Danielsson, Sven: Nordische Weihnacht


  • Herausgeber: Sven Danielsson
    Titel: Nordische Weihnacht
    Originaltitel: Nordische Weihnacht
    Verlag: Verl. Die Arche
    Erschienen: 1970
    ASIN: B0000BSUSD
    Seiten: 235
    Einband: Dunkelblau und goldene Schrift
    Preis: ----


    1. Geschichte:
    Hans Christian Anderson: Der Tannenbaum


    Zusammenfassung:

    In diesem Märchen schildert Hans Christian Anderson aus der Sicht eines kleinen Tannenbaumes sein kurzes Leben und seine Wünsche in drei Etappen. Als er klein ist, möchte er nur so groß sein wie die anderen Bäume. Er glaubte, dass sein Leben erst dann richtig beginnen und er die Welt sehen würde, z.B. als Mastbaum auf einem Schiff oder als Weihnachtsbaum in einem Zimmer. Freude über sein jetziges Leben im Wald empfand er nicht. Er träumt nur von der Zukunft. Als er dann wirklich als Weihnachtsbaum auserkoren wird, kann er sein Glück kaum fassen. Doch schon das Fällen schmerzt ihn. Die Reise ist auch nicht angenehm. Doch noch immer träumt er von der Zukunft und dem Heiligen Abend. Nun ist er reich geschmückt und erstrahlt im Lichterglanz. Doch als die Kinder in geplündert haben, beachtet ihn keiner mehr. Er hört noch das Märchen von Klumpe-Dumpe, dann wird er am Dachboden verstaut. Erst jetzt beginnt er über sein Leben nachzudenken. Doch jetzt ist es zu spät…


    Mein Fazit:


    Hans Christian Andersen erzählt aus der Perspektive des Tannenbaumes seine Geschichte als Weihnachtsbaum. Im Vordergrund der Geschichte stehen die Hoffnungen des Baumes, der Träumen nachjagt und nie das erreicht, was er möchte. Als er seinen Irrtum erkennt, ist es bereits zu spät.


    Übrigens ist „Der Tannenbaum“ am 15. Oktober 2010 als Trickfilm erschienen und es gibt ihn auch als Hörbuch.

    2. Geschichte:
    Selma Lagerlöf: Die Flucht nach Ägypten


    Zusammenfassung:


    Selma Lagerlöf erzählt die Geschichte des Lebens einer Palme in der Oase einer Wüste. Einst wurde sie von der schönen Königin von Saba gepflanzt. Sie setzte einen Dattelkern in den Sand der Wüste und benetzte diesen mit ihren Tränen und den Worten, dass die Palme so lange wachsen und leben sollte bis im Lande Juda ein König erstehe, der größer ist als Salomo. Die Palme wuchs und gedieh und wurde die größte Palme im Umkreis. Eines Tages sah sie zwei Wanderer in die Wüste kommen und war erstaunt, denn die beiden waren Fremde. Sie sorgte sich um sie, denn sie wusste, dass sie nicht überleben konnten. Immer näher kamen sie und da merkte sie, dass die Frau ein Kind im Arm hielt. Nun wusste die Palme, dass diese Menschen auf der Flucht waren. Als sie auf der Oase eintrafen, konnte sie hören, dass sie von König Herodes verfolgt wurden, der alle Knaben töten ließ. Sie waren am Ende ihrer Kraft und hatten Hunger und Durst. Die Frau bemerkte die Datteln an der Krone der Palme, aber sie waren so weit weg und sie konnte sie nicht erreichen. Doch da geschah, ein Wunder…



    Mein Fazit:

    Selma Lagerlöf erzählt von der Flucht von Maria und Josef und dem Jesuskind nach Ägypten aus Sicht der Palme. In ihrer Erzählung erfüllt sich die Prophezeiung der Königin von Saba, denn nun kam ein König, der größer war als Salomo und die Palme hatte ihren Lebenszweck erfüllt.


