Ruppert, Astrid: Ziemlich beste Freundinnen



  • Autor: Astrid Ruppert
    Titel: Ziemlich beste Freundinnen
    Orginaltitel: dto.
    Verlag: Marion von Schröder
    ISBN-10: 3547711932
    ISBN-13: 978-3547711936
    Seiten: 320
    Einband: Hardcover
    erschienen: März 2013
    Preis: 16,99 €

    Klappentext:

    Konstanze ist die wandelnde Perfektion: Die Herzchirurgin, Ehefrau und Mutter hat ihre Familie, ihren Alltag, ihr Bindegewebe, den OP-Plan und sogar das Unkraut im Garten fest im Griff. Die viel zu hell blondierte Glitzernudel Jacqueline dagegen improvisiert sich mehr schlecht als recht durch ihr Leben zwischen vier Minijobs und drei Kindern. Ausgerechnet diese beiden Frauen werden Zimmergenossinnen in der orthopädischen Rehaklinik. Eine explosive Mischung in körperlicher Ruhelage. Während die Knochen heilen, verändert sich in Zimmer 233 alles.


    Inhalt/Meinung:

    Konnstanze, Herzchirurgin mit Aussicht auf die Chefarzt-Stelle in der Kardiologie und Jacqueline glitzernde Minijobberin mit drei Kindern von drei verschiedenen Vätern werden in der Reha-Klinik aufgrund eines Buchungsfehlers zusammen in ein Doppelzimmer gesteckt. Damit nicht genug, auch demselben Esstisch im Klinikrestaurant sind sie zugeteilt - ausweichen unmöglich. Das kann nicht gutgehen, möchte man meinen.

    Die Geschichte von "Konni" und "Jacki" ist abwechselnd aus Sicht der beiden Damen sehr kurzweilig und flott erzählt, selten auch aus der Sicht von Philipp, Konstanzes Mann und Mitbewerber um die Chefarzt-Stelle. Zwei Gegensätze wie sie kaum größer sein könnten prallen auf 10 Quadratmetern Klinikzimmer zusammen, das Seelenleben der taffen Konni und der chaotisch-liebenswerten, alleinerziehenden Jacki wird allerdings von allen Seiten durchleuchtet, so dass das Buch weit davon ist, seicht zu sein. Auch die Nebencharaktere wie z.B. Theo, Irene und Dr. Niedlich sind sehr ausdrucksstark, ganz besonders die zwar nur kurz erwähnte Liebesgeschichte von Irene ist mir sehr an`s Herz gegangen.

    An mehreren Stellen musste ich ehrlich schlucken und ein Tränchen verdrücken. Der Autorin ist es toll gelungen eine erheiternde, flotte Geschichte mit durchaus Tiefgang und Potential zum Nachdenken zu schreiben. Irgendwo habe ich gelesen, dass sie einige Charaktere an eigene Kur-Erfahrungen angelehnt hat, das hat wirklich sehr gut funktioniert. Eine schöne Geschichte die mir einige angenehme Lesestunden beschert hat.

    Veröffentlicht: 03.04.2013

  • Und hier noch meine Meinung:


    Die 1964 im Saarland geborene, in Fulda aufgewachsene und mit Mann und Tochter in Wies-baden lebende Autorin studierte Anglistik und war vor ihrer schriftstellerischen Karriere als Dramaturgin und Redakteurin bei verschiedenen Fernsehprojekten tätig. Dazu zählen Lily-Schönauer-Verfilmungen ebenso wie Traumhotel-Folgen. In den vergangenen zehn Jahren wirkte sie an über 40 TV-Serien und -Filmen mit, bei dem Kurzfilm Nebenan leben führte Ruppert selbst Regie. 2009 kam ihr erstes Buch Obendrüber, da schneit es bei List heraus, welches 2010 vom ZDF verfilmt wurde. Ebenfalls aus ihrer Feder stammt der Roman Wenn nicht jetzt wann dann?.


