Hosseini, Khaled: Drachenläufer


  • Autor: Hosseini, Khaled
    Titel: Drachenläufer
    Originaltitel: The Kite Runner
    Verlag: Berliner Taschenbuch Verlag
    Erschienen: November 2008
    ISBN 10: 383330149X
    ISBN 13: 978-3833301490
    Seiten: 376
    Einband: TB
    Serie: -
    Preis: 10,50 €


    Inhaltsangabe:


    Afghanistan 1975: In Kabul wächst der zwölfjährige Amir auf, der mit Hilfe seines Freundes Hassan unbedingt einen Wettbewerb im Drachensteigen gewinnen will. Hassans Vater ist der Diener von Amirs Vater, doch trotz ihrer unterschiedlichen Herkunft verbindet die beiden Jungen eine inne Freundschaft. Am Ende des erfolgreichen Wettkampfs wird die Freundschaft von Amir auf schreckliche Weise verraten. Diese tat verändert das Leben beider dramatisch, ihre Wege trennen sich. Viele Jahre später kehrt der erwachsene Amir aus dem Ausland in seine Heimatstadt Kabul zurück, um seine Schuld zu tilgen.
    Quelle: Buchrücken


    Meine Meinung:


    Als dieses Buch begann, war es in Afghanistan noch relativ ruhig und alles ging in ruhigen Bahnen. Die Diskriminierung einzelner Volksschichten war aber auch da schon gegeben.
    Amirs Vater ist ein erfolgreicher Teppichhändler und lebt dementsprechend auch in einem sehr schönen Haus. Hassan ist der Sohn des Dieners und der beste Freund von Amir. Die beiden machen wirklich alles zusammen. Amir kämpft um Beachtung und Anerkennung von seinem Vater. Dieser ist irgendwie nicht in der Lage ihm dies uneingeschränkt zu geben.
    Warum, erfährt der Leser im laufe der Geschichte.


    Das jährliche Drachensteigen ist Amirs Gelegenheit seinem Vater zu zeigen, dass er auch auf ihn stolz sein kann. Doch am Ende geschieht etwas schlimmes, was Amir sich bis ins Erwachsenenalter nicht verzeihen kann.
    Als die Taliban in Afghanistan einfallen und ein normales Leben nicht mehr gelebt werden kann, flieht Amirs Vater mit ihm bis nach Amerika.


    Als Amirs Vater verstarb und er sich eine Frau genommen hatte, erreicht ihn ein Brief vom besten Freund seines Vater. Rahim ist alt und krank und bittet Amir ihn besuchen zu kommen. Ab da war es Zeit sich dem verdrängtem zu stellen.


    Dieses Buch hat mich fasziniert aber auch geschockt. Freundschaft und Verrat können so nahe beieinander liegen. Doch was kann ein 12 jähriger ausrichten wenn ihm 3 kräftige Schergen gegenüberstehen. Diese drei haben Hassen sehr zugesetzt und Amir war nicht in der Lage zu helfen. Das trug Amir -jahrzehnte lang mit sich rum. Das „neue“ Kabul war keine Stadt mehr, es war der reinste Trümmerhaufen. Witwen durften nicht arbeiten, waren gezwungen zu betteln oder zu sterben. Es waren ja nur Frauen. Waisenhäuser waren überfüllt und bekamen keine Unterstützung. Unvorstellbare Zustände waren an der Tagesordnung. Talibankämpfer führen in Jepps durch die Gegend und wenn ihnen langweilig war, wurden mal eben Menschenleben ausgelöscht.


    Doch Amir stelle sich seinem Schicksal und hat für sich das Beste daraus gemacht. Als ich dies Buch zuklappte lies mich der Autor sehr nachdenklich aber zufrieden zurück. Sein Schreibstil war flüssig und seine Beschreibungen sehr bildlich. Dieses Buch ist in meinen Augen nichts für schwache Nerven.
    Es wird nicht das letzte gewesen sein welches ich von Khaled Hosseini gelesen habe.


    Ich vergebe fünf von fünf Sternen.


    Veröffentlicht am: 26.06.2018