ally Carter arbeitet in London für das Reisemagazin "Inside Travel" und bekommt von ihrem Chef den Auftrag, nach Wales zu reisen. Es geht u. a. auch um die Grals-Legende. In dem Küstenstädtchen Aberaeron in der Cardigan Bay hat sie früher immer mit ihrer Familie den Sommerurlaub verbracht, aber im Sommer vor zehn Jahren ist etwas Schreckliches passiert. Ihr kleiner Bruder Simon ging damals auf eine Entdeckungstour zum geheimnisvollen Morlan House und später fand man seine Leiche am Strand. Die damals sechzehnjärige Ally hat sich nie verziehen, dass sie sich lieber mit dem Studenten David traf, als ihren Bruder auf seiner Tour zu begleiten. Über diesen Verlust zerbrach schließlich auch die Familie.
    Als sie nun zehn Jahre später zurückkehrt, muss sie sich der Vergangenheit und damit ihren Schuldgefühlen und Ängsten stellen. Dort trifft sie auch wieder auf David, der das schreckliche Ereignis und Ally nie vergessen hat. Zusammen beginnen sie zu recherchieren, was damals wirklich geschehen ist und stoßen auf ein schreckliches Geheimnis...


    Nachdem ich letztes Jahr "Sturm über dem Meer" von Constanze Wilken gelesen habe, war klar, dass ich weitere Bücher von ihr lesen würde. Wie der Titel schon sagt, spielt auch dieses in Wales und zwar auf zwei Zeitebenen, einmal 2002 und einmal 2012. Wir lernen Ally als Teenager kennen und später als erwachsene Frau, die durch die Ereignisse der Vergangenheit traumatisiert ist, weil sie mit dem Tod ihres Bruders nie ganz abgeschlossen hat und immer Zweifel geblieben sind, ob es wirklich nur ein Unfall war.
    Von Anfang an hat mich die Geschichte gefesselt, die Zeitsprünge sorgen für zusätzliche Spannung. Auch gibt es im Verlauf der Handlung interessante Wendungen. Und die Geschichte mit Morlan House und dem Heiligen Gral gibt dem Ganzen noch einen Hauch von Mystik.


    Die Autorin lässt Wales und die Landschaft in der Cardigan Bay lebendig werden. Vor meinem geistigen Auge sah ich die terrassenförmig angelegten Ferienhäuser an der Küste vor mir, den Nebel rund um Morlan House und hörte das Rauschen des Meeres. Am liebsten hätte ich direkt meine Koffer gepackt. *g*
    Ich mag ihren Schreibstil, er ist flüssig und bildhaft. Keiner der Protagonisten ist blass und farblos, jeder wird anschaulich beschrieben, aber nicht zu detailverliebt.
    Was mir noch gefallen hat: Die Autorin ist anscheinend ein Hundenarr und ich fand es schön, dass Henry auch sehr häufig eine Rolle spielt. Ich finde, gerade Tiere wie Hunde oder Katzen machen manche Geschichten einfach authentischer.


    Das Ende ist schlüssig und funktioniert, auch wenn nicht alles restlos geklärt wird. Aber dadurch wirkt die Geschichte für mich auch realistischer.


    Fazit: Ein sehr unterhaltsamer Roman, mit Spannung, Herz und Humor, aber nicht zu romantisch und keineswegs kitschig.


    21.07.2017