    Wie bereits in dem zuletzt erwähnten und vor einigen Monaten besprochenen Roman der Autorin findet man auch in Ziemlich beste Freundinnen gegensätzliche Charaktere. Da gibt es die überaus durchorganisierte und ebenso konservative wie perfekte Ärztin, Ehefrau und Mutter Konstanze, die neben Familie und Arbeit auch das Gartenunkraut oder ihr Bindegewebe im Griff hat. Und dann noch die menschlich-herzliche Jacqueline, die sich improvisierend durchs Leben kämpft und immer mal wieder auf die Nase fällt, die drei Kinder mit vier Minijobs durchbringt. Es gibt noch ein paar andere Figuren, die mal mehr mal weniger beleuchtet werden. Der Fokus liegt allerdings auf Konstanze selbst.


    In zahlreichen Kapiteln erlebt man das Geschehen abwechselnd aus der Sicht von Jacqueline, Konstanze oder deren Ehemann. Die Perspektivwechsel bieten Raum für unterschiedliche Emotionen und sorgen dafür, dass sich die Geschichte rasch entwickelt.


    Chaos meets Konzept, dank eines Buchungsfehlers. Denn die beiden vordergründig unter-schiedlichen Frauen landen in ein und demselben Zimmer einer Rehaklinik. Während Kassenpatientin Jacqueline sich den Gegebenheiten anpasst und sich fast wie im Urlaub fühlt, hat die energisch auf ihr Einzelzimmer pochende Konstanze ein Problem mit ihrer stets ge-sprächsbedürftigen kumpelhaften Zimmergenossin, die ihr weder gesellschaftlich noch intellektuell betrachtet das Wasser reichen kann. Als wäre das alles nicht schon schlimm genug, muss sie auch noch eine emotionale Achterbahnfahrt in Kauf nehmen, als sich der attraktive Theo für sie interessiert. Während Konstanze noch überlegt, ob sie ihrem Mann treu sein soll, ihre Ehe einen Rettungsversuch wert ist oder sie sich einfach in eine Affäre stürzen soll, stellt sie fest, dass sie und Jacqueline dann doch ein paar Gemeinsamkeiten haben. Nach anfänglichem Zickenkrieg entwickelt sich dank eines Blicks hinter die scheinbar so klaren Kulissen eine Freundschaft und in diesem Zusammenhang ein sanfter Roman um das Thema Freundschaft und Liebe.


    Gut, wer schon etwas von der Autorin gelesen oder gesehen hat, weiß, dass sie leichte Unter-haltungsromane schreibt, die man zwischendurch verschlingen oder einfach zum Abschalten lesen kann. Prompt stattet Ruppert ihre beiden weiblichen Hauptfiguren mit jeder Menge Klischees und Vorurteilen aus. Störend wirkt dies jedoch nicht, denn die Autorin geht dabei teils humorvoll-schlagfertig vor. Letzteres allerdings nicht durchgängig, was etwas schade ist. Auch ansonsten setzt Ruppert auf einen bereits bewährten Aufbau. Sprich, die an und für sich recht einfache Handlung, wird mit teils überspitzten Details ausgeschmückt und ist durch den lockeren Schreibstil der Autorin größtenteils leicht lesbar. Das wiederum tröstet ebenso wie der bis zum Schluss weniger vorhersehbare Handlungsstrang um Konstanze über die eine oder andere Vorhersehbarkeit Jacqueline betreffend hinweg.


    Da ihre menschlich-echt wirkenden Figuren mit allerlei Alltagsproblemen und nachvollziehbaren Sorgen kämpfen, lässt Ziemlich beste Freundinnen allerdings genau wie der vorhin erwähnte Roman durchaus Raum für eigene Überlegungen und zeigt das leicht nicht immer und unbedingt ein anderes Wort für seicht sein muss.


    Fazit: ****


    Entspannend-unterhaltsamer Lesespaß mit sympathischen Charakteren für zwischendurch. Einige kleinere Längen und eine gewisse Vorhersehbarkeit sorgen für einen Punkteabzug, wes-halb ich vier von fünf Punkten für Rupperts Roman vergeben möchte.


    Copyright ©, 2013 Antje Jürgens (AJ)

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    Auf ihnen tragen wir in Worten und Bildern unsere Träume und Wünsche in die Welt.