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Freitag, 31. Mai 2013, 15:17

Winter, Claire: Die Schwestern von Sherwood



Autor: Winter, Claire
Titel: Die Schwestern von Sherwood
Verlag: Diana Verlag
Erschienen: 22. April 2013
ISBN-10: 3453291409
ISBN-13: 978-3453291409
Seiten: 576
Einband: Hardcover
Preis: 19,99 Euro

Inhalt:
Im Jahre 1948 treffen wir auf die angehende Journalisten Melinda, die eines Tages ein Paket ohne Absender erhält.
Im Paket enthalten sind Zeichnungen einer Moorlandschaft, Liebesbriefe und eine rote Schachfigur.
Durch die Schachfigur vermutet Melinda, dass dieses Paket etwas mit ihrer Großmutter zu tun hat.
Neugierig geworden, begibt sie sich auf die Suche und stößt auf ein dramatisches Familiengeheimnis, in das sogar sie selbst verstrickt ist.

Im Jahre 1881 begegnen wir John und Elisabeth Sherwood, die sich mühsamst aus der Armut befreit haben und zu Geld gekommen sind.
Aber auch das hilft ihnen nicht, von der höheren Gesellschaft akzeptiert zu werden. Aber genau das will Elisabeth um jeden Preis erlangen.
Daher setzt sie auf ihre beiden Töchter, vor allem auf die liebreizende Amalia. Doch diese wird nach einer Scharlacherkrankung taub.

Meine Meinung:
Der warmherzige, einfühlsame, flüssige und bildhafte Schreibstil der Autorin hat es mir leicht gemacht, von Anfang an in der Geschichte zu versinken; daher konnte ich das Buch kaum mehr aus der Hand legen.
Ich habe so mit der kleinen Amalia gelitten, die so tapfer ihr Schicksal erträgt, nie an sich selbst denkt und sich nicht unterkriegen läßt.
Die Geschichte war für mich voller Emotionen. Ich empfand Wut, Haß, war den Tränen nahe, konnte mich aber auch an der wunderschönen, aber leider verbotenen Liebesgeschichte erfreuen.
Alle Protagonisten, auch die der Nebencharaktere sind hervorragend ausgearbeitet, so dass die Geschichte und vor allem Amalia und Cathleen noch lange in mir nachwirken werden.
Für mich hielt die Geschichte immer wieder neue Wendungen bereit, somit blieb sie spannend bis zur letzten Seite.
Sehr interessant war für mich auch das Thema “Taubheit” und wie zu dieser Zeit damit umgegangen wurde bzw. mit welchen Anfeindungen man damals zu kämpfen hatte.
Zum Schluß möchte ich noch die wunderschöne Gestaltung des Covers erwähnen, welches das Buch zu einem wahren Schmuckstück im Bücherregal macht.
“Die Schwestern von Sherwood” ist eines der besten Familiengeheimnisse, die ich je gelesen habe und das Buch wird mit Sicherheit zu meinen Jahreshighlights 2013 gehören.
Daher ist es auch ganz klar, dass das Buch von mir 5 von 5 Sternen bekommt.

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Samstag, 15. Juni 2013, 12:32

AW: Winter, Claire: Die Schwestern von Sherwood



Meine Meinung:

Die Geschichte wird in zwei Zeitebenen erzählt, einmal haben wir dort Melinda, die im Jahr 1948 versucht eine Stelle als Journalistin zu bekommen und die eines Tages ein mysteriöses Paket bekommt, womit sie erstmal so gar nichts anfangen kann. Allerdings fühlt sie sich irgendwie mit der Landschaft verbunden, die auf den Bildern zu sehen ist, die mit in diesem Päckchen waren, obwohl sie doch noch nie in England gewesen ist. Wie der Zufall oder das Schicksal so will bekommt Melinda die Chance nach England zu reisen um dort an einer Fortbildung teilzunehmen und währenddessen versucht sie ein wenig mehr über ihre eigene Familie rauszufinden und was es mit dem Inhalt des geheimnisvollen Pakets auf sich hat.

Dann gibt es noch den Handlungsstrang der in den Jahren 1881 und 1895/96/97 spielt. In diesem geht es hauptsächlich um die Schwestern Amalia und Cathleen, die mit ihrer Familie in einem schönen Herrenhaus wohnen und deren Mutter versucht ihr Ansehen bei den Nachbarn zu steigern, was aber nicht so leicht ist, da sie und ihr Mann Neureiche sind und dort nicht gerne gesehen sind. Also sind ihre Töchter ihr wertvollster Besitz um vielleicht doch noch in den gehobenen Kreisen angesehen zu werden. Allerdings wird Amalia eines Tages schwer krank und ist danach nicht mehr die gleiche, so daß ihre Mutter ganz verzweifelt ist, weil sie in Amalia so viele Hoffungen gesetzt hat. Also muß nun Cathleen der Familie den gewünschten Erfolg bringen.

Amalia fand ich ziemlich sympathisch, auch wenn ich mir manchmal gewünscht hätte, sie würde nicht immer so selbstlos sein, vor allem, weil das in einigen Bereichen nur noch zu viel mehr Leid geführt hat, auch wenn sie natürlich was ganz anderes mit einigen ihrer Aktionen erreichen wollte. Sie hat auf jeden Fall viel durchgemacht und nicht gerade gutes, wenn ich da an ihre Mutter Elisabeth denke, wird mir immer noch ganz anders, denn diese ist wirklich bösartig. Sie tut alles unter dem Deckmantel, das es ja nur das beste für ihre Kinder wäre, aber in Wirklichkeit denkt sie dabei nur an sich selbst und merkt dabei gar nicht wie ihre ganze Familie zerbricht. Sie und Mr. Beans waren für mich die schlimmsten Charaktere in diesem Buch.

