Sillanpää, Frans Eemil

  • Frans Eemil Sillanpää

    Frans Eemil Sillanpää wurde am 16. September 1888 in Kierikkala, Gemeinde Hämeenkyrö geboren und ist am 3. Juni 1964 in Helsinki gestorben. Er war ein finnischer Schriftsteller. 1939 erhielt er den Literatur-Nobelpreis.

    Während des Studiums litt Sillanpää unter Angstzuständen. 1913 kehrte er ins Haus seiner Eltern zurück, die nach Heinijärvi umgezogen waren. Ihr bescheidenes Heim ist in der finnischen Literatur als Töllinmäki („Die Hütte am Hügel“) bekannt geworden. Hier lernte er die 17-jährige Tochter eines Pächters, Sigrid Maria Salomäki, kennen, die er zwei Jahre später heiratete.
    1914 veröffentlichte die Zeitung Uusi Suometar mehrere literarische Skizzen und Novellen unter dem Pseudonym „E. Syväri“. Die Texte des unbekannten Autors erregten Aufsehen, und der Verlag Werner Söderström aus Porvoo nahm Kontakt auf. Im Herbst 1916 erschien hier der erste Roman „Sonne des Lebens“, der großen Erfolg hatte. Den Finnischen Bürgerkrieg erlebte Sillanpää in Hämeenkyrö ohne sich an den Kämpfen zu beteiligen. Seine Sympathie lag jedoch eindeutig auf Seiten der Linken; er verarbeitete das Geschehen in dem Roman „Das fromme Elend“ (auch unter dem Titel: „Sterben und Auferstehen“), der bereits 1919 veröffentlicht wurde.
    Die beiden Erstlingswerke Sillanpääs hatten große Erwartungen geweckt, und Sillanpää stand seitdem unter dem Druck, den großen, finnischen Roman zu schreiben. Die seitdem erscheinenden Novellen und Erzählungen enttäuschten jedoch in dieser Hinsicht. Sillanpää hatte in Töllinmäki sich mit dem Bau eines Hauses und der Gründung einer inzwischen auf sechs Kinder angewachsenen Familie finanziell übernommen. Sein Verleger versuchte ihm zu helfen, indem er ihm 1926 die Redaktion der Zeitschrift Panu anbot, wozu die Familie jedoch nach Porvoo umziehen musste.


    Die Schulden nahmen weiter zu, und 1929 wandte sich Sillanpää an die Konkurrenz, das Verlagshaus Otava, dem er sein gesamtes künftiges Werk anbot. Der Verleger Alvar Renqvist ging darauf ein und wurde auch der Verwalter von Sillanpääs finanziellen Angelegenheiten. In der Folge zog Sillanpää 1930 nach Helsinki um. Dadurch besserten sich seine Arbeitsbedingungen so, dass die drei großen Romane „Silja, die Magd“, „Eines Mannes Weg“ und „Menschen in der Sommernacht“ entstehen konnten. Mitte der 1930er Jahre galt Sillanpää als der beste Schriftsteller Finnlands. 1936 erschien noch die Novellensammlung „Viidestoista“.


    Der Nobelpreis an Frans Eemil Sillanpää war der erste, der an einen Finnen verliehen wurde. Nach dem Nobelpreisträger wurde der Asteroid (1446) Sillanpää benannt. Sillanpääs Haus in Töllinmäki ist heute ein Museum.


    Das erste, komplett ins Deutsche übersetzte Werk war 1932 „Silja, die Magd“. Im folgenden Roman „Eines Mannes Weg“ wurde die Szene eines Zechgelages gestrichen, weil sie als nicht vereinbar mit den Qualitäten arischen Bauerntums galt. Nachdem Sillanpää in der sozialdemokratischen Zeitung Suomen Sosialidemokraatti einen kritischen „Weihnachtsbrief an die Diktatoren“ Hitler, Stalin und Mussolini veröffentlicht hatte, wurden seine Bücher im nationalsozialistischen Deutschland verboten.