Korte, Lea: Die Maurin


  • Autor: Lea Korte
    Titel: Die Maurin
    Verlag: Knaur
    Erschienen: 2010
    ISBN-10: 3426502305
    ISBN-13: 978-3426502303
    Seiten: 672
    Einband: Taschenbuch
    Preis: 9,99


    Zitat von amazon.de

    Andalusien im 15. Jahrhundert. Zwischen Mauren und Christen toben erbitterte Kämpfe - und mittendrin steht die junge Zahra. Als Hofdame und enge Vertraute -Aischas, der Hauptfrau des tyrannischen Emirs, gerät sie in ein grausames Spiel dunkler -Intrigen und rücksichtsloser Machtkämpfe. Dann verliebt sie sich ausgerechnet in den Spanier Gonsalo - eine Liebe, die sie in tödliche Gefahr bringt ...


    Meine Meinung:


    Die Maurin ist ein historischer Roman, der im Spanien des 15. Jahrhundert spielt. Zwischen den Mauren und den Christen herrscht Krieg und es ist kein Ende in Sicht. Die junge Maurin Zahra ist eine der engsten Vertrauten der Sultanin Aisha und gerät dadurch in einen Strudel aus Macht, Verrat und Liebe.


    Die junge Zahra ist die Hauptfigur des Romans. Sie ist, für damalige Verhältnisse, eine sehr aufgeschlossene, mutige und starrköpfige junge Frau. Sie weiß was sie will und sie ist bereit für ihr Land und ihre Familie jedes erdenkliche Risiko einzugehen. Dabei kreuzt sich ihr Weg immer wieder mit dem Spanier Gonzalo und seinem Bruder. Mir hat die Figur der Zahra außerordentlich gut gefallen. Sie hat ein sehr großes Herz und beweist mehr Mut als für eine Frau in der damaligen Zeit gut war.


    Die Autorin gewährt dem Leser einen kleinen Einblick in die arabische Lebensweise, die Gedanken, Traditionen und Werte. Ich fand dies sehr interessant, da weder etwas beschönigt und verteufelt wurde. Die Stellung der Frau im Islam ist natürlich ein zentrales Thema, und leider muss man oft den Kopf schütteln, da sich in den letzten 500 Jahren nicht wirklich viel verbessert hat.


    Der historische Teil der Geschichte ist sehr interessant und spannend geschrieben. Auch wenn man zu Beginn etwas Probleme mit den Namen der einzelnen Personen hat, kann man hier auf das Namensregister im vorderen Teil des Buches zurückgreifen. Ich muss gestehen, ich bin kein Fachmann auf dem Gebiet der spanischen Geschichte, doch wurde sie hier so lebendig erzählt, dass es mich wirklich sehr neugierig gemacht hat und ich sicher noch einiges mehr darüber erfahren will.


    Der Schreibstil ist wunderbar einfach zu lesen. Die Autorin verliert sich nicht in langweiligen Beschreibungen der Landschaften oder Schlachten, sondern bringt alles auf einen gemeinsamen Nenner. Den Figuren lässt sie viel Zeit sich zu entwickeln, zu lernen und zu reifen. So darf man daran teilhaben, wie sich die junge Zahra vom quasi Kind zu einer mutigen und intelligenten jungen Frau heranwächst.


    Mein Fazit: Ein historischer Roman, der mich von der ersten bis zur letzten Seite bestens unterhalten hat.


    Veröffentlicht am 20.03.10


  • Autor: Lea Korte
    Titel: Die Maurin
    Verlag: Knaur
    Erschienen: 2010
    ISBN-10: 3426502305
    ISBN-13: 978-3426502303
    Seiten: 672
    Einband: Taschenbuch
    Preis: 9,99



    Zusammenfassung:


