Thiesler, Sabine: Nachtprinzessin


  • Autor: Thiesler, Sabine
    Titel: Nachtprinzessin
    Originaltitel: Nachtprinzessin
    Verlag: Heyne
    Erschienen: 11. März 2013
    ISBN-10: 3453435249
    ISBN-13: 978-3453435247
    Seiten: 592
    Einband: weiß mit schwarzen Schmetterlingen und schwarzer Schrift
    Preis: 9,99


    Zusammenfassung:


    Mathias von Steinfeld, Immobilienmakler, Vater eines Sohnes, geschieden, ist ein gutaussehender Mann. Er lebt noch immer bei seiner Mutter, die er sehr liebt. Er sieht sehr vertrauensvoll aus, daraus resultiert sein beruflicher Erfolg. Doch er war immer ein Außenseiter, schon in der Schule. Seine Mutter setzt in oft unter Druck um ihre Meinung durchzusetzen. In seinem Leben gibt es nur zwei Dinge, die nachdem er seine große Liebe verloren hat, zählen seine Mutter und sein Sohn. Seine Ex-Frau, die er nur geheiratet hat, weil sie schwanger war. Die Ehe selbst hat nie funktioniert.


    Eines Tages findet er seine Mutter regungslos am Boden, Schlaganfall. Nun gerät sein ganzes Leben aus den Fugen. Seine Mutter hat sich um alles gekümmert, jetzt ist keiner mehr da. Psychisch am Ende überschreitet er in dieser Nacht seine Grenzen…



    Mein Fazit:


    Der Thriller „Nachtprinzessin“ ist das erste Buch der Autorin Sabine Thiessler, das ich gelesen habe. Das Genre Thriller ist ja nicht gerade meine Spezialität, obwohl ich mittlerweile auch schon einige gute Bücher gelesen habe. Aber meine Kritik hat eigentlich mit dem Genre nur insofern etwas zu tun, das es die Autorin überhaupt nicht schafft, den Spannungsbogen aufrecht zu erhalten. Ja, das irgendwo überhaupt keine Spannung aufkommt. Der rote Faden, der sich durch das ganze Buch „zieht“, beschreibt das Leben des Protagonisten, das ich einfach nicht nachvollziehen konnte. Über die Aufklärung der Tat liest man wenig, nun man kennt den Täter ja eigentlich von Anfang an. Die Geschichte wird zum Großteil aus der Sicht des Mörders erzählt.


    Die Grundidee zur Geschichte ist nicht schlecht, dafür die Umsetzung umso mehr. Der Charakter des Protagonisten ist schwach und eigentlich unglaubwürdig. Einerseits spinnt er total, anderseits ist er ein total liebevoller Mensch. Irgendwie besteht der Protagonist aus drei Persönlichkeiten, die sich nicht mit einander verbinden lassen. Er tötet ohne schlechtes Gewissen, im Gegenteil er fordert den Tod heraus. Wenn er getötet hat, vergisst er kurz darauf die Person, die er umgebracht hat. Leider gelingt es der Autorin nicht einen Zusammenhang der einzelnen Persönlichkeiten herzustellen.


    Vielleicht entfällt auch dadurch, dass man ja von der ersten Seite an weiß, wer der Mörder ist, die Spannung. Dadurch ist das Ende auch recht wenig spektakulär. Nun ich denke mal das Ganze geht eher in Richtung der Bücher von Sebastian Fitzek, damit kann ich ja auch nicht so viel anfangen. Tiefenpsycholgie ist eben nicht mein Fall.


    Einen Großteil der Geschichte nimmt wie schon erwähnt, das Leben des Protagonisten ein, dessen Alltag sehr detailliert beschrieben wird. Mir waren diese Szenen einfach zu langweilig und ich habe mich dabei ertappt, dass ich diese nur überflogen habe. Andere Dinge, die vielleicht interessant für den Leser wären, gehen dabei unter. Die Ermittlung ist kaum ein Thema. Es wird zwar auch über das Privatleben der Kommissarin – übrigens wiedermal eine alleinerziehende Mutter – berichtet, was sich als völlig uninteressant herausstellt, da auch nicht näher darauf eingegangen wird. Die Figuren selbst wirken sehr klischeehaft.


    Auch einige Ungereimtheiten führten dazu, dass mein Lesefluss immer wieder unterbrochen wurde, alles in allem machte das die Geschichte auch nicht spannender. Die Daten stimmen teilweise nicht, mal sind so und so viele Jahre angegeben, in einem anderen Abschnitt ändert sich das wieder. Auch die Eigenschaften der Nebenrollen können auf der einen Seite so sein und auf der anderen wieder anders. Das macht das Ganze nicht logisch und somit für mich auch nicht nachvollziehbar.


    Vielleicht darf man die Eigenschaften der Personen und deren Handlungen auch nicht so sehr hinterfragen, wie ich das tue. Anfangs habe ich die Geschichte des Protagonisten mit den vielen Rückblenden ja durchaus noch mit Interesse gelesen, aber bald kam ich mir vor wie in einem meiner Bücher aus der Reihe „Familiengeheimnisse“. Irgendwie habe ich immer darauf gewartet, dass noch etwas passiert, dass die Spannung noch mal aufgebaut wird. Aber es hat sich nichts getan…


    Der Schreibstil der Autorin ist nicht schlecht, schade, dass sie so wenig aus der Geschichte gemacht hat.


    Sehr gut gefallen hat mir das Cover, die dunklen Schmetterlinge, die Schrift in der Mitte, das war eigentlich der Grund warum ich wider besseres Wissen nach diesem Buch gegriffen habe, aber leider wurde ich enttäuscht.


    Veröffentlicht am 14.01.2014