Webb, Katherine: Das geheime Vermächtnis


  • Autor: Webb, Katherine
    Titel: Das geheime Vermächtnis
    Originaltitel: The Legacy
    Verlag: Diana Verlag
    Erschienen: 8. August 2011
    ISBN 10: 3453355466
    ISBN 13: 978-3453355460
    Seiten: 543 Seiten
    Einband: Taschenbuch
    Preis: 9,99 Euro


    Inhaltsangabe:


    Zitat

    Nach dem Tod ihrer Großmutter erben die Schwestern Erica und Beth das Gut Storton Manor im englischen Wiltshire. Jahre sind vergangen, seit sie den herrschaftlichen Landsitz zuletzt betraten, zu schmerzhaft sind die Erinnerungen an ihre Kindheit, als ihr Cousin Henry mit zwölf Jahren spurlos verschwand. Doch die Vergangenheit lässt Erica nicht los. Sie liest alte Briefe ihrer Großmutter und gerät immer tiefer in den Bann eines Familiengeheimnisses, das offenbar seit Generationen auf Storton Manor gehütet wird...


    Quelle: Amazon.de


    Meine Meinung:


    Erica und Beth fahren nach Storton Manor, da ihre Großmutter Meredith es ihnen beiden vermacht hat, aber das Erbe hat einen Haken, sie dürfen das Haus nur behalten, wenn sie beide auch dort drinnen wohnen bleiben, aber das ist gar nicht so leicht, denn sie verbinden mit dem Haus und dem Grundstück einige schlechte Erinnerungen. Am größten ist wohl die, das ihr Cousin Henry vor vielen Jahren einfach verschwunden ist und auch niemals gefunden wurde. Aber Erica hat immer so ein Gefühl in sich, das sie allerdings nicht richtig zu fassen kriegt, sie weiß nur, das es irgendwas mit Henry zu tun haben muß und was damals passiert ist. Ihre Schwester Beth scheint sich dafür noch genaustens an den Tag zu erinnern will aber Erica einfach nicht aufklären und auch Dinny, ein Freund aus Kindertagen, bleibt ihr gegenüber verschlossen. Als Erica beim durchsehen einiger alter Sachen ein Foto von ihrer Urgroßmutter Caroline und einem Baby findet hat sie noch ein Geheimnis, das sie gerne lüften möchte.


    Die Geschichte wird in zwei Zeitebenen erzählt, einmal befindet man sich bei Erica und Beth in der Gegenwart und dann noch in der Vergangenheit bei Caroline, wo man dann auch langsam erfährt was es mit ihr und dem Foto auf sich hat und ich muß sagen, mir gefiel die Story in der Vergangenheit leider nicht so wirklich gut. Erst fand ich die Abschnitte um Caroline und ihren Weg nicht besonders interessant, obwohl der Prolog echt spannend und auch erschreckend war, aber danach plätschert ihre Geschichte eigentlich nur so vor sich her und als es dann doch mal wieder etwas spektakulärer wurde war mir Caroline so unsympathisch geworden, das ich eigentlich gar keine richtige Lust mehr verspürte ihr Leben weiter zu verfolgen, aber ich wollte ja trotzdem wissen wieso sie das alles gemacht hat und was ihre Beweggründe dafür waren.


    Die Story um Erica, Beth, Dinny und den verschwundenen Henry war da schon etwas interessanter, auch wenn manchmal der Szenenwechsel recht schnell vonstatten ging und man sich dann wundert wieso man denn jetzt plötzlich so schnell am Teich ist oder im Haus. Aber auch mit den Charakteren hier bin ich nicht wirklich warm geworden, ich finde sie bleiben alle recht blass, obwohl sie doch so viel erlebt haben und gerade Beth ist ja nur noch ein Schatten ihrer selbst, aber irgendwie kam das alles so oberflächlich rüber, das man gar nicht wirklich mit den Personen mitfühlen konnte und sowas finde ich immer ziemlich schade.


