Gerstenberger, Stefanie & Martin, Marta: Zwei wie Zucker und Zimt


  • Autor: Gerstenberger, Stefanie & Martin, Marta
    Titel: Zwei wie Zucker und Zimt
    Verlag: Arena
    Erschienen: 15. Juli 2015
    ISBN 10: 3401601296
    ISBN 13: 978-3401601298
    Seiten: 341 Seiten
    Einband: Hardcover
    Empfohlenes Alter: 12-15 Jahre
    Preis: 14,99 Euro


    Inhaltsangabe:


    Zitat

    Charlotte, genannt Charles, ist einfach nur wütend! Wie kann man nur so nachgiebig sein wie ihre Mutter Marion? Da passiert es: Am Morgen nach einem Streit wacht Charles plötzlich in Marions Jugendzimmer auf. Charles ist in der Zeit zurückgesprungen und sieht sich ihrer fünfzehnjährigen Mutter gegenüber! Marion trägt grässliche Latzhosen, badet nackt und tobt sich aus in den wilden Achtzigern. Charles ist erst fassungslos und dann fasziniert. Wird sie jemals zurück in die Zukunft gelangen? Und will sie das überhaupt?


    Quelle: Amazon.de


    Meine Meinung:


    Charlotte ist überhaupt nicht glücklich darüber wie ihr Leben momentan verläuft, vor allem, das ihre Mutter Marion immer so vor ihrer älteren Schwester Dagmar duckt findet sie schrecklich. Marion setzt sich nie durch und das Café ist auch schon total heruntergewirtschaftet, weil Dagmar ihren eigenen Plan verfolgt hat was dies angeht, anstatt es genauso weiterzuführen wie ihre Eltern vor ihr. Außerdem muß Charlotte auf eine Schule gehen, wo nur Englisch gesprochen wird, weil Dagmar das will, obwohl sie lieber mit ihren Freundinnen auf eine andere Schule gegangen wäre. Doch eines Tages ist Charlotte so sauer auf ihre Mutter, das sie die Uhr, die diese ihr geschenkt hat und schon recht alt ist aus dem Fenster feuert und am nächsten Morgen wacht Charlotte plötzlich im Jahr 1980 auf, wo ihre Mutter 15 Jahre alt ist und selbst mit allerlei Teenager-Sorgen rumläuft.


    Charlotte fand ich im Jahr 1980 auf jeden Fall besser als im Jahr 2015, denn dort hat sie eher kapituliert und in der Vergangenheit war sie plötzlich ganz anders, denn sie geht ja davon aus, das sie nicht ewig dort bleibt und gibt sich daher auch so, wie sie wirklich ist und macht sich keine Gedanken darüber wie andere sie finden. Ihre Mutter Marion war mir in der Gegenwart jedenfalls zu passiv und in der Vergangenheit oft zu naiv und schnell nachgebend. Die Szene beim Festival hat eigentlich genaustens Marions Leben wiedergespiegelt und das fand ich schon schlimm. Mit Dagmar konnte ich in beiden Zeiten überhaupt nichts anfangen, sie ist unfreundlich, will immer Recht haben, behandelt alle von oben herab und wundert sich dann, wenn man nicht mit ihr zurechtkommt. Die Eltern von Marion und Dagmar waren irgendwie viel zu fixiert auf Dagmar, obwohl Marion sich wirklich Mühe gibt. Ansonsten fand ich Konrad in der Vergangenheit noch recht gut, er war ziemlich vielschichtig und Charlotte hat das erkannt und ihn zum nachdenken gebracht. Ach ja und Zucker nicht zu vergessen, der war auch wirklich toll.


    Im Jahr 2015 wird nicht so viel Zeit verbracht in dem Buch, aber es ist dort sowieso recht trostlos. Im Jahr 1980 ist Charlotte natürlich erstmal total vor den Kopf gestoßen, außerdem muß ja auch eine Ausrede her, wieso sie plötzlich einfach so im Hause der Zimts auftaucht, aber Marion hält schnell zu ihr und auch ihre Eltern sind nicht sehr überrascht, nur Dagmar begegnet Charlotte sehr skeptisch. Charlotte findet die Vergangenheit auf jeden Fall nicht so spannend, zumindest die ersten Tage, denn es gibt kein Internet, kein Handy, Facebook fehlt ihr und überhaupt ist 1980 vieles viel "langsamer" und "ruhiger", während 2015 eher hektisch wirkt im Vergleich. Man kann sich nicht einfach mal anrufen oder eine SmS schicken, die Eltern wissen meist nicht wo man ist, man geht schwimmen, fährt Fahrrad, genießt die Zeit in der freien Natur und erlebt viele Momente irgendwie intensiver. Diese Gegensätze wurden auf jeden Fall gut umgesetzt und ich mochte die Geschichte eigentlich auch recht gerne, nur manche Szenen wurden mir etwas zu sehr in die Länge gezogen, während das Ende dann irgendwie viel zu kurz abgehandelt wurde. Vor allem hätte mich interessiert was mit Konrad ist, wie Dagmar sich nun gibt und ob Charlotte überhaupt Erinnerungen an ihr Zusammentreffen im Jahr 1980 hat. Leider wurde da gar nicht drauf eingegangen und vieles wurde auch einfach nur einem kurzen Nebensatz erwähnt, was ich echt schade fand.


    Veröffentlicht am: 13.10.2015