Riley, Lucinda: Der Engelsbaum


  • Autor: Riley, Lucinda
    Titel: Der Engelsbaum
    Originaltitel: Not Quite an Angel
    Verlag: Goldmann
    Erschienen: 8. Dezember 2014
    ISBN 10: 344248135X
    ISBN 13: 978-3442481354
    Seiten: 614 Seiten
    Einband: Taschenbuch
    Preis: 9,99 Euro


    Inhaltsangabe:


    Zitat

    Dreißig Jahre sind vergangen, seit Greta Marchmont das Herrenhaus verließ, in dem sie einst eine Heimat gefunden hatte. Nun kehrt sie zurück nach Marchmont Hall in den verschneiten Bergen von Wales – doch sie hat keinerlei Erinnerung an ihre Vergangenheit, denn seit einem tragischen Unfall leidet sie an Amnesie. Bei einem Spaziergang durch die winterliche Landschaft macht sie aber eine verstörende Entdeckung: Sie stößt auf ein Grab im Wald, und die verwitterte Inschrift auf dem Kreuz verrät ihr, dass hier ein kleiner Junge begraben ist – ihr eigener Sohn! Greta ist zutiefst erschüttert und beginnt sich auf die Suche zu machen nach der Frau, die sie einmal war. Dabei kommt jedoch eine Wahrheit ans Licht, die so schockierend ist, dass Greta den größten Mut ihres Lebens braucht, um ihr ins Gesicht zu blicken...


    Quelle: Amazon.de


    Meine Meinung:


    Greta kehrt nach vielen Jahren nach Marchmont Hall zurück, denn sie hat ihr Gedächtnis verloren und traut sich seitdem nicht mehr wirklich viel aus dem Haus. Sie fühlt sich leer und hat eigentlich nur noch David, der sie regelmäßig besucht. Aber dann wagt sie den Schritt und verbringt Weihnachten mit David, ihrer Enkelin Ava, derem Mann Simon, der Haushälterin Mary und Davids Freundin Tor. Aber das ist noch nicht alles, denn als sie sich zu einem Spaziergang aufmacht bemerkt sie im Wald ein Grab und die Inschrift darauf löst eine Reihe von Erinnerungen in ihr aus und sie taucht in ihre Vergangenheit ein.


    Greta fand ich am Anfang recht naiv, trotzdem mochte ich sie eigentlich recht gerne, aber dann hat sie teilweise echt abgebaut, besonders ihr Verhalten gegenüber ihrer Tochter Cheska hat mich manchmal ziemlich wütend gemacht, da man sein Kind einfach nicht so behandelt. Am Ende habe ich mich mit ihr aber dann wieder etwas ausgesöhnt, denn sie merkt selbst an, das sie Fehler gemacht hat und das ihr Verhalten nicht immer korrekt war. David mochte ich am Anfang eigentlich total gerne, aber er ist mir dann manchmal einfach zu weich und auf Greta läßt er auch nichts kommen. Mit LJ und Tor konnte ich dafür allerdings gar nichts anfangen sie haben manchmal so kleine Spitzen verteilt und das fand ich einfach nicht schön und an den meisten Stellen auch recht unpassend.


    Man begleitet die ganze Familie Marchmont über Jahre hinweg, wobei die Hauptpersonen hier eindeutig Greta und Cheska sind. Greta kommt als junge Frau nach London und wird ein Windmill-Mädchen, sie hofft dabei für den Film entdeckt zu werden, denn sie möchte unbedingt Schauspielerin werden, doch für Greta kommt dann alles ganz anders und somit müssen ihre Träume hinten anstehen. Cheska lebt dann irgendwann das Leben was Greta gerne gewollt hätte und Greta ist deswegen oft sehr streng zu ihrer Tochter, allerdings hat diese mit ihren eigenen Dämonen zu kämpfen.