    3. Geschichte:
    Hans Christian Branner: Ingeborg


    Zusammenfassung:


    Ruth freut sich auf Weihnachten, morgen ist es endlich so weit. Der Christbaum steht schon im Zimmer. Noch einmal schlafen… Aber sie kann nicht einschlafen, durch den Türspalt sieht sie ihre Mutter an der Nähmaschine sitzen… Sie spricht mit ihrer Puppe Ingeborg und erzählt ihr von Weihnachten… Am nächsten Tag ist die Mutter immer noch am Arbeiten und schickt ihre Tochter hinaus die Auslage eines Geschäftes ansehen. Doch Ruth ist unruhig und macht sich auf den Weg zu einem großen Spielwarengeschäft, dort drückt sie ihre Nase an die Fensterscheibe. Als sie schon gehen will, trifft sie ihre Freundin Annelise Seidelin und deren reiche Mutter. Diese geht in das Geschäft und bittet die beiden Mädchen zu warten. Annelise schwärmt von Weihnachten und den vielen teuren Geschenken, die sie bekommen wird. Als die Mutter aus dem Laden tritt, hält sie ein Paket in der Hand und gibt dieses Ruth mit der Bemerkung es erst am Abend unter dem Christbaum zu öffnen. Ruht weiß, was in der Schachtel ist…


    Mein Fazit:


    Hans Christian Branner erzählt die Geschichte aus der Perspektive des Mädchens Ruth. Sie erlebt durch ein verschmähtes Geschenk die Ungereimtheit ihres Daseins. In dieser alltäglichen Situationen entdeckt der dänische Dichter das Außergewöhnliche, das oft voller Poesie ist und zuweilen den Reiz des Abenteuerlichen erhält...

    4. Geschichte:
    Johannes Vilhelm Jensen: Weihnachtsfrieden


    Zusammenfassung:


    In Jüdland gab es Zank und Streit, doch der Weihnachtsfriede war den Menschen wichtig. Auf der Sönderup-Heide lebte ein Mann mit dem Namen Törve Christen. Dieser Mann war sehr menschenscheu und verdiente seinen Lebensunterhalt als Taglöhner. Aber er war auch ein Mörder. Törve tötete am Weihnachtsabend Klinkermann. Keiner konnte Klinkermann leiden, er war ein Dieb und immer wieder aus dem Zuchthaus ausgebrochen. Törve wurde für diesen Mord sogar zum Helden erklärt und freigesprochen, aber keiner sprach mehr mit ihm und sein Name wurde nur geflüstert, denn er hatte Blut an den Händen…


    Mein Fazit:


    Die Geschichte „Weihnachtsfrieden“ des Nobelpreisträgers Johannes Vilhelm Jensen war etwas schwierig zu lesen. Man muss allerdings bedenken, dass sie im Jahre 1898 in Dänemark erschienen ist und 1908 ins Deutsche übersetzt zusammen mit anderen Geschichten unter dem Titel „Himmerlandsgeschichten“ herausgebracht wurde. Der Schreibstil ist typisch für diese Zeit.


    5. Geschichte:
    Gustav Wied: Frohe Weihnacht, schöne Weihnacht…


    Zusammenfassung:


    Isaksen wollte eigentlich den Weihnachtsabend mit seinem Juristen und einem Gehilfen eines Kurzwarenhändlers mit einem Spiel Lomber verbringen, wobei Isaksen hoffte dabei die 70 Kronen zu verdienen, die er am 1. Jänner um 12 Uhr bezahlen musste. Doch alles lief anders, denn sie waren von der Familie oberhalb eingeladen worden mit den Kindern den Weihnachtsabend zu verbringen. Die Kinder und mit ihnen die Erwachsenen tanzten um den Christbaum und sangen „Frohe Weihnacht, schöne Weihnacht…“. Doch Isaksen konnte sich nicht freuen, er konnte nur an die 70 Kronen denken. Als auch er ein Päckchen erhielt, schöpfte er Hoffnung. Doch die Endtäuschung war groß, denn in dem Päckchen befanden sich Kniewärmer…


