Hardy, Thomas: Herzen im Aufruhr


  • Autor: Hardy, Thomas
    Titel: Herzen im Aufruhr
    Originaltitel: Jude the Obscure
    Verlag: Buchclub 65
    Erschienen: 1. Januar 1974
    ISBN 10: 3866477686
    ISBN 13: 978-3866477681
    Seiten: 560
    Einband: Gebunden
    Preis: 2,73


    Inhaltsangabe:
    "Der Kampf zwischen Fleisch und Geist kann tödlich enden", sagt der englische Dichter Thomas Hardy, und kaum ein anderer Roman führt das so schonungslos vor Augen wie "Herzen im Aufruhr": Er erzählt von der innigen Begegnung zweier junger Menschen, ihrer kompromisslosen Liebe zueinander und der zerstörerischen Macht eines grausamen Schicksals. "Jude the Obscure" löste nach seinem Erscheinen 1895 bei Kritikern und Publikum einen Sturm der Entrüstung aus und blieb daher der letzte von Hardys (Hardy, Thomas 1840 - 1928) berühmten "Wessex"-Romanen - und zugleich sein letztes erzählendes Werk überhaupt.


    Quelle: Amazon


    Meine Meinung:
    Nachdem sein Buch zuerst verrissen wurde, stellte man plötzlich fest, dass es "ein moralisches Werk sei und ein schwieriges Thema auf ernste Art behandle" - was er selbst im Vorwort schon schrieb.
    Das war Grund genug für Thomas Hardy, mit dem Romane schreiben aufzuhören. Und es folgten tatsächlich nur noch einige Erzählungen.


    Wir befinden uns im viktorianischen England. Von klein auf, seit der Schulmeister aus dem Dorfe fortzog, war es Judas Wunsch, ihm nach Christminster zu folgen. Doch die Stadt war weit weg. Wie sollte er das schaffen? Nein, sein äußeres Leben spielte sich im Laden seiner Großtante ab. Doch er hatte Träume.


    Zitat

    Aber greifbar gegenwärtig, lebensbestimmend wurde ihm die Stadt vor allem durch die eine feststehende Tatsache, dass der Mann, dessen Wissen und Ziele ihm so verehrungswürdig schienen, wirklich und wahrhaftig dort lebte; und nicht nur das - er bewegte sich unter den gedankenreichen, geistig bedeutenden Menschen, die dort ihren Wohnsitz hatten!
    Gerade das Richtige für ihn. Und so las er in jeder freien Minute.


    Doch dann lernte er Arabella kennen und er ließ sich von seiner Studiererei ablenken. Arabella war berechnend. Sie wollte unbedingt erreichen, dass Judas sie heiratete. Was mich wundert, da er doch im Prinzip ein armer Tropf ist. Gutmütig, gutgläubig - ja, aber nicht reich.


    Dann passiert es. In dem Moment, da er sich vornimmt, Arabella zu verlassen und fortzugehen, eröffnet sie ihm, dass sie schwanger ist. Obwohl er andere Träume hatte, steht er zu ihr und heiratet sie. Er ist ein anständiger Kerl.


    Zitat

    Um sich selbst zu beschwichtigen, hielt er an einem Bild von ihr fest, das er sich künstlich zurechtgemacht hatte. Was er von ihr dachte, war das Ausschlaggebende, nicht Arabella selbst, sagte er sich zuweilen kurz und bündig.


    Ja, insgeheim wusste er, dass Arabella keine gute Vertreterin ihres Geschlechts war.
    Sie ziehen in ein kleines Haus, wobei Arabella davon ausgeht, dass es nur vorübergehend ist. So lange, bis Judas Geld verdient und ihr Kleider und Hüte kaufen würde.


    Judas Kindheitswunsch erfüllt sich. Er geht nun wirklich nach Christminster. Aber er bekommt keinen Fuß in die Universität. Sein Leben besteht aus tagsüber arbeiten und des Nachts studieren. Bis er seine Cousine Sue trifft und sich kopflos in sie verliebt.
    Schön beschreibt Hardy Judes' inneren Konflikt. Ist er doch verheiratet und dürfte Sue nur als Verwandter begegnen.
    Und dann muss er miterleben, wie er Sue anscheinend an seinen ehemaligen Lehrmeister verliert. Und er selbst hat das möglich gemacht, indem er dafür gekämpft hat, dass Sue bei ihm als Aushilfslehrerin arbeiten konnte.


    Diese "Dreiecksgeschichte" zeigt doch irgendwie die verquere Moral dieser Zeit. Wenn die Ehe nicht funktioniert, darf man sich anscheinend nicht scheiden lassen.


    Klappt das gemeinsame Leben? Lest selbst.


    Veröffentlicht am: 21. Januar 2016


    Edit: Da recht viel vom Inhalt erwähnt wurde, wurde einiges in Spoiler gepackt, dann kann jeder selbst entscheiden wie viel er wissen möchte.