Ransley, Peter: Pestsiegel


  • Autor: Ransley, Peter
    Titel: Pestsiegel
    Originaltitel: Plague Child
    Verlag: FISCHER Taschenbuch
    Erschienen: 2011
    ISBN-10: 3596184037
    ISBN-13: 978-3596184033
    Seiten: 544
    Einband: dunkelgrüne Holztüre mit dem blutigen Pestkreuz, goldene Schrift
    Preis: 9,99 €



    Zusammenfassung:


    1625 in England. Matthew Neave ist beauftragt, die der Pest zum Opfer gefallenen Leichen zu entsorgen. Auch als er gerufen wird, um ein Kind in empfang zu nehmen, das offensichtlich nicht an der Pest gestorben ist, weigert er sich nicht. Als er allerdings feststellt, dass der kleine Junge lebt, nimmt er ihn gemeinsam mit seiner Frau Susanna als eigenes Kind auf. Die beiden ziehen den kleinen Jungen, den sie Tom nennen, gemeinsam auf und geben ihn als er 8 Jahre alt ist, in die Lehre zum Drucker Black.


    Das Leben als Lehrling ist hart, trostlos und mit vielen Schlägen verbunden. Doch er verliebt sich in die Tochter seines Chefs, Anne, dies lässt diese schwierige Zeit überbrücken.


    Als Tom erfährt, dass Matthew nicht sein Vater ist, macht er sich auf die Suche nach seinen wahren Eltern. Doch als er mit seinen Nachforschungen beginnt, scheint es, als wollten ihn mache lieber tot als lebendig sehen, denn es kommt immer wieder zu Anschlägen auf sein Leben. Seine Suche wird immer gefährlicher, um so näher er der Wahrheit kommt….



    Mein Fazit:


    Der historische Krimi „Pestsiegel“, der erste Teil der Tom Neave-Trilogie, ist der erste Roman des Autorrs Peter Ransley, den ich bis jetzt gelesen habe. Von einem historischen Krimi erwarte ich mir sowohl Spannung als auch einen geschichtlichen Hintergrund und leider wurden meine Erwartungen nicht wirklich erfüllt, dabei klang der Prolog wirklich spannend…


    Sein Protagonist Tom ist eine farblose Gestalt, seine Charakterzüge sind eher negativ und seine Reaktionen waren für mich selten nachvollziehbar. Um es deutlich zu sagen, er war mir nicht sympathisch und ich konnte keinerlei Gefühle für ihn entwickeln. Ich war immer nur ein Beobachter des Geschehens, dadurch verlor sich die Spannung und es wurde teilweise langatmig und langweilig. Aber auch die weiteren Charaktere traten nicht aus ihrem Schatten hervor und entwickelten sich auch nicht. Zwar zeigte Lord Stonehouse eine Tendenz dazu, doch die wurde vom Autor irgendwo damit erstickt, dass er sich am Ende als unverfälschte Bösewicht heraus stellt. Einzig und allein die Countess of Carlisleg zeigt, dass der Autor eigentlich mehr kann, als er zeigt. Diese historische Persönlichkeit hat allerdings wirklich gelebt und hat somit einen feststehenden Charakter gegeben, der sich von alleine entwickelt hat.


    Der Autor hat eindeutig eine Schwäche Personen oder Handlungen weiter zu entwickeln. Überall wo man auf historische Ereignisse trifft, geht die Handlung voran, aber dort wo eine fiktive Handlung oder Entwicklung stattfinden sollte, bringt der Autor nicht wirklich etwas zustande. Das bringt mich auch gleich zum Spannungsaufbau. Irgendwie tröpfelt das Geschehen vor sich hin, man fragt sich immer wieder, wann passiert denn jetzt endlich etwas? Auch das Geheimnis ist ziemlich durchsichtig und vorhersehbar. Als dann endlich Spannung
    aufgebaut wurde, war es einfach zu spät, man konnte das Ende schon voraussehen.


    Der Schreibstil selbst war auch nicht sehr beeindruckend, mir fehlte auch irgendwie irgendwie der historische Bezug der Sprache, detaillierte Schilderungen des Hintergrundes (z.B. des Druckerhandwerkes). Eine Ausnahme bildet auch hier wiederum nur der bekannte historische Hintergrund des Konfliktes von Charles I. Die historisch bekannten Reden im Parlament bis zum beginnenden Bürgerkrieg werden gut wiedergegeben, doch auch hier hätte man viel mehr daraus machen können.


    Zusammenfassend kann ich nur sagen, dass ich enttäuscht war, die Inhaltsangabe und das Cover haben viel mehr versprochen. Der Roman hat zu viele Längen, unwichtige Details, der Autor nimmt sich teilweise selbst die Spannung und seine Helden sind viel zu farblos. Schade, denn aus dieser Geschichte hätte man viel mehr machen können, zumal sie auch einen interessanten und noch nicht so oft bearbeiteten Hintergrund, eben England zur Zeit König Charles I. hat.



    Veröffentlicht am 13.02.2014