    Mein Fazit:


    Die satirische Geschichte „Frohe Weihnacht, schöne Weihnacht…“ ist 1891 mit anderen Kurzgeschichten unter dem Titel „Silhouetter“ erschienen. Sie ist offensichtlich typisch für den skurrilen Humor des Autors Gustav Wied. Teilweise fand ich sie lustig. Wenn man statt der erwarteten 70 Kronen unter dem Weihnachtsbaum „Kniewärmer“ findet, muss man ja Alpträume bekommen…


    6. Geschichte:
    Steen Steensen Blicher: Die drei heiligen Abende


    Zusammenfassung:


    Maren und Sejer waren arme Kinder von Pächtern eines Barons. Die beiden liebten sich, konnten aber nicht heiraten,da Sejer die Pacht beim Baron nicht bezahlen konnte. Der Baron sagte zu dem junge Mann, wenn er die Räuber aus der Höhle im Wald fangen würde, dann würde ihm der Baron die Pacht erlassen und die Heirat mit Maren ausrichten, Außerdem würde er einen Teil des Schatzes erhalten.


    Mein Fazit:


    Bei der 6. Geschichte handelt es sich um ein Märchen in drei Teilen des schwedischen Pfarrers Steen Steensen Blicher, dessen Kurzgeschichten aus dem 19. Jahrhundert in dem Buch „Der Himmelberg“ veröffentlicht wurden. Seine Welt war Jütland, eine Heidelandschaft mit Weilern und großen Gutshöfen. Er war fasziniert von Volksüberlieferungen, die er in seinen Geschichten mit Liebe, Eifersucht, Bauerngeiz und Jagdlust mischte. Durch sein melancholisches Temperament wurde in seinen Geschichten menschliche Tragik und Vergänglichkeit mit Subtilität geschildert. Damit war er seiner Zeit weit voraus. Er wurde zum Klassiker eines psychologischen Realismus und ist mit Nestroy vergleichbar. Er war von Gegensätzen fasziniert, sehr belesen und trieb nimmermüden Spot mit der Literatur seiner Zeit.


    7. Geschichte:
    Hermann Bang: Ein Weihnachtsabende in der Fremde


    Zusammenfassung:

    Hermann Bang lebte mit einem Maler in Prag, in der Fremde. Kurz vor Weihnachten ging den beiden das Geld aus, dabei hatten sie die Mieter vom dritten Stock eingeladen. Unerwartet kommt ihnen der Hausmeister zu Hilfe. Es gibt ein typisch böhmisches Weihnachtsessen, das für mehrere Tage reichen würde. Als aber am nächsten Tag der erhoffte Geldsegen eintrifft, wollen die beiden von dem eher bescheidenen Essen des Hausmeisterpaares nichts mehr wissen.


    Mein Fazit:

    Die Geschichte ist typisch für den dänischen Autor. Er kritisiert damit die Veränderung in Gesellschaft und Kultur. Wie der Dichter und der Maler in der Geschichte voraussetzen, es gäbe objektiv ein besseres Weihnachtsessen und dies wäre für sie wünschenswert.


    8. Geschichte:
    Hans Christian Andersen: Der letzte Traum der alten Eiche


    Zusammenfassung:


    Das zweite Märchen von Hans Christian Anderson, handelt vom Leben einer Eiche, die zu Weihnachten ihren schönsten Traum erlebt. 365 Jahre steht sie an derelben Stelle, Für die Eiche sind es eigentlich nur ebenso viele Tage. Ein Tag der Eiche geht vom Frühling über den Sommer und den Herbst, ihre Nacht ist der Winter. Immer hat sie Mitleid mit der Eintagsfliege, die nur so kurz leben kann und kann nicht verstehen, warum diese glücklich ist. Zu Weihnachten träumt sie davon wie sich ihre Wurzel aus der Erde lösen und sie bis in den Himmel wächst.


