Riley, Lucinda: Das Mädchen auf den Klippen


  • Autor: Riley, Lucinda
    Titel: Das Mädchen auf den Klippen
    Originaltitel: The Girl on the Cliff
    Verlag: Goldmann
    Erschienen: 15. Mai 2012
    ISBN 10: 3442477891
    ISBN 13: 978-3442477890
    Seiten: 445 Seiten
    Einband: Taschenbuch
    Preis: 9,99 Euro


    Inhaltsangabe:


    Zitat

    Mit gebrochenem Herzen sucht die Bildhauerin Grania Ryan zuflucht in ihrer irischen Heimat. Bei einem Spaziergang an der Steilküste von Dunworley Bay wird Grania jäh aus ihren trüben Gedanken gerissen: Am Rande der Klippen steht ein Mädchen, barfuß und nur mit einem Nachthemd bekleidet. Der Wind zerrt an der zerbrechlichen Gestalt, und von plötzlicher Sorge ergriffen spricht sie das Kind an. Ohne es zu ahnen, stößt Grania durch diese Begegnung die Tür zu einer über Generationen reichenden, tragischen Familiengeschichte auf – ihrer Geschichte.


    Quelle: Amazon.de


    Meine Meinung:


    Grania ist zurück auf der Farm ihrer Eltern, nachdem sie es in New York einfach nicht mehr ausgehalten hat. Als sie mal wieder einen Spaziergang an den Klippen entlang macht fällt ihr ein achtjähriges Mädchen auf, das sehr nah am Abgrund steht und Grania hat Angst, das es runterfallen könnte. Als sie es anspricht registriert die Kleine Grania gar nicht wirklich, sie läuft einfach davon. Am nächsten Tag macht Grania sich auf den Weg zu ihrem Lieblingsfelsen und dabei begegnet sie wieder dem kleinen Mädchen, das sie anspricht und vom Vortag anscheinend gar nichts mehr weiß. Grania und Aurora freunden sich schnell an und bald können sich beide ein Leben ohne einander kaum noch vorstellen, aber warum ist Granias Mutter gar nicht begeistert von dieser Freundschaft und verhält sich sofort abweisend, wenn man über die Familie von Aurora spricht?!


    Die Geschichte hat mich sofort in ihren Bann gezogen und am liebsten hätte ich die ganze Zeit nur gelesen. Die ganzen Geheimnisse, die im Laufe des Buches an die Oberfläche kommen sind manchmal wirklich unglaublich oder einfach nur faszinierend. Die Familie Ryan verbindet mit den Lisles eine ganze Menge und immer wenn man denkt, das war es jetzt kommt noch mehr ans Tageslicht. Außerdem scheint sich alles von Generation zu Generation zu wiederholen und gerade Kathleen, Granias Mutter, würde darauf am liebsten verzichten, denn sie hat ja noch das letzte Mal gut in Erinnerung. Sehr interessant fand ich übrigens immer die Einschübe von Aurora, die in kursiv geschrieben sind, sie hat eine Art an sich, die wirklich einmalig ist.


    Grania war mir eigentlich recht sympathisch, auch wenn ihr Stolz ihr manchmal ganz schön im Wege stehen kann. Aurora war eine Klasse für sich, aber man muß sie einfach gerne haben und auch wenn ich immer etwas skeptisch wegen ihrem Vater Alexander war, so hatte er doch etwas an sich was einen für ihn eingenommen hat und als ich dann später erfahren habe was wirklich hinter seinem Verhalten steckt war ich ganz schön erschüttert. Überhaupt haben mich die vielen Schicksale oft sehr mitgenommen. Mary, Joe, Jeremy, Lawrence und noch einige andere haben es wirklich nicht leicht im Leben gehabt, aber sie haben versucht das beste daraus zu machen, auch wenn es vielleicht nicht immer der richtige Weg war.


