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Sonntag, 25. März 2018, 13:17

Winter, Claire: Die geliehene Schuld



Autor: Winter, Claire
Titel: Die geliehene Schuld
Originaltitel: -----
Verlag: Diana
Erschienen: 5. März 2018
ISBN 10: 3453291948
ISBN 13: 978-3453291942
Seiten: 576
Einband: Hardcover
Serie: -----
Preis: 22,00 Euro

Inhaltsangabe:
Berlin, Sommer 1949:
Vera, Redakteurin beim Echo, hat im zweiten Weltkrieg ihre Eltern und ihren Mann verloren und möchte alles am liebsten vergessen. Doch dann kommt ihr Jugendfreund und Arbeitskollege Jonathan durch einen Unfall ums Leben.
Jonathan hat heimlich Recherchen über ehemalige Kriegsverbrecher betrieben und sich in Marie Weißenburg verliebt, die Sekretärin im Stab Adenauers ist.
Vor seinem Tod schickt Jonathan Unterlagen an Vera, mit der Bitte niemandem zu vertrauen und seine Nachforschungen weiterzubetreiben und diese an die Öffentlichkeit zu bringen. Da wird Vera klar, dass sein Tod kein normaler Unfall war.....

Meine Meinung:
Ich habe auch bereits die anderen beiden Romane von Claire Winter mit großer Begeisterung gelesen, aber mit "Die geliehene Schuld" hat sich die Autorin nochmals selbst übertroffen.
Claire Winter hat einen sehr fesselnden, süchtig machenden Schreibstil, der die Protagonisten zum Greifen nahe bringt. Die Geschichte wird immer abwechselnd aus der Sicht der Charaktere erzählt, was den Spannungsbogen stetig steigert.
Ich habe so mit Marie, Jonathan, Vera und Lena mitgelitten, es tun sich wahre Abgründe auf, was hier alles zutage kommt. Die Handlung ist an Spannung kaum zu überbieten.
Am liebsten mochte ich Marie, die mit ihrer Mutter und ihren beiden Brüdern noch rechtzeitig aus Berlin fliehen konnte. Gerade sie hat mich sehr berührt, als sie manches zu hinterfragen beginnt und sich auch nicht davor scheut, sich selbst in Gefahr zu bringen. Ich traue mich gar nicht, zuviel vom Inhalt zu verraten, damit ich ja nicht spoilere, man muß einfach selber lesen, was den vieren widerfahren ist, es macht einen einfach nur sprachlos.
Auch den Mut von Jonathan und Vera, die im Laufe der Geschichte über sich hinauswachen, habe ich sehr bewundert.
Die Kriege und die Zeit danach, dürfen einfach nicht in Vergessenheit geraten, Claire Winter hat hier bis ins kleinste Detail recherchiert und daher werde ich über diese Geschichte auch noch lange nachdenken.
Auch das Buch ist wundervoll aufgemacht, ein schönes Cover, eine farbige Karte, ein Nachwort über Wahrheit und Fiktion und ein Personenregister am Ende des Buches und was ich besonders toll finde, auch als Lesezeichen.
Dieses Buch verdient weit mehr als 5 Sterne und es kommt nicht nur auf meine Jahresbestenliste, sondern nimmt dort den ersten Platz ein.

Veröffentlicht am:
25.03.18

LG Karin

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Karin« (25. März 2018, 20:23)


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Montag, 2. April 2018, 00:31



Meine Meinung:

Vera bekommt von ihrem guten Freund Jonathan einige Unterlagen zugeschickt, die für ihn und anscheinend auch einige andere sehr wichtig gewesen sind, denn Jonathan wurde von einem Auto angefahren und ist dabei umgekommen. Die Polizei denkt es war ein Unfall, aber eigentlich spricht alles dagegen und weil Vera ihrem Freund so einiges verdankt, will sie seine Story zu Ende schreiben, denn sie ist Journalistin. Allerdings begibt sie sich dabei auf gefährliches Terrain und sie kann niemandem trauen. Auch Marie hat so ihre Probleme, denn einige Leute finden es gar nicht gut, das sie in letzter Zeit so viele Fragen stellt. Da die Geschichte kurz nach dem zweiten Weltkrieg spielt sind viele Organisationen und Menschen ziemlich angespannt und wollen auch einiges vertuschen.

Was ich sehr spannend fand war, das die Story aus verschiedenen Perspektiven erzählt wird. Die Hauptpersonen Vera, Marie und Jonathan nehmen da natürlich eindeutig am meisten Platz ein, aber zwischendurch gibt es auch immer mal Kapitel wo andere zu Wort kommen und die ich oft sehr aufschlussreich fand. Vera, Marie, Jonathan, Lina, Eric und Ian waren mir übrigens am sympathischsten, auch wenn man das vielleicht bei dem ein oder anderen nicht sofort beim ersten kennenlernen denkt. Sie alle machen sehr viele Veränderungen durch und erleben einige schlimme und traurige Momente, wo ich mir auch manchmal dachte, das es doch jetzt auch mal gut ist, aber das Leben kann, wie man weiß, verdammt hart sein. Ich habe auf jeden Fall mit den Charakteren ziemlich mit gefiebert und gerade bei Jonathan war es oft nicht leicht, weil man ja schon durch den Klappentext weiß was mit ihm passiert ist. Aber es gab natürlich auch viele Protagonisten, die ich total unsympathisch fand und wo das lesen dann auch manchmal etwas beschwerlich war.

Ich muss gestehen, das ich es schwer finde eine Rezension zu diesem Buch zu schreiben, denn ich möchte nicht zu viel verraten, da es so viel für den Leser zu entdecken gibt und da ist auch die ein oder andere Überraschung bei, zumindest war das bei mir der Fall. Claire Winter hat auf jeden Fall einen tollen Schreibstil, aber das war auch schon bei ihren beiden vorherigen Büchern so und sie kann einen wirklich begeistern. Am Anfang war ich noch ganz entspannt am lesen, aber je mehr man erfährt, desto intensiver wurde das ganze und irgendwann habe ich dann das Buch auch kaum noch aus der Hand legen können, weil ich einfach wissen wollte wie es nun endet. Und ich muss sagen, das ich gerade bei dem Nachwort, was denn nun Fiktion und Wahrheit ist schon geschockt war, weil ich es einfach nicht fassen konnte, wie weit eine Person noch gekommen ist. Über die Zeit so kurz nach dem zweiten Weltkrieg habe ich außerdem noch keinen Roman gelesen. Was mir nicht so gut gefallen hat war übrigens, das man von einigen Charakteren nicht mehr wirklich was erfährt, dabei hätte mich das bei ein paar Personen schon noch interessiert was aus ihnen geworden ist.

Veröffentlicht am: 02.04.2018