Mitchell, Margaret: Vom Winde verweht


  • Autor: Margaret Mitchell
    Titel: Vom Winde verweht
    Originaltitel: Gone with the wind
    Verlag: Ullstein
    Erschienen: 2004
    ISBN-10: 3548261892
    ISBN-13: 978-3548261898
    Seiten: 1120
    Einband: Taschenbuch
    Preis: 14,90


    Zitat von amazon.de

    Die schöne und egozentrische Scarlett O'Hara hat während des amerikanischen Bürgerkrieges nur ein Ziel vor Augen: Die Bewahrung ihres Südstaaten-Gutes Tara, auf dem sie glücklich aufwuchs und sich unsterblich in den gutmütigen Ashley Wilkes verliebte. Da er schon Bräutigam der naiven Melanie ist, heiratet sie den Langweiler Charles. Die Ehe ist nicht von Dauer - Charles fällt im Krieg. Schließlich lernt Scarlett den Herzensbrecher Rhett Butler kennen, dessen Zuneigung sie schamlos ausnützt. Zu spät erkennt sie, wen sie wirklich liebt.


    Meine Meinung:


    Vom Winde verweht zählt längst zu den Klassikern unter den Liebesgeschichten, sowohl das Buch als auch der Film. Das Buch erzählt 12 Jahre aus dem Leben der jungen Scarlett O´Hara, die sich wiederfindet in den Irrungen des amerikanischen Bürgerkrieges. Schon als 16jähriges Mädchen liebt sie den jungen Ashley Wilkes, dieser jedoch heiratet seine Cousine Melanie, obwohl er Gefühle für die junge Scarlet hat. Obwohl Scarlet selbst 3mal verheiratet war, unter anderem auch mit dem Draufgänger Rhett Butler, kann sie Ashley nicht vergessen und erkennt dabei nicht, wen sie wirklich liebt.


    Bei derart monumentalen Werken ist es oft schwer eine Rezension zu schreiben, da sovieles schon gesagt wurde und man nicht einfach nach dem Munde anderer plappern will. Was mir besonders schwer fällt ist die Tatsache, dass ich die Begeisterung der Mehrheit der Leser nicht wirklich teilen kann.


    Erster Kritikpunkt ist für mich definitiv Scarlett O´Hara. Obwohl ich es bewundere, wie sie als Frau in der damaligen Zeit gearbeitet hat um ihre Ziele zu erreichen, konnte ich mich mit ihrer Figur von der ersten Seite an nicht anfreunden. Sie ist eine oberflächliche, egoistische und vor allem narzistische junge Frau, die um ihre Ziele zu erreichen auch über Leichen gehen würde. So verschwendet sie 12 Jahre ihres Lebens damit, den Mann einer anderen Frau - ihrer einzigen Freundin - zu begehren und merkt dabei nicht, wie lächerlich dies doch ist und dass ihr Herz in Wahrheit einem anderen gehört. Natürlich merkt man, dass die Figur der Scarlett eine Wandlung vollzieht, doch dies geschieht meiner Meinung nach erst am Schluss und geht mir dann doch zu schnell. 1000 Seiten lang hasst sie Melly Wilkes, die Frau von Ashley, als diese schwerkrank wird und stirbt erkennt Scarlett, dass Melly die einzige Freundin war, die sie je hatte und natürlich, dass sie - Scarlett - eigentlich Rhett Butler und nicht Ashley Wilkes liebt.


    Rhett Butler, die männliche Hauptfigur, ist mir hingegen von Anfang an sympathisch gewesen. Ich habe mich immer köstlich amüsiert,wenn der der naiven Scarlett die Meinung gesagt hat und sie von der ersten Minute an durchschaut hat. Die Szenen zwischen Scarlett und Rhett sind wirklich sehr gut gelungen und haben auch immer einen besonderen Reiz, eine Art Magie, die die Beiden verbindet. Dennoch ist auch Rhett Butler kein Kind von Traurigkeit und lässt das seine Frau Scarlett auch spüren.


    Das Buch ist mit seinen 1100 Seiten doch sehr umfangreich und weist an manchen Stellen deutliche Längen auf. Die Bürgerkriegsszenen sind sicher notwendig, da sie den Hintergrund der Geschichte bilden, dennoch waren sie stellenweise einfach nur langatmig. Vom Winde verweht ist sicher ein Buch, das man einmal gelesen haben sollte, allein die Szenen zwischen Rhett und Scarlett sind einfach traumhaft zu lesen, dennoch würde ich das Buch sicher kein zweites Mal lesen.


    Der Stil der Autorin ist oft nicht sehr leicht zu lesen, da sie gerne in langen Sätzen schreibt und sich oft in sehr detaillierten Beschreibungen verliert. Was mich am meisten an dem Buch gestört hat war die Tatsache, dass Scarlett O´Hara 12 Jahre einem Mann hinterherläuft, den sie nicht haben kann und dabei zerstört sie das Leben all jener Menschen, die sie wirklich lieben.


    Mein Fazit: Ein wirklich sehr umfangreicher Klassiker, der mich persönlich nicht ganz überzeugt hat.


    Veröffentlicht am 21.04.09