    Mich hat das Buch wirklich total begeistert, ich kann gar nicht richtig in Worte fassen wie sehr, ich habe alle möglichen Emotionen durchgemacht und am Ende sogar ein paar Tränchen vergossen, denn der Schluß hat mich ziemlich traurig gemacht. Ich konnte einfach nicht fassen, das das tatsächlich passiert ist, auch wenn es sich eigentlich schon längere Zeit vorher abgezeichnet hat. Die Geschichte klingt auch immer noch in mir nach, es ist wirklich ein berührendes Buch.


    Veröffentlicht am: 11.02.2013

  • Eigene Meinung:


    Die junge Bildhauerin Grania Ryan verlässt nach einer Fehlgeburt New York und ihren Lebensgefährten Matt und flüchtet in ihr Elternhaus im irischen Dunworley Bay in der Nähe von Cork. Bei einem Spaziergang sieht sie auf den Klippen ein rothaariges Mädchen, das barfuß und nur mit einem Nachthemd bekleidet aufs Meer starrt. Als sie das Kind anspricht, läuft es erschrocken weg. Granias Mutter Kathleen erzählt ihr später, dass das Mädchen in dem großen Herrenhaus Dunworley House oben auf den Klippen lebt. Am nächsten Tag trifft Grania das Mädchen, das Aurora heißt, wieder und zwischen den beiden entwickelt sich eine enge Freundschaft. Kathleen gefällt das gar nicht, denn die Geschichte ihrer eigenen Familie und die der Familie Lisle, die Dunworley House bewohnt, ist seit Generationen eng miteinander verknüpft. Granias Urgroßmutter arbeitete einst als Dienstmädchen im Herrenhaus und manchmal ist es besser, die Vergangenheit ruhen zu lassen...


    Nach "Der Engelsbaum" ist dies mein zweiter Roman von Lucinda Riley und ich bin wirklich begeistert. Die Geschichte ist mitreißend, packend und emotional erzählt. Das Ganze ist zwar aus der Sicht von Aurora geschrieben, aber nur in ganz kurzen Abschnitten in der Ich-Form. Und erst zum Ende erfährt man den tragischen Grund dafür, warum sie das alles aufschreibt.
    Es gibt zwei Erzählebenen. In der Gegenwart geht es um Grania und Aurora und wie sich ihre Beziehung auf ihrer beider Leben auswirkt. Und hier geht es auch um Matt, Granias Lebensgefährten, der nicht versteht, warum sie ihn ohne eine Erklärung verlassen hat.
    In der Vergangenheit lernen wir Granias Urgroßmutter Mary kennen, die in Zeiten des ersten und zweiten Weltkrieges sehr viel durchmachen musste. Nach und nach erfährt der Leser, wie das Schicksal der Familie Ryan mit dem der Familie Lisle verknüpft ist und welche Auswirkungen dies auf die nachfolgenden Generationen hat.


    Anfangs hatte ich ein paar Probleme mit Grania, da ich nicht nachvollziehen konnte, warum sie Matt ihre Gründe für ihre Flucht nach Irland nicht gesagt hat. Später wird das dann aufgelöst und da konnte ich sie besser verstehen.
    Aurora mochte ich gleich. Ihre frische Art und ihre Begeisterung für alles. Und sie tat Grania einfach gut, genau wie umgekehrt.
    Auch Kathleen war mir gleich sympathisch, überhaupt die ganze Familie Ryan.
    In der Vergangenheit ist besonders Mary zu erwähnen, eine für die damalige Zeit starke Frau, die sich nicht unterkriegen lässt, egal wie viele Schläge das Schicksal ihr verpasst. Für die kleine Anna riskiert sie alles und es tat mir sehr leid, dass diese das später nicht zu schätzen weiß.
    Interessant fand ich allerdings die Anspielungen auf Annas tatsächliche Herkunft.


    Insgesamt ist "Das Mädchen auf den Klippen" eine fesselnde Familiengeschichte über mehrere Generationen, deren Seiten beim Lesen nur so dahinfliegen, bewegend, tragisch, romantisch....aber keinesfalls kitschig oder schmalzig.


    Veröffentlicht am: 28.06.2016