Jordan, Noemi: Insel der schwarzen Perlen


  • Autor: Noemi Jordan
    Titel: Insel der schwarzen Perlen
    Originaltitel des Buches: Insel der schwarzen Perlen
    Verlag: Piper
    Erschienen: 12/2012
    ISBN 10: 349227286X
    ISBN 13: 9783492272865
    Seiten: 480
    Einband: Taschenbuch
    Preis: 9,99 €



    Verlagsseite


    Wie man bei einem Blick auf die Verlagsseite erfährt, hat die unter dem Pseudonym Noemi Jordan arbeitende deutsche Autorin vor zwei Jahrzehnten in einen hawaiianischen Clan eingeheiratet und Zwillinge bekommen. Sie ist fasziniert von den Heilkünsten der Kahunas, für die Raum und Zeit etwas anderes bedeutet als für uns, können sie doch jenseits davon wandeln. Heute lebt die Autorin im Süden Deutschlands.


    Von ihr stammt eine kleine Buchreihe. Sie besteht aus dem Auftaktroman Tal der tausend Nebel (Piper 2012), Insel der schwarzen Perlen (Piper 2012) und dem 2013 geplanten Titel Bucht des wilden Ingwers. Das ist mir allerdings erst aufgefallen, als ich den zweiten Band zu etwa zwei Dritteln gelesen hatte. Bereits dadurch wird deutlich, dass man die Bände getrennt voneinander lesen kann. Es fehlen zwar einige Details, doch durch Informationssequenzen, die auf Geschehnisse im ersten Band verweisen, kommt man gut zurecht.


    Dass ich es erst so spät bemerkt habe, liegt auch daran, dass ich mich gleich nach wenigen Seiten an ein Ende der 1990er-Jahre bei Bastei erschienenes, nicht fiktives Buch von Hank Wesselman erinnert und besagtes Buch prompt parallel zu Insel der schwarzen Perlen gelesen habe. In Die zwölf Wahrheiten des Nainoa geht es, nebenbei bemerkt, um Wesselman selbst. Kurz, nachdem der Anthropologe und Wissenschaftler an den Hängen des Mauna-Loa-Vulkas auf Hawaii lebt, überkommen in regelmäßigen Abständen Visionen, in denen er Raum und Zeit überwindet und Nainoa kennenlernt.


    Doch zurück zur Insel der schwarzen Perlen beziehungsweise kurz zum Vorgängerband. In Insel der tausend Nebel geht es um Elisa. Die junge Deutsche reist nach Hawaii, um dort zur Rettung der Familienplantage einen vermögenden Kolonialherren zu heiraten. Bei ihrer Ankunft wird sie von einem Hai attackiert und von dem Eingeborenen Kelii gerettet. Der Angriff sorgt nicht nur dafür, dass sie von Narben gezeichnet ist, sondern auch dafür, dass ihre Hochzeit abgesagt wird. Als sie sich verzweifelt Kelii zuwendet, der sie in die faszinierende Welt seiner Heimat einführt, rächt sich ihr Verlobter auf grausame Weise.


    Das zweite Buch enthält einen Erzählstrang, der sich weiterhin mit Elisa befasst. Diese ist zwischenzeitlich mit Kelii verheiratet und lebt als Kahuna unter den Einheimischen, wird allerdings nicht von allen anerkannt. Zu ihrer früheren Familie hat sie keinen Kontakt, bis sie von Kelii getrennt wird und zur Plantage zurückkehren muss. Der zweite Erzählstrang beinhaltet die Geschichte von Maja etwa 100 Jahre später. Die junge Deutsche hat sich bei einem Seminar in Europa in den Hawaiianer Keanu verliebt. Für ihn verlässt sie ihren Verlobten, zieht nach Hawaii. Obwohl sie hawaiianische Wurzeln hat und ihre Familie dort Land besitzt, fühlt sie sich in ihrer neuen Wahlheimat nicht wirklich angekommen. Die beiden erwarten ein Kind.


    Das Schicksal der beiden Frauen ist, trotz der unterschiedlichen Zeiten, durch Träume miteinander verbunden. Maja recherchiert und beginnt langsam die Verbindung zu begreifen. Zwischen diesen beiden Erzählsträngen springt die Autorin hin und her.


