Pötzsch, Oliver: Die Henkerstochter


  • Autor: Oliver Pötzsch
    Titel: Die Henkerstochter
    Verlag: Ullstein
    Erschienen: 2008
    ISBN-10: 3548268528
    ISBN-13: 978-3548268521
    Seiten: 512
    Einband: Taschenbuch
    Preis: 9,99


    Zitat von amazon.de

    Kurz nach dem Dreißigjährigen Krieg wird in der bayerischen Stadt Schongau ein sterbender Junge aus dem Lech gezogen. Eine Tätowierung deutet auf Hexenwerk hin und sofort beschuldigen die Schongauer die Hebamme des Ortes. Der Henker Jakob Kuisl soll ihr unter Folter ein Geständnis entlocken, doch er ist überzeugt: die alte Frau ist unschuldig. Unterstützt von seiner Tochter Magdalena und dem jungen Stadtmedicus macht er sich auf die Suche nach dem Täter.


    Meine Meinung:


    Ich würde den Roman die Henkerstochter von Oliver Pötsch als einen besonders interessanten *historischen Kriminalroman bezeichnen. Der Autor verwebt geschickt historische Details mit purer Fiktion und entstanden ist daraus ein kurzweiliges spannendes Werk.


    Obwohl das Buch die Henkerstochter heißt sind eigentlich ihr Vater und der junge Medicus Simon die Hauptpersonen. Nachdem ein kleiner Junge tot im Fluss gefunden wurde und sich auf seiner Schulter ein merkwürdiges Mal befand, wurde schnell eine ortsansässige Hebamme als Schuldige gefunden und der Hexerei bezichtigt. Doch der Henker Jakob und der junge Medicus glauben an die Unschuld der Frau und setzen alle Hebel in Bewegung um sie aus ihrer misslichen Lage zu befreien.


    Der Henker Jakob Kuisl ist ein sehr merkwürdiger Zeitgenosse. Obwohl er so einen brutalen Beruf hat ist er tief in seinem Inneren ein liebevoller Vater und ein sehr mitfühlender Mensch. Er ist ein fähiger Heiler und kennt sich sehr gut aus mit Kräuterkunde, es ist eine Art zweites Standbein für ihn. Seine Arbeit macht ihm keinen Spaß, doch er macht sie weil sie getan werden muss und er seine Familie ernähren muss.


    Seine Tochter Magdalena ist eine widerspenstige junge Frau. Sie hält nicht viel davon irgendeinen Henkerssohn zu heiraten und hat ein Auge auf den jungen Simon geworfen. Doch die Stadt sieht diese Verbindung nicht gerne, denn eine Henkerstochter ist eine Außenseiterin, aber davon lassen sich Simon und Magdalena nicht beeindrucken.


    Simon wider rum ist der Sohn des Stadtmedicus. Er hält nicht viel von den gängigen Praktiken wie Aderlass, er ist der Meinung, dass Kräuter und modernere Ansichten den Menschen viel mehr helfen. Dadurch ist er auch oft Gast im Haus des Henkers um in seinen Kräuter- und Medizinbüchern zu lesen. Und natürlich auch um der schönen Tochter des Henkers ein wenig näher zu sein.


    Die Geschichte selbst ist sehr spannend und stellenweise auch sehr erschreckend. Der Autor beschreibt die gängigen Foltermethoden der Zeit und geht Gott sei Dank nicht allzu sehr ins Detail. Denn das hat dieses Buch auch wirklich nicht nötig. Die Schilderungen sind wohl dosiert eingesetzt und reichen um dem Leser ein Bild der damaligen Zeit zu vermitteln. Die Grausamkeit der Menschen kennt einfach keine Grenzen.


    Mein Fazit: Ein toller Roman mit sympathischen Protagonisten, einer spannenden Geschichte mit vielen überraschenden Wendungen die eindeutig Lust auf mehr macht.


    Veröffentlicht am 18.03.09


    16. Aufgabe


    Gib unter Highlights und Events Monatsspecial an, welches Monatsspecial Du im Februar machen möchtest


    Diesmal handelt es sich um eine Autorin aus der Steiermark. Sie schreibt hauptsächlich Fantasyromane. Bekannt wurde sie durch ihre Romane über die Elfen. Aber vielleicht sagt Dir die Reihe um Emily & Damian mehr….