    Mein Fazit:


    Es ist ein typisches Andersen Märchen, wunderschön geschrieben, fröhlich und traurig zugleich.


    9. Geschichte:
    Sigrid Undset: Weihnachtsfrieden


    Zusammenfassung:


    Die Altmutter in Uvaasen, Helga, sorgt sich um ihren jüngeren Sohn, Haldor, der schwerkrank im Bett liegt. Seine Frau ist in die weit entfernte Kirche zur Weihnachtsmette unterwegs und sie ist allein mit ihren Enkelkindern und ihrem kranken Sohn. Tiefgläubig berichtet der Kranke seiner Mutter, dass er sich so große Sorgen um seine Tierfallen macht. Die nun da er krank ist über Weihnachten im Wald stehen. Zwischen den Weihnachtsfeiertagen war es Christmenschen verboten, Fallen aufzustellen. Die Altmutter, die schon ihren Ältesten fortziehen lassen musste, hat Angst ihren Jüngsten zu verlieren. So macht sie sich in der Weihnachtsnacht – der Nacht der Geister – auf, um die Fallen zu holen. Es ist kalt und es schneit, sie findet zwar die Falle und nimmt sie mit, aber dann schafft sie den Rückweg nicht und schläft im Schnee ein…


    Mein Fazit:


    Die Novelle „Weihnachtsfrieden“ der norwegischen Nobelpreisträgerin ist 1931 erschienen. Ihr Übertritt zum katholischen Glauben im Jahre 1924 hat im beinahe rein protestantischen Norwegen einen Skandal hervorgerufen. In mehreren Büchern hat sie diesen Schritt verarbeitet. In dieser Novelle zeichnet sie sich aber auch durch geographische und kulturelle Sachkenntnis, die sie sich ohne die Möglichkeit, ein Studium zu absolvieren, angeeignet hatte. Noch mehr jedoch überzeugt Sigrid Undset durch menschliches Einfühlungsvermögen, reife Lebenserfahrung und sprachliche Ausdruckskraft. Ihre Fähigkeit, Inhalt und Erzählstil ihrer Werke – von norwegischen Sagas über Heiligenviten bis hin zur modernen Prosa – stets in Einklang zu bringen, ist bemerkenswert.


    10. Geschichte:
    Holger Drachmann: Das Schiff in der Kirche


    Zusammenfassung:


    Ole Bertelsen und seine drei Söhne sitzen am Tisch und betrachteten das Schiff, das der Jüngste Sören geschickt bearbeitete. Alle waren Fischer und Sören stellte Schiffe für Kirchen und Spielwarenhandlungen her. Er, der eines Tages von einer Schiffsreise mit einem Holzbein zurück gekehrt war, hatte eine neue Lebensaufgabe gefunden. Vor 20 Jahren war dieses Schiff in der Kirche aufgehängt worden, nun restaurierte er es. Die ganze Familie war stolz auf dieses Schiff…


    Mein Fazit:


    Holger Drachmann suchte sich seine Motive in der Natur. In seiner späteren Liebes- und Naturlyrik wurde überwiegend das Meer als Symbol für Unruhe, Freiheit und Stärke besungen; in seinen meist realistischen Erzählungen beschrieb er heimatverbunden das Leben der Fischer. In dieser Geschichte spielt auch Weihnachten und der Glaube eine große Rolle.


    11. Geschichte:
    Aage Dons: Der Vogel und die Hoffnung


    Zusammenfassung:


