Riley, Lucinda: Das Orchideenhaus


  • Autor: Riley, Lucinda
    Titel: Das Orchideenhaus
    Originaltitel: Hothouse Flower
    Verlag: Goldmann
    Erschienen: 3. Mai 2011
    ISBN 10: 3442475546
    ISBN 13: 978-3442475544
    Seiten: 539 Seiten
    Einband: Taschenbuch
    Preis: 9,99 Euro


    Inhaltsangabe:


    Zitat

    Als junges Mädchen verbrachte Julia Forrester jede freie Minute bei ihrem Großvater, einem bekannten Orchideenzüchter, im Gewächshaus von Wharton Park. Nach einem schweren Schicksalsschlag führt der Zufall Julia Jahre später noch einmal zu dem Anwesen zurück. Der jetzige Besitzer Kit Crawford überreicht ihr ein altes Tagebuch, das bei den Renovierungsarbeiten gefunden wurde und womöglich Julias Großvater gehörte. Als Julia ihre Großmutter Elsie mit dem Tagebuch konfrontiert, drängt ein jahrelang gehütetes Familiengeheimnis ans Licht, das auch Julias Leben komplett verändern wird...


    Quelle: Amazon.de


    Meine Meinung:


    Julia macht gerade eine schwere Zeit durch und vergräbt sich die meiste Zeit in ihrem Cottage, doch ihre Schwester Alicia versucht immer wieder sie aufzubauen und sie zu überreden doch mal wieder was zu unternehmen. Eines Tages hat Alicia den perfekten Vorwand gefunden, denn der Vater der beiden hat Geburtstag und Alicia hatte die Idee zur Versteigerung nach Wharton Park zu fahren um dort vielleicht ein schönes Geschenk aufzutreiben. Julia war früher gerne in Wharton Park, schließlich war ihr Großvater Gärtner dort und auch jetzt übt es wieder eine besondere Anziehungskraft auf sie aus, aber auch Kit, der momentane Besitzer läßt sie nicht ganz kalt. Als Kit ein Tagebuch findet, das angeblich Julias Großvater gehört hat, begibt sie sich auf eine Reise in die Vergangenheit, die ihr einiges offenbart, womit sie niemals gerechnet hätte.


    Julia fand ich eigentlich recht sympathisch und sie tat mir so leid, man hat ihren Schmerz richtig fühlen können und wie sie sich dann immer weiter zurück ins Leben kämpft war wirklich sehr eindringlich beschrieben. Kit mochte ich aber am liebsten, wie er Julia zur Seite steht und was er manchmal zu ihr sagt ist echt schön. In der Vergangenheit gibt es aber eindeutig mehr Charaktere, die mir gefallen haben, zum einen Olivia, zumindest am Anfang, sie war so ein liebes und fröhliches Mädchen und wie sie im zweiten Weltkrieg dann alles managt und sich nicht unterkriegen läßt war wirklich beeindruckend. Aber auch Bill und Elsie mochte ich sehr gerne, genauso wie Adrienne und Lidia. Olivia und Lidia taten mir aber auf oft leid, denn sie müssen schon einiges durchmachen und bleiben dabei doch oft so stark und denken meist nur an andere. Harry mochte ich am wenigsten, obwohl ich ihn die ersten Seiten eigentlich noch gut fand, aber er entwickelt sich in eine Richtung, die ich einfach nur schrecklich fand.


    Die Geschichte wird auf zwei Zeitebenen erzählt, einmal geht es um Julias Leben in der Gegenwart, in der erzählt wird wie sie mit den schlimmen Geschehnissen der letzten Zeit umgeht und was sie über sich selbst erfährt. Und dann gibt es die Vergangenheit, in der man mehr von der Familie Crawford mitbekommt, besonders was Harry Crawford wiederfahren ist wird geschildert und was sein Handeln für Auswirkungen auf seine Mitmenschen hatte. Lucinda Riley versteht es wirklich gut Emotionen rüberzubringen, manchmal war ich den Tränen nahe, dann wieder total geschockt und entsetzt, konnte schmunzeln und ab und zu wäre ich auch gerne ins Buch gesprungen um einige Personen mal ordentlich zu schütteln. Die Story ist ziemlich spannend, es passiert immer wieder was, denn alles kommt stückchenweise ans Licht und ist gut in die Geschichte integriert, außerdem gibt es einige interessante Überraschungen mit denen ich manchmal so nicht gerechnet habe. Das Ende fand ich auch recht überzeugend, es paßte einfach gut zu den Charakteren und rundet den ganzen Roman dadurch ab.


    Veröffentlicht am: 29.09.2014

  • Eigene Meinung:


    Nach einem schweren Schicksalsschlag kehrt die berühmte Konzertpianistin Julia Forrester nach Norfolk zurück. Hier verbrachte sie in ihrer Kindheit viel Zeit auf Wharton Park, einem 300 Jahre alten Herrenhaus. Ihr inzwischen verstorbene Großvater Bill arbeitete dort als Gärtner und Julia war fasziniert von den Orchideen, die er im Laufe der Jahre züchtete.
    Kit Crawford, der Erbe und neue Besitzer von Wharton Park überreicht Julia ein altes Tagebuch, das bei Renovierungsarbeiten gefunden wurde. Es scheint, dass es Julias Großvater gehörte. Sie zeigt es ihrer Großmutter Elsie. So mit der Vergangenheit konfrontiert, fühlt Elsie sich verpflichtet, ihrer Enkelin endlich ein lange gehütetes Familiengeheimnis zu erzählen - ein Geheimnis, das auch Julias Zukunft grundlegend verändern wird...


    Nach "Der Engelsbaum" und "Das Mädchen auf den Klippen" ist dies mein dritter Roman von Lucinda Riley. Und auch "Das Orchideenhaus" hat mich wieder sehr begeistert.
    Eine mitreißende, berührende Geschichte mit viel Herz und Tiefgang, ohne dabei kitschig zu werden.


    Erzählt wird auf zwei Zeitebenen. Zu Beginn geht es um Julia Forrester, die anscheinend etwas Schlimmes durchgemacht hat, aber was das ist, wird erst nach und nach klar. Außerdem lernen wir Julias Schwester Alicia sowie Kit Crawford kennen, den Erben von Wharton Park.
    In der Vergangenheit lernen wir durch Erzählungen von Julias Großmutter zunächst Olivia kennen, die 1939 nach Wharton Park kommt und dort auf Harry trifft. Elsie arbeitet im Herrenhaus und freundet sich mit ihr an. Man erfährt, wie die Geschichte von Harry und Olivia mit der von Elsie und Bill verknüpft ist und welchen Einfluss dies auf die nachfolgenden Generationen hat.
    "Das Orchideenhaus" spielt in England, Frankreich und Bangkok. Der Schreibstil der Autorin macht jeden Ort lebendig, ob es die Beschreibungen von Wharton Park und den blühenden Gärten dort ist oder die exotische Kulisse von Thailand und die Mentalität der Menschen dort.


    Nach und nach werden offene Fragen geklärt und am Ende findet alles zu einem schönen und zufriedenstellenden Ende. Ich fand das Buch an keiner Stelle langatmig, sondern von Beginn an sehr interessant und fesselnd geschrieben.


    24.07.2017