    Das Ende fand ich gerade in Bezug auf Henry sehr überraschend, denn mit sowas hatte ich jetzt überhaupt nicht gerechnet, da hat die Autorin wirklich was interessantes draus gemacht. Der Epilog hat mich allerdings nicht ganz überzeugt, denn ich hätte schon gerne noch etwas mehr über Beth und Dinny erfahren und nach dem ganzen Drama hatte ich mir auch irgendwie einen schöneren Schluß vorgestellt, aber das hätte wahrscheinlich einfach nicht zum Rest der Geschichte gepaßt.


    Veröffentlicht am: 11.02.2013

  • Eigene Meinung:


    Erica und ihre ältere Schwester Beth kehren nach über zwanzig Jahren in das Herrenhaus ihrer Großmutter zurück. Meredith Calcott hat ihren Enkelinnen Storton Manor vererbt, unter der Voraussetzung, dass die Schwestern selbst dort wohnen. Zunächst ziehen sie dort über Weihnachten ein, um die Sachen ihrer Großmutter zu sortieren und sich darüber klar zu werden, was sie tun sollen.
    In Rückblenden erzählt Erica in der Ich-Form von ihren Sommern bei ihrer Großmutter Meredith und Ur-Großmutter Caroline, an die sie sich aber nicht mehr richtig erinnern kann. Sie weiß nur, dass sie immer Angst vor ihr hatte.
    Auch eine andere Sache ist nur noch verschwommen in ihrer Erinnerung: Als Erica acht Jahre alt war, verschwand ihr Cousin Henry spurlos von Storton Manor. Sie ist sich sicher, dass ihre Schwester weiß, was passiert ist und durch diese psychische Belastung krank wurde. Erica hofft durch diese Reise in die Vergangenheit, Beth helfen zu können.
    Dann trifft sie auf Nathan Dinsdale, genannt Dinny, der in ihrer Kindheit auf dem Grundstück von Storton Manor in einem Wagenlager lebte und die Sommer immer mit den Mädchen verbrachte, auch wenn Meredith den Umgang mit den "Zigeunern" verboten hatte.
    Nach und nach erfährt man, wie die Kinder die Sommer verlebten und was damals wirklich passierte.


    Auf einer zweiten Erzählebene erfahren wir von Ericas Ur-Großmutter Caroline, ihrer Vergangenheit in Amerika, der Hochzeit mit ihrer großen Liebe Corin und wie es dazu kam, dass sie plötzlich mit einem Kind auf Storton Manor als Lady Calcott in England landete. Außerdem findet Erica Briefe von Meredith und Caroline und nach und nach wird klar, warum beide Frauen so kaltherzig und verbittert wurden. Man kann über Carolines Verhalten urteilen, aber man sollte auch nicht vergessen, dass damals ganz andere Zeiten waren, gerade für Frauen.


    "Das geheime Vermächtnis" war mein erstes Buch von Katherine Webb und es hat mir gut gefallen. Ihr Schreibstil ist sehr bildhaft und anschaulich und besonders ihre Beschreibung der anscheinend endlosen Sommertage in der Kindheit der Schwestern, erinnerte mich an meine eigene Kindheit und Jugend. Ich konnte fast die Sonne auf der Haut spüren und wie der Sonnenbrand abends zuhause erst richtig schmerzte. ;-)
    Auch die Charaktere sind sehr gut beschrieben, haben viel Tiefe und auch die Nebenfiguren bleiben nicht blass. Obwohl total unterschiedlich, mochte ich Erica und Beth von Anfang an.
    Die Auflösung am Ende um Henrys Verschwinden finde ich gut und ist für mich auch nachzuvollziehen, wenn man die damaligen Umstände bedenkt. Auch das Ende gefällt mir und passt meiner Meinung nach für alle Beteiligten.


    Endlich mal eine abgeschlossene Geschichte und keine Serie. Ein Pluspunkt mehr.


    21.07.2017