Child, Lee: Sein wahres Gesicht


  • Autor: Lee Child
    Titel: Sein wahres Gesicht
    Originaltitel: Tripwire-Reacher 03
    Verlag: Blanvalet
    Erschienen: 1. August 2002
    ISBN-10: 344235692X
    ISBN-13: 978-3442356928
    Seiten: 512
    Einband: Lila Einband, einsamer Mann amStrand und rote Schrift
    Preis: 9,99 €


    Zusammenfassung:


    Nachdem Jack Reacher seine Tätigkeit als Soldat bzw. Militär-Ermittler vor zwei Jahren beendet hat, ist er eigentlich ziellos durch die USA gewandert. Vor drei Monaten ist er in Key West in Florida gelandet und hat dort als Arbeiter beim Bau von Schwimmbecken einen Job gefunden. Außerdem arbeitet er noch als Leibwächter in einer Bar. Eines Tages spricht ihn ein Privatdetektiv an, der einen Reacher sucht. Er erfährt, dass der Auftrag von einer Mrs. Jacob aus New York kommt. Da er niemand mit diesem Namen kennt, gibt er sich nicht zu erkennen. Am nächsten Tag findet er diesen tot auf. Zwei Schläger, die sich ebenfalls nach ihm erkundigt haben, hatten es auf Costello, den Privatdetektiven abgesehen.


    Reacher reist nach New York und entdeckt, dass Mrs. Jakobs niemand anderer ist, als die Tochter seines Lehrmeisters und Ersatzvaters General Leon Garber, Jodie. Er kommt gerade rechtzeitig zu Garbers Begräbnis und erfährt dort, dass sich dieser die letzten Wochen seines mit dem seit 30 Jahren im Vietnamkrieg vermissten Victor Hobie beschäftigt hat. Hobie war ein angesehener Pilot in diesem Krieg. Man hat zwar den Absturz des Flugzeuges gesehen, aber seine Leiche konnte nie eindeutig identiviziert werden. Reachers Nachforschungen beim Militär bringen wenig, außer das er in Erfahrung gebracht hat, dass es sich um einen Geheimakt handelt, aber nicht warum. Die Eltern des Piloten haben ihrerseits einen Privatdetektiven beschäftigt, der ihnen zwar viel Geld abgenommen hat, aber eine erfundene Geschichte aufgetischt hat…
    Reacher macht sich auf die Suche, denn er glaubt im Gegensatz zum US-Heeresministerium nicht, dass Hobie noch lebt…


    Mein Fazit:


    Das Buch „Sein wahres Gesicht“ von Lee Child ist der 3. Band der Krimireihe um „Jack Reacher“, aber das erste Buch des Autors, das ich gelesen habe. Die Erscheinungsreihenfolge des Goldmann-Verlages stimmt allerdings nicht mit der Reihenfolge der Romane überein. Das amerikanische Original (Tripwire) zu "Sein wahres Gesicht" erschien bereits 1999, also ein Jahr früher als "Zeit der Rache" und ist somit Jack Reachers 3. Fall. Da ich die anderen beiden Bände nicht gelesen habe, kann ich natürlich nichts dazu sagen. Aber man kann zumindest diesen Band auch ohne Probleme alleine lesen.


    Der Autor konfrontiert den Leser im Laufe der Geschichte mit der Vergangenheit seines Protagonisten. Dadurch lernt man diesen eigentlich recht gut kennen. Der Plot der Geschichte ist nicht ganz neu. Ein Soldat, der im Vietnam-Krieg als vermisst gemeldet worden ist, taucht wieder auf. Die Beschreibung des Krieges selbst fand ich etwas klischeehaft. Es gibt ja einige dieser pseudo-tragischen Vietnam-Schicksale, wo auf die Tränendrüse des Lesers gedrückt wird. Allerdings macht dies den Lauf der Geschichte zwar nicht gerade interessanter, stört aber auch nicht.


    Der Autor versteht es den Spannungsbogen zu steigern. Es ist aber alles in allem ein sehr flott geschriebener Krimi, der mir recht kurzweilig erschienen ist, obwohl es auch einige Längen gab (z.B. wurde öfter beschrieben, wie Kaffee gekocht wird). Aber es gibt sehr gute Dialoge, undurchsichtige Spuren und einige tolle Action-Teile. Es ist ziemlich blutig. Allerdings hat mich das Ende auf das der Spannungsbogen so sehr hinarbeitet, eher enttäuschend. Obwohl die Story selbst gut konstruiert und durchdacht war, sind die Autor einige Fehler unterlaufen. Der Autor hat teilweise nicht sehr gut recherchiert (die Laufgeschwindigkeit ist irgendwie eine Utopie, denn die weltbesten Läufer wären langsamer *griens*. Ein weiteres Beispiel ist der „neue“ Mercedes, denn diesen gab es zu diesem Zeitpunkt gar nicht mehr, es ist ein Modell aus den 80er Jahren. Gut fand ich auch, dass die Standortwechsel immer zeitgemäß erfolgt sind und die Orte recht deutlich beschrieben wurden.


    Übrigens da die Geschichte im Jahre 1997 spielt gibt es das World Trade-Center, das in dieser Geschichte eine Rolle spielt, noch. Weiter ist wohl erwähnenswert, dass der Autor, der hier eine mehr als patriotische Geschichte erzählt, eigentlich Engländer ist.


    Aber trotz alldem und ich kann gar nicht begründen, warum genau, hat mir die Geschichte gefallen und ich werde sicherlich noch weitere Teile dieser Reihe gerne lesen. Vielleicht hängt es damit zusammen, dass ich es sehr gerne mag, wenn der Autor, die Lebensumstände und auch den Hintergrund genau beschreibt, dass ich mir dies alles sehr bildlich vorstellen kann.


    Veröffentlicht am 16.01.2014