Fiolka, Birgit: Blutschwestern


  • Autor: Fiolka, Birgit
    Titel: Blutschwestern
    Verlag: Aufbau Taschenbuch
    Erschienen: 4. Oktober 2010
    ISBN 10: 3746626544
    ISBN 13: 978-3746626543
    Seiten: 437 Seiten
    Einband: Taschenbuch
    Serie: Die Legenden von Engil Band 1
    Preis: 9,95 Euro


    Inhaltsangabe:


    Zitat

    Zwei Schwesternköniginnen – die eine hell wie das Licht, die andere dunkel wie der Gott, dem sie dient, bestimmen das Schicksal der Stadt Engil. Auch die junge Nona kennt ihr Schicksal seit ihrer Geburt – an jenem Tag, an dem die Königinnen ihren vierzehnten Geburtstag feiern, soll sie dem dunklen Gott Muruk zu Ehren geopfert werden. Doch während Königin Akari ihre Reise ins dunkle Reich Dungun antreten muss, erwählt Ilana, die Lichtkönigin, Nona in ihr Gefolge. Nona ahnt nicht, wie wichtig sie für den Kampf zwischen Licht und Dunkel werden wird.


    Quelle: Amazon.de


    Meine Meinung:


    Die Aufmachung des Buches ist schon ein wahres Highlight, es sieht richtig edel aus mit dem roten Buchschnitt und auch ein Lesebändchen gibt es. Außerdem befinden sich im Inneren eine Karte des Landes, eine Liste der wichtigsten Personen und ein Glossar.


    Die Geschichte an sich ist sehr spannend und interessant. Gerade das mit den zwei Schwesternköniginnen, die sich bekriegen müssen kann man fast gar nicht glauben, denn beide waren sich so zugetan, als sie noch zusammen in Engil gewohnt haben, es ist wirklich erschreckend wie schnell sich das Blatt doch wenden kann.


    Auch das Schicksal von Nona und den anderen Kindern hat mich sehr berührt, aber auch ziemlich schockiert, wie selbstverständlich doch alles hingenommen wurde, obwohl es doch so schrecklich ist. Das Nona dann von Ilana gerettet wird hat mich aufatmen lassen, aber ich war auch traurig, weil die anderen nicht so ein Glück hatten.


    Nona ist mir gleich sympathisch gewesen, auch wenn sie manchmal vielleicht etwas mehr an sich hätte glauben sollen, denn ich finde, das sie ihre Aufgabe klasse meistert und das alles gut hinkriegt, obwohl sie eigentlich mehr oder weniger ins kalte Wasser geschmissen worden ist.


    Aber auch Dawon und Lin sind wirklich tolle Charaktere. Lin habe ich am Anfang ziemlich unterschätzt, ich hab sie nämlich für total unscheinbar gehalten, aber sie hat sich wirklich großartig gemacht.


    Zu Anfang des zweiten Zyklus hatte ich übrigens erstmal ein wenig Anlaufschwierigkeiten, weil halt auch einiges an Zeit vergangen ist und ich mich erst wieder etwas zurechtfinden mußte, aber das ging dann eigentlich relativ schnell, weil die Autorin es wirklich versteht einen zu begeistern. Und auch die neueingeführten Charaktere waren sehr interessant, besonders Xiria, die wirklich sehr vielschichtig ist und die ich manchmal am liebsten getröstet, aber der ich öfters auch gerne ins Gewissen geredet hätte.


    Das Buch hat mich auch nach dem ich es durch hatte noch ziemlich beschäftigt und einiges mußte ich erstmal sacken lassen, auch jetzt fällt es mir noch schwer die richtigen Worte zu finden, aber ich bin nun schon sehr gespannt auf den zweiten Teil.


    Veröffentlicht am: 12.02.2013


  • Meine Meinung:
    Schon das Cover sieht wunderschön aus und sprach mich direkt an. Es lässt auf eine tolle Geschichte hoffen.
    Ein in rot gehaltenes Titelbild, mit einer Figur einem roten Kapuzenumhang. Sie schaut vom Betrachter weg, gen Himmel auf drei Vögel. Im Hintergrund ist eine Burg und über der Figur steht der Titel in großen roten Buchstaben. Diese, wie auch der Autorenname und der Untertitel sind herausgestanzt. Über den Einband musste ich öfters einfach drüberstreichen.