    Im Jahre 1478 spitzen sich die seit Jahrhunderten andauernden Streitigkeiten zwischen den Kastiliern und Mauren auf der iberischen Halbinsel zu. Raubzüge und Überfälle auf beiden Seiten lassen die Bevölkerung immer unzufriedener werden. Nachdem sich Hassan, der Emir von Granada weigert die Tributzahlungen an Königin Isabel weiter zu entrichten, kommt es zum offenen Kampf. Die junge Halbmaurin Zahra lebt mit ihrer Familie in Granada. Ihr Vater möchte sie mit einem ungeliebten Mann verheiraten. Auf andere Gedanken bringt sie nur die Zeit, die sie als Hofdame bei der Sultanin Aischa, der ersten Frau des Emirs, verbringen darf. Diese bringt Zahra dazu, für sich einzustehen und für eine Moslemin geradezu unmögliche Taten zu vollbringen. Doch für Zahra brechen schwere Zeiten an, als sie sich in einen Christen verliebt. Doch selbst in dieser Situation setzt sich Zahra immer noch für ihre Heimat ein und spielt in der Geschichte des Landes eine beachtenswerte Rolle.



    Mein Fazit:


    Das Buch „Die Maurin“ war das erste Buch, das ich damals gemeinsam in einer Leserunde mit der Autorin Lea Korte gelesen habe, aber schon ihr zweiter Roman. Nun habe ich es das zweite Mal gelesen und wieder sind mir viele neue Einzelheiten aufgefallen. Das Buch übt einen eigenartigen Zauber auf mich aus. Es handelt von Liebe, Verzweiflung und Hass, von Freundschaft, Feindschaft, falschem Ehrgeiz, Grausamkeit, Fanatismus und Intoleranz. Man merkt, dass die Autorin in Andalusien eine Heimat gefunden hat und sehr viel für diese empfindet. Dieser historische Roman in dem sowohl die Geschichte des Landes als auch fiktive Erzählung wunderbar miteinander verflochten sind, spricht meiner Meinung nach sowohl Männer als auch Frauen an.


    Die Autorin spielt sehr geschickt mit dem Tempo der Geschichte. Der Spannungsbogen bleibt immer aufrecht, doch man vermisst auch keine Hintergrundinformationen, denn diese sind geschickt immer wieder zwischendurch eingeflochten. Durch diese Verschmelzung bekommt der Roman sehr viel Ausdruckskraft. Lea Korte wirbt mit dieser Geschichte um Toleranz zwischen den verschieden Gläubigen und zeigt sehr viel über die Schwächen aber auch Stärken der Gesellschaft. Wobei mir besonders aufgefallen ist, sie versucht hat, eine unparteiische Interpretation der Ereignisse im Krieg der Mauren mit den Christen einzunehmen und meiner Meinung nach, ist ihr da ein Brückenschlag sehr gut gelungen. Der Hintergrund ist gut recherchiert und stimmt bis auf wenige Ausnahmen – die die Autorin dann auch anspricht – mit der Geschichte überein. Die Geschichte ist sehr komplex gestaltet.


    Der Schreibstil ist sehr lebendig, leicht und flüssig. Man versinkt schon nach den ersten Seiten in die Handlung der Geschichte und kann das Buch kaum mehr aus der Hand legen.


    Die Charaktere der Protagonisten sind überzeugend, ihre Handlungen nachvollziehbar und gut mit dem historischen Teil verbunden. Man lebt mit den Figuren der Geschichte mit, leidet mit ihnen und freut sich mit ihnen. Die Protagonisten sind zärtlich, sinnlich, bezaubernd, temperamentvoll, natürlich orientalisch, aber auch hart, eigensinnig, grausam, gewalttätig, fanatisch und intolerant. Die Einführung der Autorin in die Lebensbedingungen der damaligen Zeit in Andalusien, im Besonderen der Stellung der Frau im Islam und deren häufige Schicksale macht es dem Leser möglich sich auf die Welt der Mauren sehr gut einzustellen.


    Zusammenfassend kann ich nur sagen, dass ich jetzt sehr gespannt auf den 2. Teil der Geschichte, mit dem ich heute beginnen werde, bin. Ich freue mich darauf wieder mit Zahra und ihrer Familie durch die Geschichte Spaniens zu gehen und ihren Weg weiterzuverfolgen.


    Veröffentlicht am 04.02.2013