Cathleen fand ich irgendwie etwas blass, sie kommt nie wirklich aus sich raus und später hat sie einige Gedanken, die mir nicht so gut gefallen haben, vor allem weil ich das von ihr nicht gedacht hätte. Edward fand ich dafür ziemlich klasse, er tat mir bei diesem ganzen Zirkus am meisten leid und wenn man ihn gelassen hätte, wäre sicher auch alles anders gekommen. Im Jahr 1948 ist Melinda die Hauptperson und sie fand ich auch recht nett, außerdem mochte ich wie sie die Dinge anpackt und das sie nicht klein beigibt, egal wieviele Steine ihr in den Weg gelegt wurden. George war mir etwas zu glatt, ihm fehlten irgendwie die Ecken und Kanten und ich wußte manchmal auch nicht so genau wie ich ihn nun einschätzen soll.

Die Geschichte war recht interessant, aber Spannung kam leider nicht so wirklich auf, da die Story doch recht vorhersehbar ist, denn schon auf den ersten hundert Seiten habe ich einiges vermutet was gewisse Geheimnisse angeht und mit der Zeit wurden sie dann auch genauso aufgeklärt, das fand ich etwas schade. Da fehlten mir dann doch ein paar Überraschungsmomente. Trotzdem läßt sich das Buch wirklich gut und flüssig lesen und vor allem lebt die Geschichte durch die tollen Charaktere wie Amalia, Edward und Melinda, mit denen man so viel erlebt und mit denen ich immer wieder mitgefiebert habe. Der Schluß hat eigentlich recht gut gepaßt, aber er war halt auch irgendwie melancholisch und läßt mich doch ein wenig traurig zurück. Außerdem hatte ich gedacht, das Frank und Henry vielleicht nochmal auftauchen, aber dem war dann doch nicht so.

Veröffentlicht am: 15.06.2013

3

Dienstag, 10. Januar 2017, 10:05

Eigene Meinung:

Berlin 1948. In der durch den Krieg zerstörten Stadt versucht die junge Melinda sich irgendwie als Journalistin durchzuschlagen. Als sie nach einem Vorstellungsgespräch bei einer Zeitung nach Hause kommt, findet sie in ihrem Zimmer ein geheimnisvolles Paket ohne Absender. Darin enthalten sind Liebesbriefe, in englischer Sprache verfasst, und Zeichnungen von einer geheimnisvollen Moorlandschaft, dem Dartmoor im südenglischen Devon. Dank ihrer kürzlich verstorbenen Mutter, die aus England stammte, kann Melinda die Briefe zwar verstehen, aber sie hat keine Ahnung, wer sie geschrieben hat oder für wen sie gedacht waren. Alle stammen anscheinend aus dem Jahr 1895. Dank einer Fortbildung kann sie nach England reisen und nutzt die Gelegenheit Nachforschungen anzustellen. Im Dartmoor hört sie die Geschichte zweier Schwestern, die Ende des letzten Jahrhunderts beide nacheinander im Moor zu Tode gekommen sein sollen. Beide lebten im Herrenhaus Sherwood...ein Name, den Melinda auch auf den geheimnisvollen Zeichnungen findet.
Allerdings sind einige Bewohner des Moores nicht sehr begeistert von ihren Fragen. Liegt das nur daran, dass sie Deutsche ist und der Krieg erst vor kurzem beendet wurde? Oder ist Melinda einem Geheimnis auf der Spur, das eigentlich nie ans Licht kommen sollte?

Was für ein tolles Buch! Ich bin wirklich begeistert von der Geschichte und konnte einfach nicht aufhören zu lesen. Der Schreibstil der Autorin hat mir sehr gut gefallen, die Sprache ist wunderbar bildhaft und plastisch. Ich konnte beim Lesen die Trümmer von Berlin ebenso vor mir sehen wie die karge und doch wunderschöne Landschaft des Dartmoors und das viktorianische London. Ich war übrigens im Mai letzten Jahres selbst im Urlaub in Südengland und teile die Begeisterung für das Dartmoor.
Claire Winter gelingt es wunderbar, die Geschichte nach und nach schlüssig zu erzählen und immer wenn man denkt, jetzt weiß man, was passiert ist, kommt wieder eine neue Wendung. Oft ist das Ganze sehr emotional, aber trotzdem nicht kitschig.

Melinda und Amalia mochte ich gleich. Zwei starke Frauen, die zu ihren Lebzeiten das Beste aus ihrer jeweiligen Situation machen. Auch Cathleen war mir sympathisch, denn im Grunde ist sie ein Opfer und ein Spielball des Ehrgeizes ihrer Eltern, besonders ihrer Mutter. Ich hätte mir für sie ein anderes Ende gewünscht, aber angesichts der Umstände kann ich dieses sehr gut nachvollziehen.
Edward ist in meinen Augen auch ein Opfer der damaligen Zeit, der Umstände und seiner Stellung in der Gesellschaft. Er ist seiner Familie verpflichtet und kann nicht anders handeln, auch wenn sein persönliches Glück dabei auf der Strecke bleibt. Und gerade deswegen fand ich das Ende dann doch wieder sehr schön.

"Die Schwestern von Sherwood" kann ich jedem empfehlen, der die Bücher von Kate Morton, Lucinda Riley oder Katherine Webb mag. Ein perfektes Buch, um für einige Zeit in eine besondere Geschichte einzutauchen.

Erstellt am 10.01.2017
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