    Mich hat die Geschichte gleich wieder in ihren Bann gezogen, Lucinda Rileys Schreibstil ist wirklich toll und bisher hat mich noch kein Buch von ihr enttäuscht. Es ist mal wieder ein einziges auf und ab der Emotionen und dadurch das immer was passiert wird es auch nie langweilig. Die Autorin hält viele Überraschungen für einen bereit und ich konnte wieder richtig mitfiebern, auch die Charaktere machen eine enorme Entwicklung durch, jeder auf seine Weise durch das Leben geprägt. Den Schluß hatte ich in Bezug auf eine Sache übrigens nicht so erwartet, aber der Rest war schon ganz nach meinem Geschmack. Ich bin auf jeden Fall schon sehr gespannt auf den neusten Roman von Lucindy Riley, der im März erscheinen soll und "Das italienische Mädchen" von ihr wartet auch noch darauf von mir gelesen zu werden.


    Veröffentlicht am: 14.01.2015

  • Eigene Meinung:


    Die Geschichte beginnt Weihnachten 1985. Greta Marchmont kehrt nach fast 30 Jahren zurück nach Marchmont Hall in den Bergen von Wales. Seit einem Unfall leidet sie an Amnesie und kann sich an nichts aus ihrer Vergangenheit erinnern.
    Mit ihrem "Cousin" David an ihrer Seite steht sie nun zum ersten Mal wieder ihrer Familie gegenüber, ihrer Enkelin Ava und deren Mann Simon, sowie Haushälterin Mary und Davids Freundin Victoria, genannt Tor.
    Obwohl Marchmont Hall einmal Gretas Zuhause war, kann sie sich zunächst an nichts erinnern. David bemüht sich seit Jahren, ihr geduldig die Vergangenheit wieder näher zu bringen und hofft nun, eine Rückkehr an diesen Ort hilft ihrem Gedächtnis auf die Sprünge. Gleichzeitig macht er sich aber auch Sorgen, da es einiges gibt, an das Greta sich vielleicht gar nicht erinnern möchten und das er ihr bisher verschwiegen hat, um sie zu schonen.
    Bei einem Spaziergang im Wald stößt Greta allerdings unter einem Baum auf ein Grab, in dem offensichtlich vor vielen Jahren ein kleiner Junge begraben wurde und die Inschrift verrät ihr, dass es sich um ihren Sohn handelt. Plötzlich stürzt ein Teil der Vergangenheit auf sie ein und sie bittet David, ihr die Wahrheit zu sagen und sie nicht mehr zu schonen.
    In Rückblenden erfahren wir dann von Gretas Leben, wie sie nach Marchmont Hall kam, von ihrem Sohn und ihrer Tochter Francesca, genannt Cheska, und welche tragischen Umstände zu dem Unfall führten und welche Schicksalsschläge die Familie erleiden musste.
    Wird Greta mit der schrecklichen Wahrheit fertig werden oder wird sie endgültig daran zerbrechen?


    Für mich war "Der Engelsbaum" das erste Buch von Lucinda Riley und es war ein echter Pageturner. Der Schreibstil ist flüssig und lebendig, man ist immer mitten in der Handlung und lebt und leidet mit den Figuren. Diese sind facettenreich, was besonders bei Greta gut dargestellt ist. Es gab Zeiten im Buch, da war sie mir nicht mehr so sympathisch wie am Anfang, besonders wenn es um ihr Verhalten zu ihrer Tochter Cheska ging. Ihre Absichten mögen zwar gut gewesen sein, aber letztendlich hat sie ihrer Tochter damit keinen Gefallen getan. Deswegen hat mir Cheska auch manchmal leid getan. Wer weiß, wie sie sich entwickelt hätte, wenn sie "normal" aufgewachsen wäre?
    Das Ende ist zwar auch ein wenig traurig, aber ich mochte es trotzdem.
    Ich habe das Buch in einer Leserunde gelesen und einige Mitleserinnen meinten, es wäre manchmal unrealistisch und es gäbe teilweise ein paar Ungereimtheiten, z. B. in Bezug auf das Alter der Protagonisten. Mag sein, aber auf sowas achte ich eigentlich nicht. Es ist ein Roman und ob realistisch oder nicht, die Geschichte hat mich sehr gut unterhalten und gefesselt. Und das erwarte ich von einer guten Geschichte.


    Wer also Familiengeschichten mag, die im Stil von Kate Morton oder Katherine Webb geschrieben sind, dem kann ich "Der Engelsbaum" empfehlen.


    21.07.2017