    Niels wollte eigentlich Weihnachten in seiner Heimat Dänemark verbringen, doch kurz vor seiner Abreise erkältete er sich stark und so musste er Weihnachten in Wien verbringen. Er lebte dort zur Untermiete und weil es praktisch war, ließ er sich von dem Ehepaar Krenn, das das Nachbarzimmer gemietet hatte versorgen. Um Geld zu sparen verbrachte man die Tag in seinem Zimmer und Frau Krenn brachte auch ihre Wellensittiche mit, da es in ihrem Zimmer ja so kalt war und Hansi, der eine Vogel, doch so stark hustete. Niels wurde den ganzen Tag von Frau Krenn, die immer von ihrer Jugend in Estland schwärmte umsorgt, genauso wie Hansi, der Wellensittchen. So näher Weihnachten rückte um so hektischer wurde Frau Krenn, was nicht alles so besorgt werden musste. Immer hatte sie Angst um Hansi, dessen Husten nicht besser wurde. Niels hörte den Vogel die ganze Zeit husten. Auch am Weihnachtsabend, der in Niels Zimmer gefeiert wurde, hustete der Vogel. Nachts konnte Niels nicht schlafen, doch auf einmal fiel ihm auf, wie still es doch im Zimmer war….

    Mein Fazit:


    Aage Dons schrieb psychologische Romane um menschliche Einsamkeit. Die Geschichte „Der Vogel und die Hoffnung“ schildert er die Gefühle von Frau Krenn, die sich nach ihrer Jugend in Estland zurück sehnte. Da ihr Mann als Drucker wenig verdiente und im Jahre 1937 in Wien kaum Arbeit zu finden war, hatte sie einfach Angst ohne Geld alleine dazustehen, der kranke Niels war ein geduldiger Zuhörer. Ihre ganze Liebe schenkte sie dem Wellensittchen Hansi.


    12. Geschichte:
    Frans Eemil Sillanpää: Am Weihnachtsabend


    Zusammenfassung:


    Der Weihnachtsabend in Kierikkala, Gemeinde Hämeenkyrö, in Finnland, blieb Frans Eemil Sillanpää immer in schöner Erinnerung, Trotz der Armut seiner Eltern gab es einen Weihnachtsbaum, dieser war nur mit einem bunten Papier geschmückt. Außerdem durfte er sich an dem abendlichen Bad, wieder anziehen und ins frische Stroh unter dem Weihnachtsbaum setzen.



    Mein Fazit:


    Sillanpääs Eltern stammten beide aus Landbesitzerfamilien, die jedoch in wirtschaftliche Not geraten waren. Der Vater hieß eigentlich Frans Koskinen, wurde aber gemäß finnischem Brauch nach seiner Hütte Sillanpää (dt. „Brückenkopf“) genannt. Der Tagelöhner verdiente sich noch etwas Geld durch einen winzigen Laden in seiner Hütte hinzu. Frans Eemil Sillanpää hat hier die Armut erlebt, die später das beherrschende Thema seiner Romane „Das fromme Elend“ und „Silja, die Magd“ aber auch in der kurzen Kurzgeschichte „Am Weihnachtsabend“ wurde.


    13. Geschichte:
    Kaj Munk: Weihnachten


    Zusammenfassung:


    Die Sterne am Weihnachtsabend leuchten für alle Menschen auf der Welt, aber auch für jene, die uns verlassen haben.



    Mein Fazit:


    In seiner Weihnachtspredigt 1942, die im dänischen Rundfunk übertragen wurde, spricht der dänischer Pastor, Schriftsteller, Gegner Hitlers und christlicher Märtyrer Kaj Harald Leininger Petersen, bekannt unterdem Namen Kaj Munk über das Lukasevangelium.



    14. Geschichte:
    Johan Skjoldborg: Der überlistete Teufel


    Zusammenfassung:


    Jens Steinbrech war ein Raufbold, vor allem wenn er getrunken hatte. Keinen Streit ließ er aus. Der Pfarrer wollte ihn bekehren, doch Jens zeigte sich keinen vernünftigen Worten zugänglich. Erst als ein Wandermissionar, den er von früher kannte, versuchte ihm zu erklären, dass der Teufel in ihm steckte, immer wenn er Streit begann, war Jens zu überzeugen. Er trank jetzt auch nicht mehr so viel, nur an den Feiertagen. Wiedermal war Weihnachten und er machte sich auf den Weg in den Ort um Geschenke einzukaufen. Auch der Schnaps durfte nicht fehlen, doch schon auf dem Heimweg musste er sich immer stärken. Als er zuhause ankam, war kaum noch etwas übrig. Seiner Frau erklärte er, dass er ja den Teufel bekämpfen müsse….



