Vogelweide, Walther von der: Sämtliche Gedichte


  • Autor: von der Vogelweide, Walther
    Titel: Sämtliche Gedichte
    Originaltitel: Sämtliche Gedichte
    Verlag: Reclam
    Erschienen: um 1900
    ISBN-10: B0026OIZ8M
    ISBN-13: ----
    Seiten: 177
    Einband: dunkelblau aus Stoff, goldene Schrift
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    Das kleine Büchlein beginnt mit einem Vorwort des Herausgebers Karl Pannier. Dieser versucht anhand der Lieder des bekannten Minnesängers Walther von der Vogelweide sein Leben zu rekonstruiren. Er überträgt auch die Gedichte aus dem Mittelhochdeutschen. In dem kleinen Büchlein findet man alle seine Minnelieder und Sangsprüche, auch einen religiösen Leich.


    Leich = eine der drei Haupttypen der Lieddichtung im Mittelalter (Plural Leichs, historisch auch: Leiche; vom germanischen *laikaz, Spiel, Tanz, Bewegung)


    Trotz der Berühmtheit des Minnesängers gibt es mit einer einzigen Ausnahme keine geschichtlichen Aufzeichnungen. Nur der Passauer Bischof Wolfger von Erla erwähnt ihn am 12. November 1203, in Zeiselmauer:


    Zitat von wikipedia

    Walthero cantori de Vogelweide pro pellicio v solidos longos (‚Walther, dem Sänger aus Vogelweide, für einen Pelzmantel fünf Schilling‘ [wörtlich: ‚lange Solidi‘]).


    Alle anderen Informationen findet man nur in seinen eigenen Werken und bei anderen zeitgenössischen Dichtern:
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    • Wolfram von Eschenbach; in Parzival und Willehalm. Walther ist der Dichter, den Wolfram, trotz Spott über Walthers Charakter und Persönlichkeit, mit größtem Respekt vor seiner Dichtung erwähnt.
    • Gottfried von Straßburg; im Tristan. Er bezeichnet Walther als nach dem Tod Reinmars von Hagenau größten Lyriker.
    • Thomasin von Zerclaere; im Wälschen Gast. Er äußert sich sehr kritisch über Walthers papstfeindliche Haltung.
    • Ulrich von Singenberg (Truchsess von St. Gallen); in einer Parodie auf Walthers anscheinend als Bettelei und Lobhudelei empfundene Bitte an König Friedrich II. um ein Lehen.


    Das Lesen der Gedichte, die nicht nur dem Minnesang gewidmet sind, sondern auch politischen Sprüchen – hier dominiert die Reichsthematik - Frage nach dem richtigen Herrscher, - der Einfluss des Papstes wird heftig angegriffen, waren zuerst gewöhnungsbedüftig. Danach aber war ich immer wieder erstaunt, welch vielfältigen Liederschatz Walther von der Vogelweide hinterlassen hat, aber auch seine religiösen Sprüche und Lieder - zum Beispiel das Palästinalied – haben mich beeindruckt vor allem durch ihre poetische Gestaltungskraft.


    Veröffentlicht am 22.02.2014