    Wer nach einem Blick auf das wunderschön gestaltete Cover (Dämmerungshimmel, eine Insel im Hintergrund, ein ruhiges Meer, ein am Strand liegendes Boot, eine rote Hibiskusblüte) vermutet, eine verklärte Liebesgeschichte mit einem Hauch Mystery in farbenfroh-verträumter Südseekulisse lesen zu dürfen, wird enttäuscht sein. Denn tatsächlich malt die Autorin zum einen kein sehr schmeichelhaftes Bild der Kolonialzeit und zum anderen verklärt sie auch die Gegenwart nicht, die nach wie vor mit Identitätsproblemen und Ressentiments behaftet ist, die auf die damalige Zeit zurückzuführen sind. Weder Elisas noch Majas Beziehungen gestalten sich problemlos, zudem wird bei Maja eine Krankheit diagnostiziert. Und während Maja sich vom sogenannten Haifischmann bedroht fühlt, haben Elisa und ihre damaligen Zeitgenossen mit der um sich greifenden Lepra zu tun.


    Insgesamt bekommt man eine mystische Geschichte aus dem Leben zweier starker Frauen, voller Höhen und Tiefen, vor einer landschaftlich wunderschönen Kulisse. Sie ist gewürzt mit etlichen hawaiianischen Wörtern, die teils gleich übersetzt werden (was mich persönlich immer ein wenig stört) und sich auch in einem Glossar hawaiianisch-deutsch hinten im Buch wiederfinden. Nebenbei erfahren Jordans LeserInnen viele historische Informationen des Inselstaates, die überaus geschickt in die Romanhandlung gewoben sind.


    Die Insel der schwarzen Perlen beginnt in meinen Augen sehr spannend, flacht allerdings im Verlauf etwas ab. Elisa und Maja sind sehr gut beschrieben, die anderen Charaktere blieben mir jedoch größtenteils fremd. Störend fand ich, dass mehrfach auf das Ende von Kelii und Elisa verwiesen wird, ohne dass die Autorin weiter darauf eingeht. Was es genau damit auf sich hat, wird wohl erst im dritten Band zu lesen sein. Ebenfalls eher störend fand ich die Hinweise auf den sogenannten Haifischmann, da diesbezügliche Andeutungen zu oberflächlich bleiben. Grundsätzlich fand ich den Erzählstrang um Elisa interessanter als das, was ich über Maja gelesen habe. Durch den steten Wechsel zwischen den beiden Erzählsträngen war ich deshalb mehrfach versucht, einfach weiterzublättern. Letztlich hat es sich jedoch gelohnt, den Roman durchgehend zu lesen.


    Fazit:


    Trotz kleinerer Schwächen hat mir Insel der schwarzen Perlen sowohl Lust auf den Vorgänger- wie auch auf den Folgeband gemacht und ich möchte ihm vier von fünf Punkten geben.


    Copyright ©, 2013 Antje Jürgens (AJ)


    Veröffentlicht am 10.02.2013

    Fantasien sind die Flügel unserer Seele.
    Auf ihnen tragen wir in Worten und Bildern unsere Träume und Wünsche in die Welt.


  • Klappentext

    Zitat


    In der sinnlichen Exotik Hawaiis wird die Liebe auf eine harte Probe gestellt
    Hawaii, 1900: Elisa ist überglücklich – nach einem bitteren Schicksalsschlag hat sie in dem Hawaiianer Kelii ihre große Liebe gefunden. Doch ihr Glück ist nicht von Dauer: Durch eine Intrige ihrer Familie werden sie gewaltsam getrennt: Kelii landet im Gefängnis, Elisa muss auf der Plantage ihres damaligen Vergewaltigers dienen. Dort beginnt eine Zeit des Grauens – bis zu dem Moment, als der junge Einwanderer Johannes sich in Elisa verliebt …



    Inhalt

    Elisa und Kelii haben sich wieder gefunden und leben glücklich in ihrem Dorf, wo Kelii nach dem Tod seines Vaters zum Oberhaupt erkoren wurde. Elisa ist schwanger, ausserdem hat sie noch 3 weitere Kinder aufgenommen und sie sind glücklich.


    Allerdings ist ihre Beziehung zu Kelii immer noch überschattet von Intrigen seitens ihrer Mutter und dem jetzigen Gouvernour Gerit Janson.
    Und bald schon fallen Elisa und Kelii so einem intriganten Spiel zu Opfer. Kelii wird wegen schweren Diebstahl angeklagt und soll lebenslänglich ins Gefängnis.


