Greatshell, Walter: Gefangen in Harmony


  • Autor: Greatshell, Walter
    Titel: Gefangen in Harmony
    Originaltitel: Mad Skills
    Verlag: Bastei Lübbe
    Erschienen: 18. Mai 2012
    ISBN 10: 340420672X
    ISBN 13: 978-3404206728
    Seiten: 367 Seiten
    Einband: Taschenbuch
    Preis: 8,99 Euro


    Inhaltsangabe:


    Zitat

    Maddy Grant ist aufgewacht. Nach einem schrecklichen Unfall hat sie über ein Jahr im Koma gelegen. Nun haben Wissenschaftler einen Teil ihres Gehirns durch Elektronik ersetzt. Maddy kann wieder klar denken. Sie ist wieder sie selbst. In dem kleinen Ort Harmony soll Maddy lernen, wieder ein normales Leben zu führen. Doch Harmony ist kein normales Dorf. Es steht auf keiner Landkarte. Und es gibt da noch andere Details, die nicht ins Bild passen. Denn Maddy ist mehr als nur geheilt. Sie verarbeitet Informationen wie ein Computer, und sie kann aus einfachsten Dingen tödliche Waffen bauen - in Höchstgeschwindigkeit.


    Quelle: Amazon.de


    Meine Meinung:


    Maddy und ihr Fast-Halbbruder Ben haben einen Unfall in einer Geisterbahn, als sie danach wieder etwas wahrnehmen kann hat sie das Gefühl, das sie träumt, aber das stimmt nicht, sie sitzt nun im Rollstuhl und kann sich kaum noch anderen mitteilen, ihr ganzes Leben hat sich von einem Moment auf den anderen verändert. Ihr Gehirn scheint wie in Watte gepackt, nichts dringt richtig durch, bis zu dem Augenblick als sie nach einer Operation, mit der sich ihre Eltern einverstanden erklärt haben, erwacht, denn diese ist eher ein Experiment gewesen, das auch nach hinten hätte losgehen können, aber es hat geklappt. Maddy ist wieder sie selbst, zumindest glaubt sie das am Anfang, aber mit der Zeit merkt sie das sie vieles ganz anders wahr nimmt, ihr Gehirn scheint plötzlich wie ein Computer abzulaufen, nur noch viel schneller. Was hat man mit Maddy wirklich gemacht und vor allem warum?!


    Maddy ist sehr schwer einzuschätzen, wie ich finde, man kann sie zwar verstehen, denn alles was mit ihr passiert ist einfach unglaublich, aber sie hat manchmal auch eine Art an sich, mit der ich nicht so zurechtkam. Auch wirkt sie oft sehr distanziert auf einen, aber das liegt wahrscheinlich an der Operation und den daraus resultierenden Folgen. Maddy hat mich manchmal übrigens an MacGyver erinnert, sie zaubert nämlich aus normalen Alltagsdingen unglaubliche Sachen. Die anderen Charaktere, die ab und zu vorkommen, sind fast alle recht unsympathisch und wenn dann noch mal jemand nettes dabei ist weiß man nicht, ob das ernst gemeint ist oder ob er einem nur was vorspielt. Man kann sich eigentlich nie richtig sicher sein, was denn nun der Realität entspricht und was nicht.


    Das in der Kurzbeschreibung und im Titel erwähnte Harmony kommt übrigens erst nach fast 150 Seiten mal zur Sprache. Davor wird berichtet was mit Maddy passiert ist, wie sie ihre Umwelt nach dem Unfall wahrgenommen hat und wie sie nach der Operation nach Hause darf um sich dort wieder in ihrem vertrauten Umfeld zu bewegen. Sie geht zur Schule, muß allerdings in die Sonderschulklasse, trifft sich mit ihrer früheren besten Freundin Stephanie und merkt wie oberflächlich doch alles ist. Außerdem scheint sie niemand zu verstehen, sie argumentiert oft mit Wörtern, die andere nicht wirklich kennen und so denken alle, sie sei irgendwie verrückt. Als Maddy dann auch noch was ganz unerwartetes tut wird sie zurück ins Braintree Krankenhaus gebracht, wo man ihr naheliegt doch nach Harmony zu gehen, für ein halbes Jahr, damit sich draußen wieder alles beruhigt, aber damit fängt der Ärger erst richtig an.


    Die Geschichte ist eigentlich recht interessant, aber sie wirkt halt sehr überladen, denn der Autor hat so viel darein gepackt, das manches gar nicht richtig zur Geltung kommt, man hätte da locker zwei-drei Bücher raus machen können. Einige Passagen mußte ich auch mehrmals lesen, denn wenn die Ärzte und Wissenschaftler und auch manchmal Maddy selbst mit ihren ganzen technischen Daten um sich schmeißen dann ist das schon irgendwann etwas verwirrend. Einige Stellen sind auch ziemlich brutal, da fließt dann schon mal ordentlich Blut, aber diese Szenen sind zum Glück nicht so oft vorhanden, aber wenn, dann muß man sich schon auf einiges einstellen. Auch mit dem Ende bin ich nicht wirklich zufrieden, vor allem, wenn man bedenkt was einem am Anfang im Prolog mitgeteilt wurde. Eventuell kommt ja noch ein zweiter Teil, aber bisher habe ich darüber leider noch nichts gefunden. Ach ja, Moses, den Waschbären fand ich irgendwie am interessantesten.


    Veröffentlicht am: 10.02.2013