    Mein Fazit:


    Es ist eine typische Geschichte des dänischen Lehrers Johan Skjoldborg. Er berichtet meist über das Schicksal von Kleinbauern in Dänemark Ende des 19. Jahrhunderts.



    15. Geschichte:
    Selma Lagerlöf: Die heilige Nacht


    Zusammenfassung:


    Großmutter erzählte den Kindern immer Geschichten und manchmal sang sie auch Lieder. Eine besondere Geschichte wurde zu Weihnachten erzählt, die Geschichte der heiligen Nacht.


    Ein Mann wandert durch die Nacht auf der Suche nach Feuer. Seine Frau hat gerade ein Kind geboren und liegt in einer kalten Grotte. Aber alle schlafen schon, so kommt er zu den Hirten aufs Feld. Die Schafe werden von bissigen Hunden bewacht, doch diese können dem Mann nichts anhaben. Auch die Schafe lassen sich im Schlaf nicht stören, als der Mann über sie hinwegsteigt. Der Hirte ist ein übellauniger Geselle. Er wirft seinen Stab auf den Mann, doch der Stab weicht vorher aus. Nun bekommt es der Hirte mit der Angst zu tun und fragt den Mann nach seinem Begehr. Der Mann erklärt, dass er für seine Frau und das Kind Feuer braucht, da sie frieren. Der Hirte meint sein Feuer sei fast erloschen. Da greift der Mann in die Glut und wickelt die heißen Kohlen einfach in seinen Mantel. Der Mantel fängt aber nicht an zu brennen. Da folgt ihm der Hirte und als sie zur Grotte kommen, sieht der Hirte auf einmal lauter Engel, die das schlafende Kind betrachten. Da nimmt er sein Lammfell aus der Kutte und legt es unter das Kind, damit es nicht friere…



    Mein Fazit:


    Selma Langerlöf erzählt hier eine Geschichte aus ihrer Kindheit. Wie sehr sie ihre Großmutter und deren Geschichten vermisst hat, nachdem sie gestorben war, geht deutlich aus der Geschichte hervor. Die Autorin hat diese Geschichte in die Sammlung ihrer Weihnachtsgeschichten mit aufgenommen.



    16. Geschichte:
    Johannes Vilhelm Jensen: Die Siebenschläfer


    Zusammenfassung:


    Es ging um die verschlafene Familie vom Hinterhof, die durch einen Streich drei Tage und Nächte schliefen und damit den Jahresanfang schlicht verschliefen.



    Mein Fazit:


    Die Neujahrsgeschichte „Die Siebenschläfer“ des schwedischen Autors Johannes Wilhelm Jenssen heiterte die Leser wirklich auf. Die Geschichte ist sehr gut aufgebaut und lustig zu lesen.



    17. Geschichte:
    Hans Christian Andersen: Zwölf mit der Post


    Zusammenfassung:


    Im lustigen Märchen wird erzählt, dass die zwölf Monate in Menschengestalt in die Stadt kommen. Jeder ist etwas besonders. Der Jänner feiert Bälle, der Februar ist ein Clown, der März zeigt die Fastenzeit, der April ist ein wechselhafter Geselle, das Fräulein Mai ist lieblich, die junge Frau Juni ebenso, ihr Bruder der Juli kommt in Badehose, die Mutter ist Frau August, der September bunt und Maler, der Oktober ist Gutsherr, der November ist verkühlt und die alte Oma ist der Dezember.


    Mein Fazit:


    Ein neues Jahr beginnt und niemand weiß, was es bringen wird. Der dänische Schriftsteller Hans Christian Andersen fasste jedoch in seiner Kurzgeschichte „Zwölf mit der Post“ eine Gewissheit zusammen. Zwölf Monate werden immer wieder auf uns zukommen. In seiner Geschichte stellt er sie vor.