    Elisa versucht alles, um ihren Liebsten frei zu bekommen, oder wenigstens sein Leben im gefängnis erträglicher zu gestalten.
    Sie geht soweit, dass sie nach jahren die Gouvernante ihrer Tochter Victoria im Haus von Gerit Janson wird. Sie arbeitet eine lange Zeit dort und dann will Janson sie heiraten. Als Elisa nicht will, wird er abermals handgreiflich und Elisa zieht abermals ihre Konsequenzen.
    Sie verlässt ihre Tochter Victoria wieder. Nun geht sie an den Hof der gestürzten Hawaiianischen Königin.


    Meine Meinung
    (Achtung: Text enthält Spoiler!)


    Auch dieser zweite Band geht spannend los und verliert zu keiner zeit an Spannung und Damatik. Wieder lässt sich der Roman so schön lesen und ich war begeistert von den wunderschönen Landschaftsszenen, ebenso wie von den Handlungen im Laufe der jahre für alle Beteilgte.


    Elisa und Kelii - die beiden sind mir einfach nur ans Herz gewachsen und haben in diesem Band wieder so viele schlechte Zeiten zu überstehen. Ich habe mit Elisa mitgelitten, als Kelii im Gefängnis zum Beschütze von Okelani wurde, und dann als er mit Okelani auf die Insel der Aussätzigen musste!


    Elisa und Johannes van Ween - richtig konnte ich diese Romanze von Elisa nicht verstehen, aber ihr tat es scheinbar sehr gut - bis wieder einmal eine Wendung des Schicksals eintrat, mit der man als Leser so nicht gerechnet hat.


    Am meisten tat mir eigentlich Voctoria leid - man meinte sie in guten Händen mit einer guten Zukunft, aber auch da hatte man als Leser einen ersten falschen Eindruck. Am Ende rettete sie sich als Ordensschwester in einen Orden und versuchte da mit ihrem Schicksal sich zu versöhnen.


    Man erhielt als Leser einen beeindruckenden Hintergrund von Hawaii, von der Geschichte des Landes, sowie der Geschichte und Bräuche der Hawaiianer. Ich fand das toll, denn mit der Geschichte Hawaiis hatte ich mich noch nie auseinandergesetzt. Klar, man kennt Dole Dosenananas, aber wie Herr Dole wirklich zu seinem Reichtum kam! Es geschah eine Enteignung der Hawaiianer in einer recht fiesen At und Weise. Wie es so manch einem Land ergangen ist, welches "erobert" wurde. Einfach nur schrecklich!


    Natürlich durfte auch in dem Band nicht die Geschichte von Maja und Keanu fehlen. Maja ist nun nach Hawaii gezogen und baut mit Keanu ihr gemeinsames Haus auf dem Grundstück, welches Majas Vater von seinem hawaiianischen Vater vererbt wurde.


    Immer wieder schwebt die Gefahr des Haifischmannes über ihnen, und Maja weiss immer noch nicht so richtig, wie er in all das Ganze passt. Denn Maja ist immer noch auf der Suche und auf den Spuren von Elisa Vogel. Sie will deren Leben erkunden und stößt immer wieder auf neue Fundstücke.


    Und dann ist da immer noch das Rätsel ihrer eigenen Herkunft. Nachdem ihr Vater nach Hawaii kommt um sie zu besuchen, kommt mehr und mehr ans Licht.
    Auch hier ist der Leser vor überraschenden Wendungen nicht sicher.


    Durch Keanu und den beiden alten Frauen Mai und Sabij lernt Maja auch immer mehr über Hawaii und den traditionellen Bräuchen kennen. das Ganze fand ich super interessant und spannend.


    Fazit
    Ein opulenter Roman vor der faszinierenden Kulisse Hawaiis, mit vielen geschickten Wendungen, der niemals langweilig wird.
    Auch hier wurde Vergangenheit und Gegenwart wunderbar miteinander verknüft und man kam keineswegs durcheinander, wil die Kapitel zwischen Vergangenheit und Gegenwart hüpften.


    Auch dieser zweite Roman bekommt deshalb von mir die volle Sternenzahl !

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    Lesende Grüße von Nyx
    Nyx (griech. Νύξ) ist in der griechischen Mythologie die Göttin und Personifikation der Nacht. Laut Homer fürchtete sich selbst Zeus vor der Nacht.



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