    Dank zweier Götter, dem dunklen Gott Muruk und der Lichtgöttin Sala, deren Liebe füreinander in Hass umschlug, müssen seitdem immer zwei Schwestern Königinnen von den gegensätzlichen Ländereien der beiden werden und sich dann bis auf den Tod bekämpfen.
    Um den “bösen” Gott zu besänftigen, werden jedes Jahr zwölf unberührte Mädchen geopfert. Auch die unscheinbare 14jährige Nona ist eine davon, die ihr Leben für Muruks Gunsten lassen muss …
    Doch es kommt alles anders und plötzlich gibt es eine Prophezeiung, die einen großen Wandel bringen soll. Ein Greif spielt dabei ebenfalls eine große Rolle, die sich aber erst mit der Zeit offenbart.


    Durch einen Prolog erfuhr ich, wie es zu dem Streit der Götter und den folgenden, immerwährenden, Opferungen kam. Es wurde erklärt, was für einen Anteil die Greife und die Menschen dabei haben und was sich für alle Beteiligten änderte. Dies wird in einem recht gestelzten Ton erklärt. Fantasieliebhaber werden damit gut klar kommen. Doch sobald die eigentliche Geschichte losgeht, ist es ein flüssiger und spannender Schreibstil.
    Die Autorin führt uns in eine Welt der Fantasie, die recht brutal ist. auch wenn Muruk nicht alle Ländereien in seiner Gewalt hat, so wird ihm im Land der Göttin Sala jedes Jahr ein Opfer von zwölf unschuldigen Mädchen gemacht. denn Muruk liebt es, Menschenblut fließen zu sehen und es soll ihn beruhigen, damit er nicht auch noch in Salas Ländereien einfällt.
    Wie bei jedem Schwesternpaar, schwören sich auch Ilana und Akari, dass sie sich gegenseitig nicht verraten. Doch auch dieses Mal scheint sich nichts an dem Geschwisterkampf zu ändern, der vor ihnen liegt …


    Es gibt viel Blut, schließlich lautet der Titel “Blutschwestern”, aber unter der ganzen Brutalität wächst klammheimlich eine Liebe heran, wie ein kleines Pflänzchen, deren Macht immer stärker zu werden scheint. Und dazu wird Nona eine Schlüsselfigur, mit der alles steht oder fällt.


    Dieser Roman ist Birgit Fiolkas Debüt in der Fantasiewelt und es ist ihr wunderbar gelungen.
    Ihr Werk ist in zwei Teile aufgegliedert. Der erste Abschnitt handelt von einer Prophezeiung und der zweite von der Erfüllung dieser Prophezeiung, wobei mir der erste Teil etwas besser gefiel als der zweite. Denn wie sich eine Freundschaft zwischen Nona und dem Greifen entfaltete, wurde sehr gut und nachvollziehbar dargestellt.
    Eine kleine Liste der wichtigsten Figuren im Roman sowie eine Karte der verschiedenen Landschaften gab es vorne im Buch, ebenso wie ein Glossar am Ende der Geschichte über die verschiedenen Völker und Ländereien. Doch das alles musste ich nicht zur Hand nehmen, um die Figuren auseinander zu halten und mir die Gegend vorzustellen, in denen die Protagonisten sich aufhielten. Es wurde alles sehr anschaulich beschrieben.
    Auch war Spannung von Anfang an präsent. Mal mehr, manchmal weniger, aber sie war durchgehend vorhanden. Und diese zog mich durch den Roman.
    Zum Schluss wurde ich regelrecht hin und hergerissen, weil mich die Gefühle für die Hauptfiguren überschwemmten. Ich hatte Angst um sie, weswegen ich zwar immer weiterlesen musste, um zu sehen, was als nächstes passiert, aber ich brauchte viele Pausen, da mich die Situationen zu sehr mitnahmen. Dies wiederum störte meinen Lesefluss ein wenig und ich fühlte mich, als hätte ich einen Marathon mitgemacht.


    Da ich dieses Buch in einer Leserunde mit der Autorin lesen durfte, ging diese gut auf die verschiedenen Fragen und Empfindungen ein und ich ließ sie wiederum teilhaben, was mir beim Lesen für Emotionen anhafteten.
    Meine Gefühle fuhren mit mir Achterbahn, so riss mich die Geschichte mit sich. Nur zum Ende hin wirkte es leider etwas zu gehetzt, weswegen es einen halben Stern Abzug gibt.
    Somit vergebe ich diesem tollen Roman von Birgit Fiolka vier bis fünf Sterne.