Eichendorff, Joseph Freiherr von: Aus dem Leben eines Taugenichts


  • Autor: Joseph Freiherr von Eichendorff
    Titel: Aus dem Leben eines Taugenichts
    Originaltitel: We'll Meet Again
    Verlag: C.F. Amelangs Verlag
    Erschienen: 1889
    ISBN-10: B00GR7EISU
    ISBN-13: ----
    Seiten: 135
    Einband: HC
    Preis: unbekannt


    Zusammenfassung:


    Der Taugenichts wird von seinem Vater, einem Müller, nur mit einer Geige in die Welt hinausgeschickt, weil er seinem Vater keine Hilfe bei der Arbeit war. Der Taugenichts wandert auf dem nächsten Weg einfach dahin und trifft bald auf eine Kutsche mit zwei Damen, die Gefallen an seiner Musik fanden und ihn mit auf ein Schloss in der Nähe von Wien nehmen. Dort wird er als Hilfe für den Gärtner angestellt. Er verliebt sich in die jüngere der beiden Damen und wird bald zum Zolleinnehmer befördert. Er legt einen Blumengarten für seine Angebetete an und freundet sich mit dem Portier des Schlosses an. Eines Tages jedoch erblickt er seine Geliebte mit einem Offizier. Er packt seine Sachen und verschwindet.


    Auf dem Weg nach Italien trifft er in einem Wald auf zwei Reiter, die er für Räuber hält. Die beiden nehmen in mit ins nächste Dorf und stellen sich als Maler Leonhard und Guido vor. Zu dritt wird die Reise nach Italien fortgesetzt, doch eines Tages sind die beiden verschwunden und der Postillon bringt den Taugenichts auf ein Schloss, wo er von den Bediensteten total verwöhnt wird. Doch eines Tages erhält er einen Brief von der „allerschönsten Frau“, die ihn bittet zu ihr zurückzukehren, da sie ohne ihn nicht leben könne.


    Fluchtartig verlässt er das Schloss ohne zu wissen, wo er sich gerade befindet und landet in Rom….



    Mein Fazit:


    Die Novelle „Aus dem Leben eines Taugenichts“ stammt von Joseph von Eichendorff. Sie wurde 1822/1823 fertiggestellt und 1826 das erste Mal veröffentlicht. Das Werk gilt als Höhepunkt musikalischer Prosa und als beispielhaft für die Spätromantik. Der Autor verwendet hier, wie in vielen seiner Werke, eine offene Form und reichert den epischen Text reichlich mit lyrischen Elementen an, indem er zahlreiche Gedichte und Lieder mit in seinen Text aufnimmt.


    Die handelnden Personen der Geschichte kann man in zwei Gruppen aufteilen, die Romantiker und die Philister. Die Romantiker sind Lebenskünstler, Individualisten und streben nach Freiheit und lassen sich in kein bürgerliches Schema pressen. Die Philister führen ein Spießbürgerdasein und stellen die Moral in den Vordergrund.


    Der Autor bemüht sich in seinem Buch um die Vermittlung zwischen den beiden Gruppen. Er versucht die Subjektivität und die Realität zu entschärfen. Er versucht somit auf eher ironische Art an Goethes Italienischer Reise. Er legt viel Wert auf das äußere Erscheinungsbild.


    Die Novelle ist aus der Ich-Perspektive des Taugenichts geschrieben. Der autodiegentische Erzähler ist ein Teil der Geschichte und erlebt diese, dadurch ist die Darstellung natürlich subjektiv. Der Autor lockert die Geschichte auf in dem er immer wieder Gedichte und Lieder einbaut. Die Sprache ist eher naiv.


    Die Novelle wurde 1973 unter der Regie Celino Bleiweiß mit Dean Reed als Taugenichts von der DEFA recht frei verfilmt. So wurde zum Beispiel die Rom-Episode unterschlagen, „vermutlich, um die Reisesehnsucht der DDR-Bewohner nicht zu stimulieren“. Stattdessen wurde ein Zusammentreffen des Taugenichts mit dem Räuberhauptmann Rinaldo Rinaldini eingefügt.
    Eine eng an der Novelle orientierte Verfilmung hat Bernhard Sinkel mit Jacques Breuer in der Hauptrolle und der Musik von Hans Werner Henze 1978 realisiert. Als Produktion mit dem Fernsehen lief diese Fassung auch mehrfach im ZDF. Der Film wurde 1978 mit dem Bundesfilmpreis (Filmband in Silber) ausgezeichnet.


    Das Gedicht Der Taugenichts des schweizerischen Schriftstellers Gottfried Keller ist dem Protagonisten von Eichendorffs Novelle nachempfunden.


    Veröffentlicht am 01.04.2014