Niehaus, Ursula: Das Heiligenspiel


  • Autor: Ursula Niehaus
    Titel: Das Heiligenspiel
    Originaltitel: Das Heiligenspiel
    Verlag: Knaur HC
    Erschienen: 1. Dezember 2008
    ISBN-10: 3426662574
    ISBN-13: 978-3426662571
    Seiten: 576
    Einband: dunkelbraun, im oberen Teil die Hände einer Frau in einem bunten Gewand, goldene und weiße Schrift
    Preis: 9,99 €


    Zusammenfassung:


    Annas Vater stirbt als er seine neugeborene Tochter aus den Fluten eines Flusses retten will. Barbara, Annas Mutter, gibt ihr die Schuld, dass sie für ihren Lebensunterhalt selbst sorgen muss. Durch ein Versehen wird Anna der Kuppelei angeklagt und muss Augsburg verlassen. Durch Zufall bringt ihr Weg sie zur Hütte der Kräuterfrau Oda, die das verstörte Mädchen schließlich bei sich aufnimmt und ausbildet. Doch Anna hat Heimweh nach Augsburg.


    Oda kann das Leid des Mädchens nicht mit ansehen und macht sich auf den Weg in die Stadt, um eine Begnadigung für sie zu erwirken. Nachdem sie das erreicht hat, kommt Anna bei den Betschwestern unter. Durch eine Magenerkrankung kann Anna nichts essen, doch als sie bei der sonntäglichen Messe die Hostie zu sich nimmt, verträgt sie diese. Auf einmal ist Anna eine Heilige, die sich nur von der Hostie ernährt. Anna stellt dieses Missverständnis nicht richtig und ist eigentlich recht zufrieden mit ihrem Los als Heilige. Doch bald beginnt sie heimlich zu essen, auch wenn dies nur unter großer Gefahr möglich ist.


    Immer mehr Menschen kommen zu der „Heiligen“ und wollen ihren Segen und ihre Gebete. Dies lassen sich die Leute auch einiges kosten. Dann lernt Anna den verheirateten Augsburger Kaufmann Anton Welser kennen und die beiden verlieben sich in einander. Einige Zeit sind die beiden glücklich miteinander, doch dann werden ihre heimlichen Treffen entdeckt. Noch dazu ist Anna plötzlich schwanger und muss aus Augsburg verschwinden…


    Mein Fazit:


    Das Buch „Das Heiligenspiel“ ist das erste Buch der Autorin Ursula Niehaus, das ich gelesen habe. In diesem Roman erzählt sie das Schicksal einer Frau, die wirklich gelebt hat. Da sehr viele Fakten aus dem Leben von Anna Laminit bekannt sind, war der Spielraum für die Autorin nicht sehr groß. Sie versucht allerdings die Lücken aufzufüllen. Teilweise ist ihr das wirklich gut gelungen, so dass man es beim Lesen gar nicht merkt. Zeitweise aber kommt es zu großen Zeitsprüngen, die beim Leser Lücken entstehen lassen, da sich in dieser Zeit oft Probleme gelöst haben und dann gar nicht mehr erwähnt werden. Ich fand das sehr schade, da die Autorin oft einen Spannungsbogen aufbaut und dann nicht fortgesetzt hat, da es sich das Problem plötzlich in Luft aufgelöst zu haben scheint.


    Anna in diesem Roman scheint der reinste Unschuldsengel zu sein. Es ist immer nur gerade Pech oder nicht ihre Schuld, wenn etwas schiefgeht. Ich habe jetzt selbst ein bisschen recherchiert und festgestellt, dass Anna die Menschen sehr bewusst betrogen hat und sehr gut davon gelebt hat. Ich habe ja nichts gegen die Änderung dieser Perspektive, das hätte durch aus reizvoll sein können, wenn die Autorin es konsequent durchgezogen hätte. Doch das ist ihr leider nicht gelungen. Die Protagonistin, die mir anfangs noch sympathisch war, als sie mehr oder weniger unschuldig, die Stadt verlassen musste, verliert später aber immer mehr ihre Glaubwürdigkeit und erscheint nur mehr berechnend. Auch ihre Liebe zu dem Kaufmann, die ja eher aus der Einsamkeit entstanden ist, kommt nicht wirklich echt hinüber. Dadurch das der Versuch Anna als unschuldig darzustellen, nicht gelungen ist, ist Anna eine eher schwache Protagonistin, die nicht wirklich Gestalt annimmt.


    Der Schreibstil der Anfangs sehr flüssig und temporeich war, fließt dann eher zäh dahin. Erst das Ende gewinnt wieder an Geschwindigkeit.


    Allerdings möchte ich der Autorin zugute halten, dass sie ein detailliertes und sehr lebendiges Bild der damaligen Zeit zeichnet. Sie besitzt sehr viel Hintergrundwissen des alltäglichen Lebens im 16. Jahrhundert und kann dies in dieser Geschichte auch sehr gut zum Ausdruck bringen. Der Glaube und Aberglaube der Menschen zu dieser Zeit zeigt sich in dieser Geschichte sehr deutlich. Er war in diesem Zeitalter auch sehr stark ausgeprägt und die Autorin bringt das sehr gut herüber.


    Veröffentlicht am 01.02.2014.


    14. Aufgabe
    Erzähl uns unter Bibliotheksgeflüster Widmungen in Büchern, welche Bücher mit Widmung Du hast.


    Mit ihrem Debütroman "Aschenputtel" gelang der Autorin der internationale Durchbruch als Thrillerautorin