von Kamecke, Luisa: Die Frauen von Gut Falkensee


  • Autor: von Kamecke, Luisa

    Titel: Die Frauen von Gut Falkensee

    Verlag: Lübbe

    ISBN10: 3404180585

    ISBN13: 978-3404180585

    Erschienen: 28. August 2020

    Seiten: 400

    Einband: TB

    Serie: Westpreußen-Saga - Band 1

    Preis: 11,00 Euro


    Inhaltsangabe:

    Die Frauen von Gut Falkensee ist der Auftakt der Westpreußen-Saga, die mich von der ersten Seite an begeistern konnte.

    Westpreußen 1904: Gut Falkensee steht kurz vor dem Ruin, somit ist die junge Charlotte von Bargelow verpflichtet, den wohlhabenden Witwer Baldur von Krammbach zu ehelichen. Charlotte willigt auch ein, doch da lernt sie kurz vor ihrer Hochzeit den Polen Karol kennen und die beiden verlieben sich ineinander. Doch Karol möchte Charlotte ganz oder gar nicht.

    Hin und her gerissen, weiß Charlotte nicht, ob sie sich ihrer Pflicht stellen muß oder ob sie auf ihr Herz hören darf ...


    Meine Meinung:

    Ich bin von Anfang an in der Geschichte versunken. Luisa von Kamecke hat nicht nur einen sehr schönen und flüssig zu lesenden Schreibstil, sie hat auch wunderbare und authentische Charaktere erschaffen, die einem das Gefühl geben, ein Teil der Familie zu sein.

    Charlotte mochte ich sehr gerne, sie ist für die damalige Zeit eine sehr selbstbewußte junge Frau, die genau weiß, was sie will.

    Oftmals musste ich schmunzeln, wenn sie wieder mal einen Heiratskandidaten vergrault hat, weil sie sehr schlagfertig mit Worten umgehen kann.

    Man merkt wieviel Liebe und Herzblut die Autorin in ihr Buch gesteckt hat, auch die Bediensteten haben ihre eigene Geschichte bekommen und ich konnte sehr mit ihnen mitfühlen.

    Hedi, die schon ewig auf dem Gut angestellt ist und die Kinder aufgezogen hat, leidet besonders, als ihr Schützling Frederick sehr krank wird.

    Fine und Charlotte waren beste Freundinnen, doch mittlerweile ist Finde gezwungen, auf Falkensee als Dienstmädchen zu arbeiten.

    Wir erleben die Schicksale immer abwechselnd, aber jedes Kapitel hat genau die richtige Länge, um sich in die Protagonisten hineinfühlen zu können.

    Die abwechselnden Perspektiven sorgen zudem für Spannung und die Seiten fliegen nur so dahin. Leider war ich viel zu schnell am Ende, ich hätte ewig weiterlesen können.

    Fazit: Ein toller Auftakt, mit Wohlfühlcharakter, der es ganz schnell auf meine Jahresbestenliste 2021 geschafft hat.

    Wie schön, dass es bereits den Folgeband gibt und ich nicht mehr lange warten muß, bis ich Gut Falkensee wieder besuchen darf.


    Veröffentlicht am: 26.02.2021


    LG Karin

  • Eigene Meinung:


    Westpreußen 1904. Charlotte von Bargelow ist Anfang 20 und noch unverheiratet. Und eigentlich will sie auch gar nicht heiraten. Sie würde viel lieber wieder zurück nach Paris gehen und ihr Studium fortsetzen. Aber zur Hochzeit ihrer jüngeren Schwester reist sie zurück nach Hause und erfährt, dass das Familiengut Falkensee in finanziellen Schwierigkeiten ist. Um ihr Zuhause zu retten, willigt sie schließlich ein, den wohlhabenden Witwer Baldur von Krammbach zu heiraten. Dabei gehört ihr Herz eigentlich dem Polen Karol, den sie zufällig bei ihrer Heimreise kennenlernt.

    Ich habe das Buch in einer Leserunde der Lesejury gelesen und die Autorin Luisa von Kamecke hat diese auch begleitet und Fragen beantwortet. Dafür erst einmal ein dickes Dankeschön.

    Insgesamt hat mir "Die Frauen von Gut Falkensee" gut gefallen. Es liest sich leicht und neben der Familiengeschichte erfährt man auch historische Fakten und Hintergründe der damaligen Zeit in Westpreußen. Mir war z. B. gar nicht bewusst, dass es den Staat Polen zur damaligen Zeit gar nicht gab und die Polen deswegen im Grunde heimatlos waren und in Westpreußen nur geduldet. Sicher habe ich das mal in der Schule gelernt, aber dann anscheinend erfolgreich verdrängt. ;-)

    Der Schreibstil ist lebendig und anschaulich, sehr schön fand ich die Beschreibungen der weiten Landschaft, man sieht die Felder, Wiesen und Wälder direkt vor sich.
    Die Autorin hat in der Leserunde gesagt, dass dieses Buch eine Herzensangelegenheit für sie ist und ich finde, das merkt man auch.

    Es gibt eine Vielzahl von Charakteren. Da ist zum einen die Familie von Bargelow, Charlottes Eltern und ihre zwei Geschwister. Dann leben auf dem Gut, wie es damals in den adeligen Kreisen in West- und Ostpreußen üblich war, auch viele Bedienstete. Zwei Welten, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Deutlich wird das besonders durch Fine, eine Freundin von Charlotte aus Kindertagen aus dem Dorf, die nun auf Gut Falkensee als Dienstmädchen arbeitet und alleine dadurch gibt es nun eine unsichtbare Barriere zwischen den beiden, die sich früher jedes Geheimnis anvertraut haben.

    Charlotte war mir gleich sympathisch, denn eigentlich gibt sie nicht viel auf die damaligen Konventionen. Sie beteiligt sich bei Feierlichkeiten an Diskussionen, liest die Zeitung und interessiert sich für das politische Geschehen. Und für ihre Heimat, Gut Falkensee, ist sie bereit, eine Zweckehe einzugehen.
    Bei Alice bin ich etwas zwiegespalten. Zum einen tat sie mir leid, andererseits fand ich ihr Verhalten gegenüber ihrer Familie recht unfair. Auch die Vorwürfe gegenüber Charlotte.
    Frederick tat mir sehr leid, eine solche Krankheit in dem Alter muss schlimm sein.
    Veronika, Charlottes Mutter, ist perfekt in ihrer Rolle als Gutsherrin. Allerdings fand ich es schade für sie, dass sie kein so inniges Verhältnis zu ihrem Sohn hatte. Aber das war wohl üblich damals in den Kreisen, dass das Kindermädchen den Kindern näher war, als die eigene Mutter.

    Fazit: Ein historischer Roman, der mich von Anfang bis Ende gut unterhalten hat und ich freue mich jetzt schon auf die Fortsetzung.


    Erstellt am 02.03.21